Donnerstag, 8. September 2011

[Rezension] Susanne Rauchhaus, Die Messertänzerin

(c) Ueberreuter

366 Seiten
Hardcover
Ueberreuter


Inhalt (U4-Text):
Divya wird als Kind verkauft und wächst als Dienerin an einer Mädchenschule in der Stadt Pandrea, mitten im Wilden Land, auf. Eine rätselhafte Prophezeiung lässt sie aber daran glauben, dass sie nicht immer zur untersten Kaste gehören wird - wenn sie bereit ist zu lernen und zu kämpfen.
Eines Tages tritt der düstere Wächter Tajan in ihr Leben und sie ergreift ihre Chance. Heimlich lernt sie zu kämpfen wie ein Mann - und zu tanzen wie eine Frau. Als sie einen Mordauftrag bekommt, muss sie eine Entscheidung treffen. Und damit macht sie sich den Mann, den sie liebt, zu ihrem erbittertsten Feind.


Zum Buch:
Eine packende und orientalisch angehauchte Geschichte um ein Mädchen, das über sich selbst hinauswächst und lernt, was Mut wirklich bedeutet.

Als Dienerin in einer Mädchenschule freundet Divya sich mit einer der höheren Töchter an. Durch ihre Freundin Jolissa bekommt Divya einen neuen Zugang zu dem Tanzunterricht der Mädchen, der sie schon immer fasziniert hat. Heimlich übt sie das Tanzen und wird immer besser.
Nach einem Einbruch in die Schule, bei dem eine ältere Dienerin getötet wird, kommt der Wächter Tajan an die Schule, um die Mädchen zu bewachen und zu beschützen. Divya nutzt ihre Chance und überredet den jungen Wächter dazu, ihr das Kämpfen beizubringen.
Nach und nach vermischt sie Tanz mit Kampf und entwickelt ihren ganz eigenen Stil ...

Divya ist eine angenehme Protagonistin, durch deren Augen man die Geschichte miterleben kann. Ihre Gedanken und Gefühle werden gut dargestellt - vor allem auch die Unsicherheit über ihre Herkunft und Zukunft. Man erlebt mit, wie Divya von einem Mädchen nach und nach zu einer Frau wird. Sie weigert sich, das Leben so wie es ist als gegeben hinzunehmen und kämpft dafür, angenommen und respektiert zu werden.
Ohne zu wissen, wie ihr geschieht, gerät Divya schließlich inmitten einer Rebellion und wird auch noch eine der Drahtzieherinnen, ohne sich dessen ganz bewusst zu sein. Hier muss sie zeigen, was wirklich in ihr steckt.

Die dargestellte Welt ist um einiges vielfältiger, als die Inhaltsangabe des Verlages erahnen lässt. Tatsächlich herrscht in Pandrea eine Art Diktatur, gegen die die Bewohner machtlos zu sein scheinen. Überhaupt gibt es viel Mysteriöses und Ungeklärtes um den momentanen Herrscher. Und dann ist da noch das Zigeuernvolk, das von den übrigen Stadtbewohnern gemieden und vom Herrscher unterdrückt wird - um dieses Volk ranken sich viele Geschichten, dabei gibt es keine näheren Informationen, bis Divya der Sache selbst nachgeht.

Ich mochte sehr diesen Assassinen-Einschlag, den Tajan zu haben scheint und der sich auch in Divyas heimlichen nächtlichen Ausflügen über die Dächer der Stadt widerspiegelt. Auch der orientalische Flair trägt einiges zu einer faszinierenden Atmosphäre bei. Die Ausbildung der höheren Töchter hat mich nicht selten an Haremsdamen denken lassen und auch die beschriebene Stadt un das trockene, heiße Klima ließen Gedanken an Sand und Hitze aufkommen.


Spannende und wunderschön bildhaft geschilderte Geschichte - man hätte sicher noch mehr aus den politischen Intrigen und dem starren Rechtssystem herausholen können, doch im Gesamten ist Die Messertänzerin einfach ein gutes Jugendbuch.



Dank an
Ueberreuter




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