Samstag, 13. August 2011

To be Continued ... #4

(c) Ace
Patricia Briggs, Hunting Ground (Alpha & Omega 2)
1. Cry Wolf

Im zweiten Band der Alpha & Omega-Reihe kommen Anna und Charles sich schon beträchtlich näher - tatsächlich sind sie inzwischen verheiratet. Allerdings kämpf Anna immer noch mit ihrer Unsicherheit und arbeitet nboch ihrer Traumata auf. Auch Charles tut sich nicht leicht damit, seinen Beschützerinstinkt zu unterdrücken und Anna für sich selbst kämpfen zu lassen. Brother Wolf hilft ihm dabei auch nicht sonderlich.
Knapp gesagt geht es im zweiten Teil um ein Treffen der Werwolf-Clans in Seattle, da diese über ein eventuelles Outing in der Öffentlichkeit diskutieren wollen. Nicht nur sind sich die verschiedenen Gruppierungen unsicher, auch eine Vampirattacke macht die Verhandlungen nicht einfacher. Die Werwölfe sehen sich mit einer Art von Angriff konfrontiert, wie sie ihn noch nie erlebt haben - und auch Anna und Charles bleiben keine unbeteiligten Beobachter.

Alles in allem ist die Fortsetzung nicht so gut oder fesselnd wie Cry Wolf, dabei aber immer noch äußerst unterhaltsam und durchaus lesenswert. Da der zweite Teil in mehrbändigen Romanen oft schwächelt, möchte ich dem nicht mehr Gewicht zukommen lassen als nötig.
Die Beziehung zwischen Anna und Charles vertieft sich und lässt auch Platz für schwärmerische Gedanken und befriedigt romantische Seelen. Dabei geht es natürlich nicht immer einfach zu - was schließlich die Beziehung der beiden ausmacht und sie als Paar aus der perfekten Twilight-Masse herausstechen lässt. Es geht erwachsen und zielorientiert zu - dabei werde  auch die psychologische, sowie die magische Komponente nicht außer Acht gelassen.



(c) Script 5
Bettina Belitz, Scherbenmond (Splitterherz 2)
1. Splitterherz

Seit Elisabeth den Nachtmahr Colin kennen gelernt hat, hat sich ihr gesamtes Leben verändert. Neue Perspektiven und Möglichkeiten haben sich aufgetan. Vor allem aber, erscheint ihr die Welt nun um einiges gefährlicher. Denn nicht nur Colin, sondern auch Elisabeths Vater ist verschwunden und sie weiß nicht, ob er noch lebt oder von Nachtmahren ermordet worden ist. Nur dass sie den letzten Wunsch ihres Vaters erfüllen muss, das ist ihr klar. Und so macht sie sich nach Hamburg auf - auf der Suche nach ihrem Bruder, der sich weigert an Nachtmahre und unbekannte Gefahren zu glauben und dabei selbst in den größten Schwierigkeiten steckt ...

Wie schon beim ersten Band habe ich auch bei Scherbenmond das Lesen genossen. Die Geschichte geht so flüssig und spannend voran, das man sich der Magie schwer entziehen kann.
Ein Manko war aber vor allem das der Charakterzeichnung. Beinahe alle Charakter wirken flacher und unglaubwürdiger. Dabei sticht vor allem Colin mit unpassenden Aussagen und gezwungen wirkenden Dialogen hervor. Auch Ellie selbst war mir teilweise unverständlich und seltsam flach. Hier hätte ich mir mehr erwartet.
Ganz anders ist aber die Entwicklung Tillmanns. Von ihm erfährt man deutlich mehr - und was man da so über seine Person erfährt, ist äußerst interessant und verleiht ihm Tiefe. Vor allem macht es ihm zu einem sympathischen Charakter.
Der Plot im Gesamten hat es mir sehr angetan. Der ist spannend und besticht immer wieder mit neuen Wendungen und Entwicklungen. Teilweise werden vorsichtig Krimi-Elemente hineingewoben, was ein wenig von Elisabeths hin und wieder zu dick aufgetragenden Depression ablenkt.
Persönlich hat mir der Inhalt des zweiten Teils besser gefallen als der von Splitterherz, dafür hat der erste Band aber mit besserer Charakterzeichnung und gewitztere Dialoge geglänzt.
Etwas störend empfand ich auch die ständigen Anspielungen auf Sex und Elisabeths Besessenheit davon - davon hätte es ruhig etwas weniger sein können.

Alles in allem handelt es sich um eine gelungene Fortsetzung von Splitterherz. Lesenswert für Fans des ersten Teils.


(c) Lyx
Jennifer Fallon, Der Palast der verlorenen Träume (Gezeitenstern-Saga 3)
1. Der unsterbliche Prinz 2. Die Götter von Amyrantha

Auch im dritten Teil sucht Cayal noch verzweifelt nach einem Weg zu sterben. Und Dank Lukys ist er diesem Ziel nun näher als er es sich je gedacht hätte. Denn dieser hat wohl einen Weg gefunden, wie die Unsterblichen Sterblich gemacht werden können.
Inzwischen muss sich Arkardy mit ihrer neuen Rolle als Sklavin arrangieren und lässt dabei ihren Charme, ihre Raffinesse, ihr Charisma und vor allem ihr Verhandlungsgeschick spielen.
Und auch Declan hat es nicht leicht. Der erste Spion ist nun ein Unsterblicher - wo doch zum einen jeder gedacht hatte, es gäbe keine Möglichkeit mehr, unsterblich zu werden, und Declan geschworen hatte, gegen die Unsterblichen anzukämpfen und sie zu Fall zu bringen. Anders als Cayal macht sich Declan etwas zielgerichteter auf die Suche nach Arkardy - schließlich liebt er sie schon von Kindheit an und hat wirklich Arkardys Wohl am Herzen. Cayal dagegen ist mehr mit der Aufgabe beschäftigt, für Lukys Unsterbliche  in Jelidien zusammenzutreiben, die ihm helfen sollen, zu sterben. Dort allerdings erwartet auch der wiedererweckte Kentravyon die anderen Unsterblichen - und der hat noch eine Rechnung zu begleichen.
Währenddessen kehrt Stellan Desean mit der verschollen geglaubten Prinzessin Nyah nach deren Heimat zurück und offenbahrt dabei, dass er noch am Leben ist.
Diala, Jaxyn, Syrolee und elyssa ziehen weiterhin an ihren politischen Fäden und intrigieren was das Zeug hält - dabei bekämpfen sie sich auch gegenseitig und spielen sich gegeneinander aus.

Lustig, episch, intrigant und einfach sagenhaft gut geht es weiter. Keine Seite ist verschwendet, kein Wort zu viel. Jennifer Fallon schafft es, eine perfekte Balance zu schaffen, so dass der geneigte Leser nie den Überblick über die vielen verschiedenen Charaktere verliert. Sie flechtet immer wieder Rückblenden und kleine Erklärungen ein, die es einem leicht machen, den Geschehnissen zu folgen, auch wenn es seit dem letzten Band schon ein wenig her ist.
Absolut fantastisch und vollkommen nach meinem Geschmack sind dabei (wie schon in den Bänden davor) die Intrigen und Gruppierungen - die Art, wie Menschen und Gruppen beeinflusst werden (oft, ohne es zu merken), die gefinkelte Art, wie sich die Unsterblichen gegeneinander ausspielen - und was für weitreichende Konsequenzen das hat. Gerade die vielen Erzählstränge helfen dabei, ein gutes und umfassendes Gesamtbild zu bekommen und sich vollkommen von den unglaublich gut durchdachten Verwicklungen mitreißen zu lassen.

Durch und durch gelungen - und auch noch nach Teil 3 meiner Meinung eine der besten High Fantasy-Sagas, die derzeit am Markt sind. Wer noch nicht begonnen hat, sollte das jetzt tun. Sofort.
Einzige Kritik gibt es für die deutsche Titelübersetzung: Auf Englisch heißt's "The Palace of Impossible Dreams" - warum dann nicht auch "Der Palast der unmöglichen Träume" - schließlich ist genau von dem die Rede im Buch, nicht von "verlorenen Träumen".

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