Sonntag, 27. März 2011

[Rezension] Ralf Isau, Der verbotene Schlüssel

(c) cbj
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
512 Seiten
ISBN: 978-3-570-13834-2
€ 18,99 [D] | € 19,60 [A] | CHF 29,90



Inhaltsangabe (lt. Klappentext):
"Wer diesen Schlüssel benutzt, kann großes Unheil auslösen und die ganze Welt zum Stillstand bringen!"
Absurd, findet die 14-jährige Sophia. Ihr Großvater, den sie nie gekannt hat, hat ihr ein wirklich merkwürdiges Erbe hinterlassen: ein komplexes kleines Uhrwerk, verpackt in einem wertvollen Fabergé-Ei - und dazu einen verlockenden kleinen Schlüssel. In einem Brief an Sophia warnt der Großvater seine Enkelin allerdings eindringlich davor, den Schlüssel unüberlegt zu benutzen und die Uhr aufzuziehen: Sie setzt das Räderwerk in Gang - und wird in ein seltsames, gefährliches Reich hineingesogen.
Mekanis, das perfekte, gefühllose Land, erwacht durch sie zu neuem Leben. Und Sophia ist keineswegs allein: Theo, ein ebenso rätselhafter wie anziehender Junge, ist seit Jahrhunderten in dieser Welt gefangen. Und der dunkle Herrscher von Mekanis lauert mindestens ebenso lange auf die unheilvolle Chance, die Sophie ihm jetzt eröffnet.


Zum Buch:
So ganz einfach fällt es mir nicht, dieses Buch zu bewerten. Augenscheinlich waren einige, recht auffallende, Details, die für mich normalerweise zu einem Buchabbruch geführt hätten. Dennoch hatte mich die Geschichte im Griff und ich konnte nicht anders, als die Geschichte bis zum Ende zu verfolgen.

Erzählt wird aus Sophias Perspektive, allerdings immer wieder durch verschiedene Narrationsstränge unterbrochen, die kapitelweise übernehmen. So erhält Sophia unter anderem ein Buch ihres verstorbenen Großvaters, aus dem hin und wieder ein Stück abgedruckt wird. Und auch Theos Erzählungen übernehmen ein paar Kapitel.

Eine Bindung an die Charaktere fällt schwer. Die beiden Protagonisten erzählen zwar so einiges von sich und von ihrer Vergangenheit - warm konnte ich mit ihnen aber dennoch nicht werden. Theos platte Anmachen und Sophias Reaktionen darauf waren zeitweise einfach nur unpassend und unrealistisch (dabei aber für jüngere Mädchen wahrscheinlich sehr süß zu lesen).
Generell kamen die Dialoge oft sehr flach daher und gerade aufgrund der Unterhaltungen empfand ich die Beziehung zwischen Sophia und Theo einfach nur als seltsam und absolut unglaubwürdig. Ja, Fantasy hat oft wenig mit der Realität zu tun (oft aber doch), dennoch sollten die Grundbedingungen stimmen. Emotionen sind in jeder Realität fühlbar und sollten es auch für den Leser sein.

Auch die Handlung ist recht vorhersehbar, was im Grunde nicht stören muss. Schließlich handelt es sich hier um eine gute Grundidee, die eine wunderschöne Botschaft beinhaltet. 
Sehr auffällig war vor allem Theos Part. Er erzählt von seiner Zeit in Mekanis und eine Parallele ist  kaum zu übersehen: Er ist Dorothee in "Der Zauberer von Oz". Setting, Begleiter, Aufgabe - all das erinnert sehr an die berühmte Geschichte. Da dieser Handlungsstrang aber nur einen klein der gesamten Geschichte einnimmt, mag es den meisten gar nicht auffallen.

Mir hat vor allem die Idee der Geschichte gefallen. Isau spielt mit dem Gedanken, was mit verlorener Zeit geschieht und wenn Gefühle an die zweite Stelle rücken. Gerade die Thematik der Zeit ist immer wieder eine spannende, da wir die Zeit zwar spüren, niemals aber zu fassen bekommen.


Empfehlung für die angesprochene Altersgruppe (lt. Verlag ab 12) gibt es allemal. Leseratten dieses Alters werden Der verbotene Schlüssel wohl lieben und können sich den einen oder anderen Gedanken über die angesprochenen Themen machen. Fortgeschrittenere Leser werden es etwas schwerer haben, in die Geschichte einzusteigen - aber es lohnt sich.




Herzlichen Dank an
cbt









Kommentare:

  1. Na dann bin ich mal gespannt, wie mir das Buch gefällt :D Ich habe es nämlich zu Weihnachten geschenkt bekommen und bin schon sehr neugierig darauf.

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  2. Ich hab das Buch bereits in der Buchhandlung gesehen und wusste nicht genau, was ich davon halten sollte. Es sah zwar interessant aus, aber ich war etwas zwiegespalten.
    Danke für die Rezi, nun werd ich es wohl nicht so schnell auf meine Wunschliste setzen.

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