Freitag, 1. Juli 2011

[Rezension] Terry Pratchett, The Amazing Maurice and His Educated Rodents (HB)

(c) audible
Hörbuch
Sprecher: Tony Robinsion (BE)



Inhalt:
Maurice, an amazing cat who has survived four years on the toughest streets in the whole of the Discworld, reckons that rats are dumb - clever, OK, but dumb. Maurice, however, is smart, smart enough to recognize that there's a new kind of rat around: rats who have been eating wizards' rubbish and can now talk. Smart enough to get a pretty amazing idea when he spots a stupid-looking kid playing the flute....

Now Maurice has his very own "plague of rats" and his own Pied Piper. And his money-bags are getting fuller and fuller. Until the group reaches the far-flung village of Bad Blintz.


Zum Hörbuch:
Eines Tages blickte Kater Maurice in den Spiegel und dachte: "Das bin ich.". Von da an wusste er, dass irgendwas an ihm anders war. Er konnte denken und sprechen. Und Maurice bemerkte, dass er unglaublich war. Ihm war auch schnell klar, dass etwas nicht stimmen konnte, als er auf der Jagd nach Mittagessen eine Ratte in die Ecke trieb und diese sagte: "Okay, können wir darüber reden?".
Nun hat Maurice einen unglaublichen Plan: Er fingiert eine Rattenplage und verdient daran. Alles, was er dafür braucht sind Ratten, die seine Befehle befolgen und einen dumm-aussehenden Jungen, der Pfeife spielen kann ...

Es gibt viele Geschichten aus der Scheibenwelt, die erzählenswert sind. "The Amazing Maurice and His Educated Rodents" ist eine davon. Eine Geschichte mit einem sprechenden Kater, sprechenden Ratten und einem jungen Pfeifer: die perfekten Zutaten für eine schräge Geschichte.

Maurice ist schlau und weiß es. Und er weiß auch, dass man Geld braucht, um ein schönes Leben haben zu können. Deswegen nutzt er seinen unglaublichen Verstand und eine Gruppe sprechender Ratten um an Geld zu kommen. Alles läuft hervorragend, bis die Gruppe nach Überwald kommt und einige seltsame Dinge entdeckt. Es soll eine Rattenplage herrschen - doch es gibt keine Ratten. Und keinem scheint aufzufallen, dass hier etwas falsch läuft. Doch Maurice wäre nicht unglaublich, wenn er nicht hinter das Rätsel kommen würde.
Durch seine selbstsüchtige und berechnende Art wird Maurice zu einer interessanten Figur und einem recht a-typischen Helden.

Einfach süß finde ich die Ratten, die ein Kinderbuch zu ihrer Bibel erkoren haben und sich sicher sind, dass eine Welt wie ein "Herrn Schlappohrs Abenteuer" möglich ist. Sie wollen friedlich neben den Menschen leben und mehr als nur Ratten sein. So kommt es auch schon mal dazu, dass sie eine tiefgreifende philosophische Unterhaltung über "das Ding, das einem zu sich selbst macht" führen und die Seele zu definieren zu versuchen.

Es kommt immer wieder zu amüsanten Begegnungen - besonders dann, wenn die Menschen Kater oder Ratten sprechen hören und versuchen, sich das zu erklären. Schließlich können die Tiere nicht nur reden, sind auch noch außerordentlich intelligent.
Die fingierte Rattenjagd nimmt langsam ihren Lauf und dabei kommt es zu unerwarteten, bizarren und komischen Situationen, die ebenso seltsam wie faszinierend und unterhaltsam sind.

Ein wunderbares Buch, das das Fabelthema mal anders interpretiert und für Kinder wie Erwachsene so einiges parat hält.


Vielen Dank an audible.de


[Rezension] Terry Pratchett, Die Farben der Magie

(c) Piper
Scheibenwelt 1
Paperback
Piper


Inhalt (lt. Amazon.at):
Der Magier Rincewind packt nicht oft etwas an, aber wenn er es tut, dann geht es schief. Während seiner Ausbildung an der Unsichtbaren Universität wirft er verbotener Weise einen Blick in das magische Buch Oktav – und wird prompt von einem Zauberspruch befallen. Dieser ist so mächtig, daß er keine weiteren Sprüche neben sich duldet. Rincewind muß die Universität verlassen und tut sich mit Zweiblume zusammen, dem ersten Touristen auf der Scheibenwelt. Gemeinsam begegnen sie Drachen, Wassertrollen und intelligenten Holztruhen. Und als sie an die Grenze der Scheibenwelt gelangen, ist Rincewind natürlich der erste, der über den Rand fällt … »Die Farben der Magie« ist der Auftakt zu Pratchetts legendärem Zyklus, der die humorvolle Fantasy-Literatur wie kein anderer geprägt hat. 


Zum Buch:
Die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett sind für ihre bizarren Geschichten, humorvollen Situationen und liebenswerte Charaktere bekannt. Bei "Die Farben der Magie" handelt es sich um den Auftakt diese witzigen und genial-verschrobenen Romane.

Der Magier Rincewind tritt wirklich von einem Fettnäpfchen ins nächste und irgendwie geht immer alles schief, egal was er macht. Nicht nur ist er der schlechteste Zauberer, den es je gab (schließlich kennt er nur einen Zauberspruch und weiß nicht einmal, wie der funktioniert), sondern Tod ist auch noch hinter ihm her - und betrachtet Rincewind als sein persönliches Hobby.
Als Rincewind den ersten Touristen der Scheibenwelt durch seine Welt führen soll, sind Katastrophen vorprogrammiert. Es ist also kein Wunder, dass ihm der Tourist Zweiblum unter der Nase entführt wird, er mit ihm aus einer brennenden Stadt fliehen muss (für deren Zerstörung der Tourist peripher verantwortlich ist), um dann Zweiblum an Drachen zu verlieren. Und damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende.

Am besten ist die Geschichte wohl als bizarr zu beschreiben. Der Plot ist so abwegig, dass man nur staunend zusehen kann, wie Büsche plötzlich zum Leben erwachen, Holztruhen auf hundert Beinen laufen und Schwerter zu sprechen anfangen.
Rincewind ist ein liebenswerter und sympathischer Charakter. Immer wieder gerät er in unmögliche Situationen und kann sein Pech selbst kaum glauben. Und dennoch schafft er es immer wieder, mit heiler Haut davon zu kommen. Dabei ist er kein guter Mensch - zumeist ist er auf seinen eigenen Vorteil bedacht und wird nur unfreiwillig und gezwungenermaßen zum Helden. Seine Beziehung zu Tod ist wohl die lustigste. Immer wieder taucht Tod auf und erkundigt sich, ob Rincewind doch wohl endlich bereit wäre, zu sterben. Dabei lässt er auch nichts unversucht. Doch aus irgendeinem Grund, gelingt es Rincewind immer wieder zu entkommen.
Zweiblum als erster Tourist sorgt natürlich für einige komische Situationen und vor allem für Unverständnis der Einwohner Ankh-Morporks und anderer eher heruntergekommener Städte. Denn Zweiblum kommt vom Gegengewicht-Kontinent, der sich vom Rest der Scheibenwelt sehr unterscheidet. Dort geht es geruhsam zu und Geld ist keine Mangelware. Doch Zweiblum möchte seinem langweiligen Leben als Versicherungsbeamter entkommen und richtige Abenteuer erleben. Dass er dabei in wirklich gefährliche Situationen gerät, wird ihm allerdings nicht benutzt - Hauptsache, ihm bleibt Zeit genug für eine Foto von barbarischen Helden und Schenkenschlägereien.

Die Geschichte ist lustig erzählt und wartet immer wieder mit neuen Überraschungen und Absurditäten auf. Langweile kommt bestimmt keine auf.




[Rezension] Wolfang Hohlbein & Bernahrd Hennen, Der Sturm

(c) Bastei Lübbe
Das Jahr des Greifen 1
DSA-Roman



Inhalt:
Die gefährlichen Orks haben Greifenburg, die größte Stadt von Aventurien, besetzt. Da zettelt der Inquisitor Marcian einen Aufstand an, um die Stadt für seinen Prinzen Brin zu befreien. Doch statt der erwarteten kaiserlichen Armee, die eigentlich zu Hilfe eilen sollte, stehen plötzlich weitere orks vor den mauern von Greifenburg. Mit einer Hand voll Soldaten und Freiwilligen nimmt Marican dennoch den Kampf auf ...


Zum Buch:
Vorweg, ich fand es furchtbar. Ich habe mich mehr oder minder durch die Geschichte durchgekämpft und war immer wieder erschüttert von dem schrecklichen Schreibstil und der faden Geschichte.

Angesiedelt ist das Ganze in der Welt des Schwarzen Auges. Vielleicht liegt hier auch schon das Problem - ich kenne das Spiel nicht und eventuell ist die Geschichte für Fans attraktiver als für mich.
Inquisitor Marcian war mir einfach nur unsympathisch. Er schwingt sich schnell zu Greifenburgs Herr auf nach dessen Befreiung.
Auch sonst gibt es ein paar minder interessante Figuren wie den Magier Lancorian, den aufständischen Schmied, den Orkanführer usw.
Die einzige Figur die ich interessant gezeichnet fand war der Vampir Zerwas, der seit Jahrhunderten als Henker arbeitet und darauf achtet, unentdeckt zu bleiben. Er ist skrupellos und düster, mysteriös.

Gesamt eine Geschichte von Krieg mit magischen Elementen zwischen Menschen und Orks. Leider recht langweilig und wahrscheinlich nicht einmal für DSA-Fans interessant.