Donnerstag, 3. Mai 2012

The Movies ... April 2012

Es wird Zeit diese Kategorie wieder auferstehen zu lassen ;-)

Titanic 3D
194 min., mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet, Regie: James Cameron

Bis Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009, James Cameron), der erfolgreichste Film aller Zeiten.

100 Jahre nach dem Untergang der Titanic (14. April 1912) gibt es den inzwischen fünfzehn Jahre alten Film als 3D-Version. Plastisch war die bitter-süße Geschichte rund um einen mittellosen Amerikaner und einer aristokratischen Britin ja schon damals. Obwohl ich den Film (wie wohl fast jeder) schon einige Male gesehen habe, habe ich die Chance ergriffen, den Klassiker in Kino-Atmosphäre zu erleben - und in OV. Der Film hat in der Originalfassung definitiv mehr zu bieten - dank seiner faszinierenden Mischung aus irischen, amerikanischen und britischen Dialekten, die Stereotype unterstreichen und somit sehr gut zum herzzerreißenden Romeo & Julia-Plot passen.

Abgesehen von der mitreißenden Liebesgeschichte hat der Film auch einiges fürs Auge zu bieten (und damit meine ich nicht Leonardo DiCaprio, der mir gealtert bei Weitem besser gefällt). So ist die Titanic detailgetreu nachgestellt, die Lichtverhältnisse passen perfekt zu jeder Szene und Wende in der Handlung. Zudem gibt es einiges an subtiler Symbolik, die schon von Beginn an bewusst macht, dass es sich um ein Spiel gegen die Zeit handelt (das Treffen der Liebenden am Ende des Schiffes - ein Selbstmordversuch, der sie aneinanderschmiedet; das romantische Treffen an der großen Uhr - und ein ständiges Auftauchen von Uhren; das Wasser als Zeichen der Vergänglichkeit; beim Untergang die versperrten Wege als ultimatives Zeichen dafür, dass es kein Entkommen gibt, ...). Auch die Gespräche zwischen/ mit Andrews und Ismay lassen einen Übermut heraushören, der nur in Unglück enden kann (so sprechen sie des Öfteren von der Unzerstörbarkeit der Titanic und porträtieren sich als Schöpfer - Andrews wird später auch das Inbild des gescheiterten Schöpfers, der sein Lebenswerk zerstört sieht [i.e. steht er im Speisesaal der untergehenden Titanic vor einer Uhr und betrachtet bei einem Glas Wein das Bild eines Schiffes in stürmischer See und reminisziert über seine Überheblichkeit]). Besonders tragisch für den Zuseher gestaltet sich vor allen Dingen, dass Roses rebellische Selbstfindung und Frau-Werdung im Zusammenstoß der Titanic mit dem Eisberg gipfelt. Die Storyline verbindet so kunstvoll die fiktive Liebesgeschichte mit der historischen Geschichte der Titanic und die Titanic spiegelt höchst dramatisch Roses Entwicklung.

Zur 3D-Umsetzung: Die wäre nicht nötig gewesen. Der Film profitiert in keiner Weise von der neuen Technologie, bloß die Titanic wirkt noch mächtiger; für den Rest des Filmes reicht die ursprüngliche 2D-Variante. Teilweise war die Konvertierung auch etwas zu ambitioniert - so wurde im Film gezeigtes gefilmtes Material (aufgenommen von Lovett und dessen Team) auch auf 3D gezeigt, was keinen Sinn ergibt, da es für die Charaktere (besonders im Jahre 1997) nicht dreidimensional zu sehen gewesen wäre.

Alles in allem ein Klassiker, der wohl auch in den nächsten fünfzehn Jahren einer bleiben wird und kein 3D-Remake nötig hat.


The Avengers
142 min., mit Robert Downey Jr., Chris Evans and Scarlett Johansson, Regie: Ross Whedon

Nach Filmen wie Ironman (1 und 2), Thor und Captain America (entfernter auch: Hulk) starten die beliebten Marvel Helden hier gemeinsam durch, um die Welt zu retten.

Thors fieser Bruder Loki möchte die Menschen unterjochen und setzt alles daran, sein Ziel zu erreichen. Dabei droht er allerdings die Erde in Schutt und Asche zu legen. S.H.I.E.L.D.-Boss Nick Fury kann das natürlich nicht zulassen und sammelt seine Superhelden ein, um aus ihnen ein unschlagbares Team zu machen. Allerdings hat er nicht mit den Testosteronströmen und Dominanzkämpfen gerechnet. Zusammenarbeit sieht anders aus - und so ist das Superhelden-Team zuerst ein Haufen Streithähne.
Erst als Loki einen fatalen Angriff startet und den Avengers das Ausmaß der Bedrohung bewusst wird, raufen sie sich zusammen und agieren gemeinsam.

Eine wunderbare Comicverfilmung, voller Witz und Charme. Wem Ironman gefallen hat, der wird auch hier nicht enttäuscht sein - vieles in The Avengers erinnert an die beiden Ironman-Filme - der Wortwitz, die teilweise stark karikierten Szenen ...
Man bekommt eine geballte Ladung Action, wie es sich für einen Film voller Marvel-Helden gehört. Dabei steht natürlich weniger die Handlung im Vordergrund als die Streitereien zwischen den einzelnen Superhelden. Gesamt hat man sich hier wohl eher auf Charakterentwicklung konzentriert - schließlich kommt noch ein zweiter Avengers-Film - und auf die Zusammenfindung der einzelnen Helden.

Der wohl lustigste Protagonist ist Hulk (Mark Ruffalo). Als Wissenschaftler ist er souverän und selbstbeherrscht und hält sich aus den Querelen der anderen so gut wie möglich heraus. Kaum wird er zu einem großen grünen Monster, ist er ganz und gar unberechenbar - der Vergleich zu einem grantigen 4-jährigen ist wohl passend. Unnötig zu erwähnen, dass das zu einigen der lustigsten Szenen des Films führt.

Loki ist der perfekte Bösewicht. Er spricht im distinguierten britischen Akzent und hält pompöse und weitschweifende Reden - die passen bestens zu ihm und seiner Rolle.

Tony Stark alias Ironman muss lernen auch einmal an andere zu denken und nicht nur zu seinem Vorteil zu agieren; Thor, ebenfalls Einzelkämpfer, muss auf seine persönliche Rache verzichten und Captain America zeigt seine Führungsfähigkeiten und Soldatenausbildung.

Black Widow und Hawkeye sind zwar ebenfalls interessante Charaktere, durch ihre Neueinführung und ihre eigentliche Tätigkeit als Assassinen, stehen sie aber weit weniger im Geschehen als die anderen Helden.

Eine bunte Mischung aus unterschiedlichsten Charakteren, jede Menge Action, eine recht lineare Handlung aber umso mehr Humor - zusätzlich zu diesen Dingen, ist The Avengers auch noch schön fürs Auge: tolle Bilder und Special Effects.

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