Donnerstag, 26. April 2012

To Be Continued ...#10


Nach den aufregenden Ereignissen in Thorne Abbey und mit dem Wissen, dass Archer sie nie verraten wollte, muss Sophie die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass sowohl ihr Vater als auch ihre Freunde nicht mehr am Leben sind. Vor ihrer Flucht aus dem brennenden Herrenhaus hat Cal ihr noch geraten, die Brannicks aufzusuchen - Erzfeinde aller Prodigien. Doch Sophie hat keine andere Wahl. Und bei den Brannicks erwartet sie nicht nur ihre Mutter, sondern auch eine schockierende Offenbarung.
Doch für Sophie steht im Moment an erster Stelle die Casnoffs aufzuhalten und Hex Hall zu retten.

Bei Dämonenbann handelt es sich um den letzten Band der Trilogie. Und das ist ein Finale, wie man es sich nur wünschen kann. Alles ist nachvollziehbar, klar strukturiert und auch der große Showdown fehlt nicht.
Sophie erfährt mehr über ihre Familie (und damit lösen sich auch letzte Unklarheiten auf) und muss sich außerdem der Frage stellen, ob nun Cal oder Archer der Richtige für sie ist. Dabei ist diese Dreiecksbeziehung von Anfang an keine wirkliche. Zwischen Sophie und Cal entsteht zwar Zuneigung, doch so wirklich ins Schwärmen kommt sie nur beim Gedanken an Archer.

Die Autorin hält das Niveau der beiden Vorgänger und lässt auch Sophies Charakter seine besten Eigenheiten. Sophies Sarkasmus findet sich subtil in die Erzählung eingewoben immer wieder und fördert nicht selten ein Schmunzeln zu Tage.

Eine Kleinigkeit stört allerdings das Lesevergnügen hin und wieder - und das ist die Übersetzung. Die ist stellenweise einfach nur ungenau und alles andere als liebevoll. So ist etwa auf S. 134 Jennas Antwort auf Sophies Frage absolut nicht nachvollziehbar: "Bist du verrückt?" [...] "Nein. Ich habe das Gefühl, als sollte ich es sein [...]" - im Original kann hier nur die Phrase "Are you mad?" gestanden sein - und die wird mit "Bist du sauer?" übersetzt. Das ist zwar etwas nervend und zum Teil auch frustrierend, aber der geneigte Leser kann auch darüber hinweggehen.

Im Gesamten eine schöne, spannende und gut durchdachte Trilogie, die auf keinen Fall enttäuscht und dem Leser vielleicht mehr Vergnügen bereitet, als er erwartet. Schöne Jugend-Fantasy.



(c) Ullstein
Karen Marie Moning, Shadowfever (Fever)
1. Im Bann des Vampirs | 2. Im Reich des Vampirs  | 3. Im Schatten dunkler Mächte | 4. Gefangene der Dunkelheit

Barrons ist tot und Mac ist dafür verantwortlich. Vollkommen verzweifelt befindet sie sich nun allein in einer Dimension der Spiegelwelten. Sie ist außer sich vor Trauer und weiß zudem nicht, wie sie jemals wieder von diesem Ort entkommen soll - und ihr einziger Beschützer ist nicht mehr.
Als sie von Darroc - dem Lord Master - gefunden wird, schließt Mac sich ihm in der Not an. Von nun an macht sie gemeinsame Sache mit dem LM - denn eigentlich hat sie nur ein Ziel: Die Welt untergehen lassen und mit Hilfe des Sinsar Dubh eine neue Welt kreieren, in der auch Barrons wieder lebt.

Eine dunkle Note in der spritzig-witzig gehaltenen Serie gab es ja schon von Beginn an - schließlich steht der Weltuntergang bevor und keiner weiß, wie er aufzuhalten ist. Doch nun, in Serienfinale, ist der Beginn vorherrschend düster. Mac quält sich mit Selbstzweifeln und Schuldgefühlen. Und sie muss sich eingestehen, dass sie Barrons geliebt hat - und dass sein Tod ihr mehr Schmerzen bereitet, als der ihrer Schwester. Sie kann ohne Alina leben, nicht aber ohne Jericho Barrons.
Als sie nach und nach aus der Trance ihrer Trauer erwacht, kehrt stückchenweise auch etwas von der alten, sarkastischen und etwas planlosen Mac zurück.
Im Laufe der Handlung erfährt sie mehr über ihre Vergangenheit und ihre vermeindliche Mutter. Es kommen Informationen auf, die Mac daran zweifeln lassen, ob sie wirklich die ist, für die sie sich bisher gehalten hat.

Handlung und Schreibstil enttäuschen, wie schon in den Bänden zuvor, nicht. Nicht nur ist Macs Charakter einmalig und erfrischend, in der Geschichte gibt es auch faszinierende Elemente - ein gelungene Mischung aus Erwartetem und Unerwartetem. Geschrieben wird ja bekanntlich aus Macs Sicht, und das kommt auch dem letzten Band der Serie zugute - zum Teil schafft es die Autorin sogar den Leser zu täuschen, dieser ist den entstehenden Irrungen und Wirrungen ebenso ausgesetzt wie die Protagonistin selbst.

Auch hier war ich nicht immer ganz zufrieden mit der Übersetzung ins Deutsche, aber zum größten Teil lässt sich's damit leben.

Alles in allem handelt es sich um ein gelungenes Ende. Die Handlungsstränge laufen hier zusammen und so einiges ergibt in Shadowfever endlich Sinn (auch wenn es noch ein weiter Weg von über 600 Seiten bis zur finalen Erkenntnis ist).

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