Freitag, 30. April 2010

[Rezension] Elisabeth Herrmann, Lilienblut


Ab 13 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-16061-9
€ 17,95 [D] | € 18,50 [A] | CHF 31,90 (UVP)

Verlag: cbt


Inhalt (lt. Klappentext):
Es ist Sommer und der Rhein glitzert besonders silbern und verführerisch. Sabrina und ihre beste Freundin Amelie können stundenlang am Fluss sitzen, voller Fernweh und Hunger auf das, was Amelie "das Leben" nennt. Aber während Amelie vom Abhauen und der großen Freiheit träumt, scheint Sabrinas Zukunft festgelegt zu sein - soll sie doch den Weinberg ihrer Mutter übernehmen. Alles in Sabrina wehrt sich gegen dieses vorbestimmte Leben... Und dann lernen die beiden Mädchen einen Jungen kennen, der so ganz anders ist als alle Landratten und Winzersöhne.
Von dem 19-jährigen Kilian, der mit seinem Schiff einsam und allein am geheimnisvollen "toten Full" ankert, geht eine verstörende Anziehungskraft aus. Amelie verfällt ihm sofort - und will über Nacht mit ihm abhauen. Am nächsten Morgen findet man ihre Leiche. Und Kilians Schiff ist verschwunden...

Zum Buch:
Es sollte ein aufregender Tag werden, doch alles scheint an Sabrinas 16. Geburtstag schief zu laufen. Dabei waren alle Voraussetzungen gut: Sommerferienbeginn, eine Überraschung, von der ihre Mutter schon seit Wochen sprach, ein wenig feiern am Strand mit der besten Freundin. Stattdessen entpuppt sich dieser Tag als der Beginn eines Alptraums. So erfährt Sabrina, dass das geheimnisvolle Geschenk ihrer Mutter ein eigener Weinberg ist - und Sabrina fühlt sich damit unter Druck gesetzt und der Zukunft beraubt. Am Strand mit ihrer besten Freundin Amelie hat diese nur Augen für Jungs und ganz besonders für den unbekannten Schiffer, der mit seinem guten Aussehen beide Mädchen in den Bann schlägt. Doch nach einem durchdringenden Blick auf Sabrina ist der bald verschwunden. Amelie lässt das nicht so leicht auf sich sitzen und stiftet Sabrina an, sich auf die Suche nach dem Unbekannten zu begeben. Sie finden ihn und seinen Lastkahn versteckt im Naturschutzgebiet und dringen in das Boot ein.
Dort lernen sie Kilian kennen, der zwar wortkarg ist, doch davon lässt sich Amelie nicht aufhalten: Sie flirtet und kokettiert und tut alles, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Sabrina derweil ist verwirrt. Sie glaubt sicher, dass eine Zärtlichkeit in der Art liegt, wie Kilian mit ihr umgeht, die er bei Amelie nicht an den Tag legt, doch ist sie sicher, dass Kilian nur Augen für die wunderschöne Amelie hat. Die beiden werden auf ein Abendessen am Schiff eingeladen und sagen zu.
Auf dem Weg dorthin bittet Amelie Sabrina, sie mit Kilian alleine zu lassen, um Zeit allein mit ihm verbringen zu können. Sabrina ist beleidigt, geht aber. Am nächsten Tag wird Amelies Leiche gefunden und Kilian ist weg.
Ein harter Sommer für Sabrina beginnt. Sie versucht mit der Trauer zurecht zu kommen und kann gleichzeitig nicht akzeptieren, dass niemand Amelies Mörder kennt und auch die Polizei nicht weiter weiß. Irgendwann nimmt sie die Dinge selbst in die Hand und stößt auf einige Ungereimtheiten... Die Situation spitzt sich zu, doch es sollen noch Monate vergehen, bis das Rätsel gelöst werden kann. Währenddessen hat Sabrina nicht nur mit ihren Gefühlen im Bezug auf Amelies Tod zu kämpfen, sondern auch mit denen Kilian gegenüber - was würde ihre Freundin davon halten, wenn Sabrina sich in den vermeindlichen Mörder verliebt hätte?

Rezeption:
Was den Inhalt angeht, ist "Lilienblut" ein spannend und gut durchdachter Jugendthriller. Es kommen immer neue Elemente ins Spiel, die das Interesse wach halten und immer wieder ein Stirnrunzeln hervorrufen. Bis zum Schluss war ich mir nicht eindeutig sicher, wer der Mörder ist oder inwiefern alle Geschehnisse zusammenhängen.
Sabrina ist ein sympathischer Charakter. Sie versucht herauszufinden wer sie ist, was ihr im Schatten der schönen, selbstsicheren Amelie ebenso schwer fällt, wie unter dem Druck ihrer Mutter, die sich nichts sehnlicher wünscht, als dass Sabrina ebenso Winzerin wird wie sie selbst. Erst nach Amelies Tod findet Sabrina langsam zu sich selbst, indem sie vieles in Frage stellt und eine neue Freundin findet. Die Suche nach Amelies Mörder wird zu gleich eine der Selbstfindung. Nebenbei muss Sabrina auch mit den Alltagsproblemen wie Schule, Familie, Liebe und Eifersüchteleien unter Freunden zurechtkommen, denn dass sie Amelies Tod nicht einfach auf sich beruhen lassen kann, ist für ihre Umgebung nicht so leicht zu akzeptieren. Immer wieder benutzt sie Amelies Tagebuch als eine Art Orakel und kann nicht recht Abschied nehmen.
Der Schreibstil Herrmanns ist angenehm, zum Teil amüsant, in manchen Passagen melancholisch - im Grunde immer der Situation angepasst und so gewählt, dass der Leser sich perfekt in die Figuren hineinleben kann. Die Action-reichen Situationen sind spannend dargestellt und auch mit romantischen Szenen weiß die Autorin umzugehen.

Ich denke, viel mehr brauche ich an dieser Stelle nicht zu sagen. "Lilienblut" eignet sich für alle, die Thriller mögen, noch besser für jene, die in das Genre einsteigen wollen, und bietet eine große Bandbreite an Gefühlen. Absolut lesenswert.


Zur Autorin:
Elisabeth Herrmann geboren 1959 in Marburg/Lahn kam erst auf Umwegen zum Schreiben. Nach einer abgebrochenen Lehre als Bauzeichnerin arbeitete sie zunächst als Betonbauerin und Maurerin, ehe sie auf dem Frankfurter Abendgymnasium ihr Abitur nachholte und ein Studium absolvierte. Heute arbeitet sie als Fernsehjournalistin für den RBB und lebt in Berlin.


Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich herzlich bei



***
Nebenbei:
Ich habe gerade entdeckt, dass "Leviathan" von Scott Westerfeld auf Deutsch bei cbj erscheint! Ich habe es ja auf Englisch gelesen und war begeistert... mit wirklich tollen Zeichnungen von Keith Thompson!
Erscheinungstermin ist der 27.9.2010

Donnerstag, 29. April 2010

[Stöckchen] Bücher

Gefunden bei Shiku.
Blau: gelesen
Grün: im Regal
Lila: angefangen

001. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien
002. Die Bibel
003. Die Säulen der Erde, Ken Follett
004. Das Parfum, Patrick Süskind
005. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
006. Buddenbrooks, Thomas Mann
007. Der Medicus, Noah Gordon
008. Der Alchimist, Paulo Coelho
009. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling
010. Die Päpstin, Donna W. Cross
011. Tintenherz, Cornelia Funke
012. Feuer und Stein, Diana Gabaldon
013. Das Geisterhaus, Isabel Allende
014. Der Vorleser, Bernhard Schlink
015. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe
016. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón
017. Stolz und Vorurteil, Jane Austen
018. Der Name der Rose, Umberto Eco
019. Illuminati, Dan Brown
020. Effi Briest, Theodor Fontane
021. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling
022. Der Zauberberg, Thomas Mann
023. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell
024. Siddharta, Hermann Hesse
025. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
026. Die unendliche Geschichte, Michael Ende
027. Das verborgene Wort, Ulla Hahn
028. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
029. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse
030. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley
031. Deutschstunde, Siegfried Lenz
032. Die Glut, Sándor Márai
033. Homo faber, Max Frisch
034. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
035. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera
036. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
037. Owen Meany, John Irving
038. Sofies Welt, Jostein Gaarder
039. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
040. Die Wand, Marlen Haushofer
041. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving
042. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez
043. Der Stechlin, Theodor Fontane
044. Der Steppenwolf, Hermann Hesse
045. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee
046. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann
047. Der Laden, Erwin Strittmatter
048. Die Blechtrommel, Günter Grass
049. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque
050. Der Schwarm, Frank Schätzing
051. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks
052. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling
053. Momo, Michael Ende
054. Jahrestage, Uwe Johnson
055. Traumfänger, Marlo Morgan
056. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger
057. Sakrileg, Dan Brown
058. Krabat, Otfried Preußler
059. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren
060. Wüstenblume, Waris Diris
061. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro
062. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson
063. Mittsommermord, Henning Mankell
064. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell
065. Das Hotel New Hampshire, John Irving
066. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi
067. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse
068. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher
069. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling
070. Tagebuch, Anne Frank
071. Salz auf unserer Haut, Benoite Groult
072. Jauche und Levkojen , Christine Brückner
073. Die Korrekturen, Jonathan Franzen
074. Die weiße Massai, Corinne Hofmann
075. Was ich liebte, Siri Hustvedt
076. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers
077. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé
078. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt
079. Winnetou, Karl May
080. Désirée, Annemarie Selinko
081. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig
082. Garp und wie er die Welt sah, John Irving
083. Die Sturmhöhe, Emily Brontë
084. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern
085. 1984, George Orwell
086. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy
087. Paula, Isabel Allende
088. Solange du da bist, Marc Levy
089. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel
090. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho
091. Der Chronist der Winde, Henning Mankell
092. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow
093. Schachnovelle, Stefan Zweig
094. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski
095. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi
096. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski
097. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas
098. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel
099. Jane Eyre, Charlotte Brontë
100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

Gelesen: 23
Im Regal: 12
Angefangen: 3

Kann man noch verbessern, aber die meisten anderen Bücher interessieren mich eigentlich nicht so :)

Dienstag, 27. April 2010

[Blogparade] Büchersammelsucht

Alexandra fragt, mit welchem Buch unsere Sucht begonnen hat...

Wie wohl bei den meisten, ist das auch bei mir nicht eindeutig zu beantworten. Denn meine ersten Bücher hatte ich von meiner Mutter - das waren ihre eigenen Jugendbücher die sie ebenso verschlungen hat wie ich damals. Viele Bücher hatte ich in jungen Jahren nicht, deswegen mussten sie von Mama geklaut werden - obwohl die mir ihre alten Bücher gerne gegeben hat. Die Ärmste musste mir nämlich immer endlos lange Gute-Nacht-Geschichten vorlesen - und ist dabei immer vor mir eingeschlafen. Sobald ich also lesen konnte (ist auch schon 14 Jahre her...) hat sie sich gefreut und sich ihre verdiente Nachtruhe im eigenen Bett gegönnt.



















Bis ich 10 oder 11 Jahre alt war begleiteten mich ständig Der Trotzkopf, Jahre der Erfüllung, Nachtmittag mit Harlekin, Meine große Schwester und ich, Heidi, Andrea und Viktoria, Dori, Das Mädchen Bibernell und natürlich die Gulla-Reihe. Die habe ich vergöttert und so oft gelesen, dass ich wohl jede Seite auswendig kann!
In die modernere Jugendliteratur haben mich schließlich Kai Meyer und Philip Pullman geführt - lustigerweise ziemlich zeitgleich. Und besser noch: Die Themen der beiden Trilogien sind sich alles andere als unähnlich.
Die fließende Königin war mein erstes Buch von Kai Meyer - und ich habe mich sofort verliebt in Merle, ins verzauberte Venedig und in Serafin... Meine Mutter hat es gelesen und war ebenso begeistert. Da war natürlich klar, dass wir die Augen offen hielten nach Das steinerne Licht und Das gläserne Wort. Die hatte ich dann schon bald nach deren Erscheinungstermin.






















Mit Pullmans His Dark Materials-Trilogie ging es mir nicht viel anders, nur, dass ich die Geschichte noch genialer fand als Meyers. Pullman wagt mehr, spielt mit Religion, Wissenschaft und Politik und eröffnet einem nicht nur eine neue Welt sondern auch eine neue Sicht auf die eigene Welt und deren Regeln und Werte. Der goldene Kompass bekam ich zum Geburtstag geschenkt, danach lieh ich mir die anderen zwei Teile in der Bibliothek aus (da war ich etwa alle zwei Wochen, um Buchnachschub zu besorgen) und irgendwann musste ich die auch haben. Auf dem Bild sind allerdings nicht die Ausgaben vertreten, die ich damals bekommen habe. Den Schuber habe ich mir erst vor etwa einem Jahr zugelegt, weil meine Taschenbuch-Versionen schon auseinander gefallen sind - absolut zerlesen...

Irgendwann bekam ich dann die restlichen Teile des Trotzkopfs und all diese Bücher dürften wohl den Grundstein für meine heutige Büchersammlung gelegt haben.
Ich bekam hin und wieder ein Buch geschenkt und dann irgendwann, habe ich begonnen auch selbst Bücher zu kaufen. (Ich wollte meine Eltern ja nicht finanzielle ruinieren.)






















Cindy träumt vom Tanzen und Was geschah mit Frau Grün kamen zur Sammlung dazu und natürlich noch einige weitere. Unter anderem auch Harry Potter - wer mein Jahrgang ist, kam gar nicht an diesen Büchern vorbei. Unmöglich!
Faszinierend habe ich die Bücher natürlich gefunden, aber was mir persönlich noch wichtiger ist, ist die Tatsache, dass ich durch Harry Potter angefangen habe englische Bücher zu lesen. Denn eines Tages kam mein Vater von einer Geschäftsreise nach London zurück und brachte mir Harry Potter and the Order of the Phoenix. Da habe ich mich durchgekämpft und bemerkt, dass es irgendwie ganz anders ist, Bücher auf englisch zu lesen... Alle Bücher von HP habe ich nicht auf Englisch - da hatte sich meine Leseleidenschaft schon längst auf andere Gebiete erstreckt...


So viel dazu... Ich bezweifle stark, dass ich jemals aufhören werde Bücher zu sammeln - weswegen mir im übrigen dieser eBook-Hype nicht gefällt. Meine Bücher müssen im Regal stehen und ich muss sie immer vor Augen haben können... Nichts macht ein Zimmer wohnlicher als ein Haufen Bücher!


Montag, 26. April 2010

Viel zu tun...

In nächster Zeit wird es wohl etwas ruhiger werden, was Rezensionen angeht. Ich muss einiges für die Uni lesen und lernen - schließlich hab ich ab nächster Woche 3 Prüfungen, die will ich nicht versauen :)

Damit ihr aber schon mal wisst, worauf ihr euch danach freuen könnt:
Rezensionsexemplare stehen im Regal und wollen gelesen werden...

+ Herrmann, Lilienblut (lese ich gerade) [Verlag: CBT]
+ Castle, Schokoherz [Verlag: Marion von Schröder]
+ Schwartz, Grim - Das Siegel des Feuers [Verlag: Lyx]
+ Kizer, Meridian [Verlag: Pan]
+ Williams & Beale, Die Drachen der Tinkerfarm [Verlag: Klett-Cotta]
+ Plaschka, Die Magier von Montparnasse [Verlag: Klett-Cotta]
+ Leavitt, Keturah - Gefährtin des Todes [Verlag: Hanser]
+ Bargmann, Sayuri [Verlag: Arena]
+ Babendererde, Die verborgene Seite des Mondes [Verlag: Arena]


Ich freu mich schon, über die Bücher rezensieren zu können! Bis dahin heißt es: lernen, lernen, lernen +seufz+


Donnerstag, 22. April 2010

[Rezension] Carrie Ryan, The Forest - Wald der tausend Augen


Erschienen: August 2009
ISBN-10: 3-570-16049-1
EAN: 9783570160497
Einband: gebunden
Erschienen bei: Bertelsmann Verlag
Seitenzahl: 397

Inhalt (lt. Klappentext):
Ein Dorf mitten im Wald, umgeben von einem hohen Zaun - hier lebt Mary nach den strengen Regeln der Schwesternschaft, die die kleine Gemeinschaft von jeher führen und schützen. Doch es kommt der Tag, da fühlt sich Mary von diesen Regeln verraten. Sie findet Dinge heraus, die sie nie wissen wollte. Über die Schwestern und ihre Geheimnisse, über die Wächter und ihre Macht. Aber erst als der Zaun durchbrochen und das Dorf überrannt wird, erkennt Mary die schlimmste Wahrheit von allen - wie unbarmherzig die Ungeweihten wirklich sind. Jetzt muss sie sich entscheiden. Zwischen ihrer Angst und ihrem Traum von einer anderen Zukunft, zwischen dem Mann, dem sie versprochen ist, und dem einen, den sie liebt. Kann es Leben außerhalb einer Welt geben, die vom Tod beherrscht wird? Und ist Mary stark genug, den Weg durch den Wald der tausend Augen zu überstehen?

Zum Buch:
Man stelle sich eine Welt vor, die von einem unbarmherzigen Virus heimgesucht wurde. Ungeweihte besiedeln das Land und gieren nach dem Fleisch der Lebenden - wer von ihnen gebissen wird, wird selbst ein Ungeweihter, ein Untoter. An eine Zeit vor der "Rückkehr" kann sich niemand mehr erinnern. Es gibt Geschichten, doch Häuser, die in den Himmel ragen und das Meer sind abstrakte Vorstellungen. Für Mary gab es ihr Leben lang nur das Dorf, in dem sie aufgewachsen ist. Es ist umgeben von einem Zaun, der die Ungeweihten davon abhält, das Leben der Dorfbewohner zu stören. Doch Mary kennt auch die Geschichten von Meer und im Gegensatz zu den anderen, glaubt sie daran. Sie ist sich sicher, dass es noch mehr geben muss, als das umzäunte Dorf. Dass es noch andere Menschen geben muss, Menschen, die den Ungeweihten nicht zum Opfer gefallen sind.
Der Tag, an dem ihr bester Freund um ihre Hand anhält, ist der Tag, an dem ihre Mutter gebissen wird. Marys Leben ändert sich schlagartig. Der Vater ist schon seit Jahren verschwunden und nachdem auch die Mutter tot ist, beschließt Marys Bruder Jed, sie ins Münster der Schwesternschaft zu schicken. Mary zieht sich dort in ihrer Trauer zurück - bis zu dem Tag, an dem Travis - der Junge, den Mary liebt - in das Münster kommt. Er hat sich das Bein gebrochen und die Schwesternschaft verarztet ihn. Jeden Tag besucht Mary ihn und flüstert ihm Geschichten über das Meer ins Ohr. Über die Wochen hinweg kommen sich die beiden näher und entdecken, dass auch Travis sich in Mary verliebt hat. Doch die Erkenntnis kommt zu spät. Mary ist Travis Bruder Harry versprochen und Travis hat um die Hand ihrer besten Freundin angehalten...
All diese Probleme sind kurzfristig vergessen, als die Ungeweihten den Zaun durchbrechen und das Dorf unrettbar fällt. Den vieren und dem kleinen Jakob bleibt keine andere Wahl, als den unbekannten Pfad durch den Wald der tausend Augen zu betreten. Dort kommen sie an ihre physischen und emotionalen Grenzen, Mary kämpft verzweifelt um ihre und Travis Liebe, doch das ist schwer, wenn an jeder Ecke der Tod lauert.
Nur eines hält Mary aufrecht: Der Gedanke an einen Ausweg, der Gedanke an das Meer.

Rezeption:
Ich muss sagen, dass dieses Buch nicht im Geringsten so war, wie ich es erwartet habe. Was Carrie Ryan uns hier vorlegt ist eine Welt nach den Zombie-Filmen. Eine Welt, in der die letzten Überlebenden immer noch kämpfen - Generationen später. Und das gelingt ihr auch auf recht glaubhafte Weise. Durch die Abschirmung von allem Außenstehenden hat sich die Kultur zurückentwickelt. Hochäuser - Städte im heutigen Sinn - sind den Menschen kein Begriff mehr. Sie leben mit den Ressourcen, die sie zur Verfügung haben und legen alle größeren Entscheidungen in die Hände der Schwesterschaft, die über das Dorf wacht und die Vorgänge regelt. Man erkennt hier deutlich den Versuch, einen Halt in einer ansonsten unsicheren Welt zu erlangen. Das Leben ist der Huldigung Gottes ausgerichtet, die Feste der Schwesterschaft stehen über allem. Die Schwesternschaft verheiratet Paare, die potentiell die besten Nachkommen hervorbringen, um das Überleben zu sichern.
Mary ist eine Freidenkerin, die infrage stellt, was man ihr von Geburt an einzutrichtern versucht. Sie glaubt an mehr und ihr genügen nicht die knappen Antworten der Schwesterschaft. Ihr Traum ist es, das Meer zu finden - zu beweisen, dass es noch etwas anderes gibt. Unterstützt wird sie dabei allerdings nicht, denn jeder weiß, dass es zu gefährlich ist, das Dorf zu verlassen. Ohne den Einfall der Ungeweihten wäre Mary somit niemals in den Wald gelangt und hätte aus ihrer Vorstellung Realität machen können. Denn während die übrige Gruppe nur versucht, am Leben zu bleiben, hält Mary immer weiter nach Hinweisen Ausschau - die sie auch findet. Indirekt führt sie die anderen an und der vermeindlichen Lösung immer näher.
In diese Untergangsstimmung passt perfekt die Aussichtslosigkeit von Marys und Travis Liebe. Denn obwohl auch Travis sie liebt, fühlt er sich seinem Bruder und seiner Verlobten verpflichtet und Mary hat Angst vor den Konsequenzen, wenn sie mit Harry bricht... Das Drama, das sich hier ergibt ist eines voller Melancholie mit sanften Ausbrüchen, viel Herzschmerz und immer vom Todesgedanken begleitet. Das berührt und macht Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit deutlich. Schließlich denken diese jungen Leute, dass sie die letzten lebenden Menschen der Erde sind. Ihr Leben ist begleitet vom Tod: Sie verlieren Freunde, Geliebte und Familie. Und mit Vernichtung des Dorfes wird ihnen auch noch die letzte Konstante weggerissen.
Ich war berührt von der Geschichte, die oberflächlich doch recht emotionslos gestaltet wird - meiner Meinung nach aber die perfekte Erzählvariante. Mary als melancholischer Ich-Erzähler gibt der Geschichte einen glaubwürdigen und tiefen Charakter.

"The Forest" ist eine Geschichte von Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit, von Einsamkeit inmitten tausender Beobachter... Berührend und melancholisch erzählt.

Zusatzinformation:
Auf Englisch ist ein Sequel erschienen. "The Dead-Tossed Waves" setzt am geographischen Ausgangspunkt der ersten Geschichte an, Charaktere sind aber andere.

Montag, 19. April 2010

Infos und so

Nur um alle am Laufenden zu halten:

+ Zum einen gibt es jetzt eine genauere Beschreibung zu meinem Punktesystem. Und diese lautet wie folgt:
Ein Wort zu diesem System: Punktevergabe ist nicht leicht und vor allem ist sie immer subjektiv. Die Punkteanzahl, die ich einem Buch gebe allein kann nicht auf meine ganze Meinung schließen lassen. So gebe ich auch 4 Punkte, wenn das Buch im Vergleich zu anderen Büchern, denen ich die gleiche Punktanzahl gegeben habe, nicht mithalten kann, sofern besagtes Buch hält, was es verspricht. So lässt sich aus einem klassischen Liebesroman nicht eine Geschichte zaubern, die einem das gesamte Weltbild verändert - sondern es ist eben eine Geschichte, in der es um Liebe geht. Und in dieser Kategorie gibt es auch bessere und schlechtere Romane.
So viel ist also zu beachten, um kein falsches Bild zu bekommen.

+ Weiters habe ich meine SuB-Seite upgedated (denglish, sag ich nur!). Da ist jetzt mein Stapel aktuell und außerdem habe ich eine Liste mit rezensierten Büchern angelegt. Die führen mit direktem Link zur jeweiligen Rezension.

+ Zuletzt habe ich noch eine Wunschliste angelegt. Für Interessierte und Freunde, die nicht wissen, was sie mir zu gewissen Anlässen schenken sollen... (Dass mir Bücher gefallen, weiß jeder, nur haben alle Angst, ich könnte das Buch schon haben - nicht gerade unberechtigt...)

+ Falls es noch nicht bemerkt wurde, in der Kolumne rechts gibt es auch einen Teil, an dem Labels zu finden sind. Wer also gern nach Kategorien stöbert...

+ Der Vollständigkeit halber erwähne ich auch hier nochmals das E-Mail-Abonnement. Zu finden in der rechten Kolumne des Blogs.

Ich denke, das ist es so weit mit den Neuerungen.

Buchpremiere Martin Prinz,Über die Alpen

Heute erreichte mich ein Mail des C. Bertelsmann Verlags mit folgender Information, die vielleicht für den einen oder anderen interessant ist:

Martin Prinz ist vielleicht bekannt durch die Verfilmung seine Romans "Der Räuber". Nun stellt er sein neuestes Werk vor: Über die Alpen. Von Triest nach Monaco - Zu Fuß durch eine verschwindende Landschaft

Die Buchpremiere findet statt (Wiener werden sich freuen):
am Donnerstag, dem 22. April 2010
Stadtkino Wien, Schwarzenbergplatz 7-8, 1030 Wien
Beginn 19:30

Zusatzinformationen:
Im Gespräch mit Claus Philipp stellt Martin Prinz sein neues Buch vor und zeigt Fotos und Filme seiner abenteuerlichen Reise.

Der Eintritt ist frei.

Akkreditierung per Fax oder Mail heidrun.gebhardt@cbertelsmann.de



Zu Fuß auf dem Roten Weg durch die Alpen - das ist immer noch eines der großen Abenteuer im Herzen Europas.
Der österreichische Autor Martin Prinz machte sich im Mai 2008 in Triest auf, um in 161 Tagesetappen rund 2500 Kilometer bis nach Monaco zu gehen. Allein überquerte er mehrfach den Alpenheuptkamm, apssierte 44-mal nationale Grenzen, stieg bis ins hochalpine Stockwerk - Witterung, Hindernissen und Unwägbarkeiten ausgesetzt.

Martin Prinz fügt auf leichte und präzise Weise Erlebnisse, Geschichten und Fakten seines Abenteuers zu einem Buch, das in seinen vielschichtigen Dimensionen an große Vorbilder der europärischen Reiseliteratur erinnert. "Über die Alpen" ist eine faszinierende Reise durch eine Kulturlandschaft, in der der Leser ebenso unterwegs ist wie der Wanderer.

Autor:
Martin Prinz, geboren 1973, aufgewachsen in Lilienfeld in Niederösterreich, stammt aus einer Bergsteigerfamilie und lebt als Schriftsteller derzeit im Großen Walsertal.
(Pressetext C. Bertelsmann Verlag)

Informationen zum Buch:
Erschienen: April 2010
ISBN-10: 3-570-01053-8
EAN: 9783570010532
Einband: gebunden
Erschienen bei: Bertelsmann Verlag
Seitenzahl: 461


***
Ich muss bei Reiseerzählungen immer an zwei Dinge denken: A) Die Reiseberichte aus dem Mittelalter und elisabethinischen Zeitalter und B) an die vielen Romane die zum Thema Jakobsweg geschrieben wurde. Geht euch das auch so?

Sonntag, 18. April 2010

Man sehe und staune

Gerade hab ich mich an meine Lektüre von "The Forest" begeben wollen, da fällt mir das Cover ins Auge. Und erinnert mich an etwas. Aber an was? Ich ziehe ein anderes Buch hervor und entdecke:


Selbes Kleid, selbe Frau - andere Haare. Dass ein Bild für zwei Cover benutzt wird, hab ich ja schon erlebt - aber dass man das selbe Bild nimmt und die Haare verändert und dort eine Kette hinzufügt?
Komisch.

[Rezension] Susanne Rauchhaus, Schattenwesen


Erschienen: Jänner 2010
ISBN-10: 3-8000-5538-4
EAN: 9783800055388
Einband: gebunden
Erschienen bei: Carl Ueberreuter GmbH
Seitenzahl: 304

Inhalt (lt. Rückentext):
Folge deinem Schatten!
Die junge Künstlerin Kira steht vor einer großen Herausforderung: Sie soll ein Fresko restaurieren. Es befindet sich in den Kellergewölben eines alten Hauses und zeigt ihre mysteriösen Gastgeber. Cyriel ist einer von ihnen. Doch warum verhält sich der junge und attraktive Mann so abweisend? Und woher stammen all die Schatten, die Kira sieht, während sie in ihre Arbeit eintaucht? Scharrende Geräusche lassen Kira bald an ihrem Verstand zweifeln, bis sie merkt, dass sie in einem Haus voller Schatten gefangen ist.

Zum Buch:
Nach dem Selbstmord ihres Vaters steht die 19jährige Kira alleine da. Ohne Geld kann sie sich auch nicht ihren Traum ermöglichen: Kunstgeschichte zu studieren. Stattdessen verkauft sie den Großteil ihrer Sachen und versucht auch einige Bilder ihres Vaters gegen Geld einzutauschen. Da spricht sie eines Tages ein älterer Herr an, der ihr das Angebot ihres Lebens macht: Fünfundzwanzigtausend Euro soll sie bekommen, wenn sie sein Fresko restauriert.
Kira ist verblüfft, schließlich hat sie zwar viel von ihrem Vater gelernt, der bekannter Restaurator war, doch für so einen Auftrag hat sie bei Weitem nicht genug Erfahrung. Sie zögert nicht lange, den Auftrag anzunehmen, denn das Geld hat sie bitter nötig.
So kommt es, dass Kira für einige Wochen in das Anwesen der Nachtmanns zieht, um sich dort an die Arbeit zu machen. Die Überraschung folgt bald. Ruben Nachtmann, ihr Auftraggeber, lebt nicht nur mit seiner äußerst verschrobenen Familie zusammen, sondern hat auch noch eine Mitbewerberin engagiert. Anna ist eine junge Künstlerin, die den Gesichtern der Personen auf dem Fresko neues Leben einhauchen soll. Noch seltsamer und schockierender findet Kira, dass die Nachtmanns offensichtlich das vierhundert Jahre alte Kunstwerk mit ihren eigenen Gesichtern übermalen lassen haben. Obwohl Kira das als einen Frevel an dem Fresko ansieht, arbeitet sie kommentarlos an der Restauration.
Ihre Arbeit wird von Rubens Assistenten Cyriel de Vries überwacht und auch der wortkarge und abweisende junge Mann ist in dem Fresko verewigt.
Das alles könnte Kira akzeptieren, doch dann tauchen plötzlich immer wieder Schatten auf, sie sieht Türen, wo es keine gibt und eines Tages ist auch noch Anna spurlos verschwunden... und Kira weiß nicht mehr, wem sie vertrauen kann und wem nicht. Denn dass hier etwas gehörig falsch läuft, ist bald offensichtlich.

Rezeption:
Ich öffnete die Augen und wir sahen uns einfach nur an. Traurig und glücklich und traurig.
Obwohl das Buch nur gute 300 Seiten hat, ist die Geschichte sehr ausgefeilt. Für Kira bekommt der Leser schon bald ein gutes Gespür, besonders für ihre verzweifelte Lage, die ihr keine andere Möglichkeit geben, als auf Ruben Nachtmann Angebot einzugehen. Zugleich hat sie mit den Ursachen für den Selbstmord ihres Vaters zu kämpfen, die sie bis zur Lösung des Rätsels falsch interpretiert und bemerkt, dass der Selbstmord stärker mit der ganzen Geschichte verwoben ist, als sie sich je hätte vorstellen können.
Die Nebencharaktere sind gut gelungen und besonders positiv fällt auf, wie viel Tiefe diese bekommen, indem die Autorin sie nicht eindeutig in gut und böse einteilt. Stattdessen kann man sich lange nicht sicher sein, ob die Charaktere vertrauenswürdig sind oder nicht. Auffallend dabei ist Cyriels Figur, die bis zum letzten Drittel des Buches falsch interpretiert werden muss.
Der Erzählstil ist locker und angenehm zu lesen, die Dialoge überzeugen. Interessant ist, dass Rauchhaus sich entschieden hat, aus zwei Blickwinkeln zu schreiben. Kira berichtet als Ich-Erzählern, aber es gibt noch eine zweite Protagonistin, Jessy, über die in der dritten Person geschrieben wird. Dabei ist eine Weile nicht klar, in welcher Beziehung Jessy und ihre Erlebnisse zu Kiras Geschichte stehen. Was die Geschichte sehr spannend werden lässt.
Es kommt selten vor, dass ich den Vorgang der Dinge nicht erahnen kann, aber bei "Schattenwesen" war ich wirklich sehr lange im Unklaren. Nach einem recht ruhigen Anfang steigt die Spannung stetig, bis man endlich mitten in den unheimlichen Part geworfen wird. Das passiert übergangslos und erstaunt dabei umso mehr und macht Lust, weiterzulesen.

Spannend geschrieben, mit unerwarteten Wendungen, einem Schuss Grusel und Romantik - das sind die Elemente die diesen Roman aus- und sehr lesenswert machen.

5 von 5 Punkten, denn in "Schattenwesen" habe ich viel mehr gefunden, als ich zu finden erwartet habe. Uneingeschränkte Empfehlung für Fantasy-Freunde und solche, die es werden wollen.

Zur Autorin:
Susanne Rauchhaus 1967 in Gladbeck geboren, begann schon als Jugendliche mit dem Schreiben. Nach der Ausbildung zur Europasekretärin und einer Fortbildung zur Werbetexterin arbeitete sie in einer Hamburger Werbeagentur und in der Redaktion einer Fachzeitschrift. Heute lebt sie in der Nähe von Stuttgart. Sie schreibt Kurzgeschichten und Glossen für verschiedene Zeitschriften. »Der Hexenspiegel«, der 2008 erschienen ist, war ihr erster Roman. 2009 folgte
der Mystery-Thriller »Die Übersinnlichen«, im Januar 2010 der atmosphärische Mystery-Roman »Schattenwesen«.
Mehr unter: www.susanne-rauchhaus.de



Danke für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars an

Samstag, 17. April 2010

[Rezension] Julia Talbot, Dämonenherz



Erschienen: Februar 2010
ISBN-10: 3-547-71165-7
EAN: 9783547711653
Einband: gebunden
Erschienen bei: Verlag Marion von Schroeder
Seitenzahl: 396

Inhalt (lt. Rückentext):
Als Anna sich in den schönen, geheimnisvollen Carl Weller verliebt, ahnt sie nicht, in welche Gefahr sie sich begibt. Denn Carl darf nicht lieben. Um Macht und Reichtum zu erlangen, hat er vor Generationen seine Seele einem Dämon versprochen. Kann er erlöst werden? Kann Anna ihn und sich retten?

Zum Buch:
Anna Sternberg hat es nicht immer leicht gehabt im Leben. Pech in der Liebe und Pech im Beruf. Sie weiß nicht, wie sie ihre Rechnungen bezahlen soll und ihre kleine PR-Firma geht langsam aber sicher den Bach runter. Anna ist verzweifelt - und sie ist bereit, alles zu tun, um ihr Leben zu verbessern. Eine solche Chance sieht sie gekommen, als ihre ehemalige Schulkollegin Sandrine Anna darum bittet, ein PR-Konzept für ihre Gallerie auszuarbeiten. Guter Dinge und mit einem ausgefeilten Konzept begibt sich Anna zu Sandrine, nur um eine herbe Enttäuschung zu erfahren. Denn die unsympathische Sandrine hat nicht vor, Anna zu bezahlen - stattdessen bringt sie Anna dazu, ihr das Konzept als Freundschaftsdienst zu überlassen. Überrumpelt und enttäuscht trifft sich Anna mit ihrer besten Freundin Vicky in einem Café. Und das ist auch der Ort, an dem sie Carl Weller das erste Mal sieht.
Augenblicklich fühlt sie sich zu dem erfolgreichen Geschäftsmann hingezogen und beinahe gegen ihren Willen spricht sie ihn an und arrangiert die Möglichkeit auf den Job ihres Lebens. Ein nächtliches Treffen mit dem doch recht von sich überzeugten Weller führt zum Unvermeidlichen: Sie verbringen die Nacht miteinander und im Laufe dieser Nacht fallen Anna Dinge an Weller auf, die ihr nicht ganz normal erscheinen...

Rezeption:
"Dämonenherz" war tatsächlich sehr angenehm zu lesen. Der Stil ist flüssig und die Handlung geht stetig voran. Längen gibt es im Grunde keine - das wird schon durch die deutlich spürbare sexuelle Spannung zwischen Anna und Carl Weller verhindert.
In Anna findet man einen glaubwürdigen Charakter. Das Leben mit seinen Tücken hat ihr Selbstbewusstsein angeschlagen und so fühlt sie deutlich den Unterschied zwischen sich und erfolgreichen Personen wie Sandrine und Weller. Sie zweifelt an sich und an anderen, doch ihr gutes Herz lässt sich schnell entdecken. Ihre Familie und ihre Freundin Vicky bedeuten Anna alles und aus deren Liebe und Freundschaft schürt sie ihre Kraft und gerade ihr verwitwerter Vater gibt ihr Anlass, nicht aufzugeben. Ihre Begegnung mit Carl Weller bringt eine andere Seite in ihr zum Vorschein und sie bemerkt schon bald, dass sie ihr Leben nicht so gelebt hat, wie sie es hätte können.
Carl Weller ist Annas Gegenpart - und das ganz deutlich. Wo sie herzensgut und unsicher ist, ist er egoistisch und arrogant. Doch genau wie Anna trägt auch er sein Äußeres eher wie eine Maske. Unter all dem Gebaren steckt ein gebeutelter Mann, der vieles aufgeben musste und im Grunde nur nach Erlösung sucht. Im Laufe der Geschichte erfährt man, dass er seine Zukunft wegen eines unvermeidbaren Zwischenfalls aufgegeben hat - und das, was ihn zum Egoisten und Alleingänger macht, hat er durch eine einzige altruistische Tat hervorgerufen.
Blickt man dann aufs größere Bild, erkennt man doch einige altbekannte Muster: Heldin, Held, Bösewicht und ein paar unterstützende Freunde. Und die Liebe, die all das wie Kleber zusammenhält. Kommt bekannt vor - zieht aber immer noch gut. Wer also nichts dagegen einzuwenden hat, kann einige sehr interessante Dinge erleben. Von Vampiren bleiben wir auch in diesem Roman verschont, aber etwas Übernatürliches muss es natürlich sein - schwer zu erraten ist es nicht, aber die Autorin hat daraus auf jeden Fall einiges Neues herausgeholt.

Ein klassischer fantastischer Liebesroman mit viel erotischer Spannung, aber auch einer abwechslungsreichen ambivalenten Beziehung und interessanten Elementen.

4 von 5 Punkten. Dieser Roman hält genau das, was er verspricht und ist bestens geeignet für jene, die über die große Liebe in gefährlichen Umständen lesen wollen.

Zur Autorin:
Julia Talbot wuchs in Frankfurt a.M. auf. Die geheimnisvolle und leidenschaftliche Welt der Dämonen fasziniert sie seit ihrer Kindheit. Heute lebt sie als freie Autorin in Berlin.



Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an

Donnerstag, 15. April 2010

[Rezension (?)] Thomas Mann, Der Tod in Venedig

Novelle
Erschienen: 2001
ISBN-10: 3-596-11266-4
EAN: 9783596112661
Einband: kartoniert/broschiert
Erschienen bei: Fischer Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 144

Zum Buch:
Gustav von Aschenbach, rennomierter Autor und Kopfmensch, im Herbst seines Lebens, entscheidet, dass er eine Auszeit braucht, nachdem er einen seltsamen Fremden sieht, der ihm nicht ganz geheuer ist. Er macht sich also auf zur östlichen Adria und entscheidet von dort, dass er nach Venedig reisen möchte. Schon die Schifffahrt allein mutet eigenartig an. Er fühlt die Ewigkeit des Meeres, die ihn umgibt, eine Stille scheint über allem zu liegen. So ist es auch mit seiner Ankunft im Lido, über den ein Gondoliere Aschenbach führt. Etwas stimmt nicht mit seinem geliebten Venedig, es ist grau und düster, nebelverhangen liegt es vor ihm und ein übelkeiterregender Geruch steigt aus den Kanälen auf.
Im Hotel Excelsior und am Strand versucht Aschenbach seine Ruhe zu finden, das gelingt aber nur zum Teil, denn schon bald wird er auf den polnischen Jungen Tadzio aufmerksam, ein Knabe von vollkommener Schönheit, wie Aschenbach meint. Er warnt sich selbst vor Torheiten, kann aber nicht gegen das Gefühl in ihm an, das er dem 14jährigen gegenüber empfindet. Der alternde Schriftsteller labt sich an der Schönheit der Jugend, entdeckt immer neue Eigenschaften an Tadzio und merkt selbst, wie er dieser Vollkommenheit verfällt. Doch ebenso wird Aschenbald die Zartheit und Zerbrechlichkeit des Jungen bewusst - die schlechten Zähne, die blasse Haut.
Graduell wirft Aschenbach alle Vernunft von sich, verfolgt Tadzio und lebt in ständiger Angst, seine verbotene Leidenschaft könnte entdeckt werden. Aufzuhalten ist er allerdings nicht mehr. Sein Gefühl geht so weit, dass er auch noch in Venedig bleibt, als sich Gerüchte einer Seuche breit machen und der Tod seinen Schatten über La Serenissima wirft...

Rezeption:
Einfach zu lesen, ist "Der Tod in Venedig" bestimmt nicht. Aber das ist, so denke ich, auch nicht der Sinn der Existenz dieser Novelle. Und das wird schnell bewusst, wenn man beachtet, wie durchdacht diese Erzählung ist. Schon von Beginn an ist der Tod gegenwärtig, versteckt sich in kleinen Andeutungen und verschiedenen Boten, die als Menschen auftreten. Aschenbach wird langsam, aber stetig auf sein Schicksal zugeführt - das wird auch durch die düstere Stimmung Venedigs betont, der drohenden Seuche, den Zerfall Aschenbachs Wesen und früheren Werten.
Ich werde mich hier in keiner genauen Analyse des Inhalts und Stils ergehen - das ist nicht meine Aufgabe und auch nicht mein Ziel - und wird wohl eher kurz gehalten werden. Bei einer so berühmten Novelle ist es sinnlos, allzuviel über die mannigfachen Andeutungen zu schreiben, die in beinahe jedem Satz zu finden sind - je berühmter das Werk, desto größer die Anzahl der Analysen.
Was meine persönliche Meinung zu dem Buch angeht, gibt es allerdings schon das eine oder andere zu sagen. Wie gesagt, ist "Der Tod in Venedig" kein Page-Turner. Die Novelle punktet nicht mit actionreichen Elementen, Liebesgesäusel u.ä.. Die Sätze sind lang und langwierig, die Absätze geladen mit Gedanken und unterschwelligen Botschaften, so dass es schon ein wenig dauern kann, bis man einen Satz (und im Endeffekt die Novelle) verdaut hat.
Zu Beginn der Lektüre war es auch tatsächlich so, dass es mir an Konzentration und Motivation fehlte. Also habe ich es mir einfach gemacht: Studienkollegin und Freundin gebeten, dass sie mit mir gemeinsam liest. Ausgesehen hat das dann so, dass ich vorlas und sie zuhörte, durchsetzt mit Kommentaren (und viel Gelächter) von uns beiden. Auf diese Weise war die Erzählung recht schnell gelesen und auch ganz gut verarbeitet. Und das Wichtigste dabei war, dass wir ab einem gewissen Moment aufhören konnten, uns über die Langwierigkeit Manns Stils zu ergehen, sondern einfach nur noch die Schönheit der Worte genießen konnten. Aus einer gespaltenen Meinung wurde eine sehr positive - was allerdings für die Art der Erzählung und die Umsetzung gilt und weniger für Aschenbachs Obsession Tadzio gegenüber, denn von Pädophilie halten wir beide nicht so viel. Aber die Novelle war schließlich auch damals ein Skandal und soll es zum Teil wohl auch sein.
Ein Punkt, der gerade durch das laute Vorlesen offenkundig wurde, war jener, dass Mann es durchaus auch verstand, sich onomatopoeitisch auszudrücken, gewisse Szenen gewannen mit jedem Wort mehr an Plastik, das Grauen eines Traumes konnte besser dargestellt werden.
Der Stil, wie gesagt also, ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber dann umso schöner.

Um es kurz zu sagen: "Der Tod in Venedig" mag dem Einen oder Anderen vielleicht zu anstrengend zu Lesen sein, vom Inhalt vielleicht nicht so Interessieren wie manch andere Geschichte, ist aber für alle, die ein gewisses Interesse an bekannter Literatur und einen Sinn für die Schönheit der Sprache haben, sicher ein Erlebnis.


Punkte gebe ich in diesem Fall nicht - das wäre bei so einem Werk sinnlos, denn eine Erzählung, die in die Literaturgeschichte eingegangen ist, will man lesen oder aber nicht.


Dienstag, 13. April 2010

[Rezension] Bernhard Hennen, Alica

13,5 x 21,5 cm
336 Seiten
EUR: 14,95 CHF: 26,50

ISBN: 978-3-8000-5526-5
Verlag: Ueberreuter

Inhalt (lt. Klappentext):
Was als Reise auf das Rittergut ihrer Großeltern beginnt, wird für die junge Alica zum schaurigen Fantasy-Märchen der etwas anderen Art: In dem Gemäuer treibt ein Geisterfalke sein Unwesen und Alica verliebt sich bald in den jungen Husaren François, der ihr im Spiegel erscheint. Und dann taucht auch noch der Heinzelmann Wallerich auf. Während der auf modernste Technik setzt, verstrickt sich Alica bald immer tiefer in schwarze Magie. Denn sie will nicht nur ihren Auftrag erfüllen, sondern auch François wiedersehen. Dafür schreckt sie sogar vor einem Pakt mit der gefürchteten Dunklen Königin nicht zurück ...

Zum Buch:
Die 14jährige Alica hat im Grunde schon genug Probleme. Ihr Vater ist vor Jahren bei einer Expedition in Ägypten verschollen, ihre Mutter hat einen neuen Freund und nach der Geburt von Alicas Halbbruder ist die Mutter schwer krank und muss im Krankenhaus bleiben. Alica fühlt sich verlassen und abgeschoben, als der Freund ihrer Mutter vorschlägt, dass sie die Weihnachtsferien bei den Eltern ihres Vaters verbringt.
Missmutig macht sich das Mädchen dorthin auf, nur um festzustellen, dass ihr Großeltern sie anscheinend vergessen haben und sie sich, schwer beladen mit Gepäck und Saxophon, zu Fuß zu dem Rittergut aufmachen muss, in dem die Großeltern leben. In Gedanken schmiedet Alica Rachepläne, während sie durch den Regen stapft, wird aber bald von einem älteren Herren in einem Wagen angesprochen, der sich bald als Arzt der Gegend und guter Freund ihrer Großeltern herausstellt. So kommt Alica letztendlich doch noch an. Doch die Großeltern sind nicht Zuhause. Sie beginnt sich Sorgen zu machen und durchsucht sie unzähligen Zimmer nach einem Hinweis, als sie von einem Falken angegriffen wird.
Als nächstes sieht sie sich ihrem Großvater gegenüber, der zwar besorgt ist, allerdings nicht sonderlich zu Gefühlsausbrüchen neigt und Alica schnell das Gefühl gibt, unwillkommen zu sein. Die Geschichte, die Alica vom Falken erzählt, tut der Großvater als Taube ab, die sich ins Haus verirrt hat. Alica glaubt ihm nicht. Und die seltsamen Vorkommnisse beginnen sich zu häufen. Im Badezimmerspiegel erscheint ihr das Bild eines jungen Mannes, von dem sie später auch träumt. Das Ganze erreicht seinen Höhepunkt, als sie mitten in der Nacht von einem Heinzelmann und dessen Möwe geweckt wird...
Wallerich, der Heinzelmann erklärt Alica, dass der Falke ein Geist ist, der dringend nach "Nebenan" verfrachtet werden muss. Der Ort, an dem alle Märchenwesen leben, seit die Zwerge für Ordnung in der übernatürlichen Welt sorgen. Da Alica glaubt, in einem Traum gefangen zu sein, hört sie dem Heinzelmann zu und verspricht auch, ihm helfen zu wollen. Dieser gibt dem Mädchen einen Ring, der helfen soll, dass sie Märchenwesen sehen kann.
Am nächsten Morgen allerdings steckt der Ring immer noch an Alicas Finger und nicht viel später trifft sie auch wieder auf Wallerich. Alica erkennt, dass die haarsträubende Geschichte des Heinzelmanns wahr ist und stürzt sich in die "Heinzelmanngeheimoperation".
Mit Wallerich besucht sie die Hexe Knuper in ihrem Lebkuchenhaus, um vor der mehr Informationen über den Geisterfalken zu bekommen; in einer Nacht bald darauf trifft sie auf die Arduinna Silva, die dunkle Königin, die ihr zeigen will, warum der Geisterfalke spukt. Alica wird ins Jahre 1812 katapultiert, wo sie auf die große Liebe ihres Lebens trifft: Francois, ein junger Husar - der Junge aus dem Badezimmerspiegel. Alica erkennt, dass es weniger um den Geist des Falken, sondern vielmehr um den des Husarenjungen geht und sie selbst die Schuld an desen Spuken trägt...

Rezeption:
Im Großen und Ganzen ist "Alica" ein netter Roman. Für mich allerdings nicht viel mehr. Die Geschichte bleibt trotz aller Versuche recht flach, so auch die Charaktere. Es will nicht wirklich Spannung aufkommen. Was im Grunde schade ist, denn der Autor hat sich einiges einfallen lassen mit seinen Märchenfiguren und dem kreativen "Nebenan".
In Alica habe ich mich nicht wirklich hineinversetzen können - ich bin einfach nie warm mit ihrem Charakter geworden, fand sie unfertig und alles andere als plastisch. Auch Francois, der nie aus seinem Liebesgesäusel herauszukommen scheint, will nicht wirklich lebendig werden.
Was den Erzähl- und Schreibstil angeht, war es gerade der, der mich immer wieder aus dem Leserythmus geworfen hat. Kommt gerade ein wenig Spannung auf und die Sätze laufen flüssig, wird der Stil mit einem Mal abgehackt und jeder Satz kommt wie ein eigener Steinschlag. Nicht aufgebessert wurde das durch die Tatsache, dass Fragezeichen nicht, oder an falschen Stellen eingeworfen wurden, so dass auch hier nochmal der Lesefluss stark gestört wird. Was ich erstaunlich fand, wenn man bedenkt, dass die vorliegende Fassung von "Alica" eine überarbeitete ist.

Enttäuscht bin ich von diesem Roman hauptsächlich, weil so furchbar viel Potential an Humor, Fantasie und Romantik in ihm steckt. Mit ein bisschen mehr Mühe hätte daraus ein formvollendetes Werk werden können, so aber ist es leider nur mittelklassig - wenn überhaupt.

2 von 5 Punkten

Zum Autor:
Bernhard Hennen, 1966 in Krefeld geboren, ist einer der erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er ist ausgebildeter Germanist, Archäologe und Historiker. Seine fantastischen und historischen Romane wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Bernhard Hennen ist verheiratet, hat eine Tochter und einen Sohn und lebt seit Ende 2000 in seiner Geburtsstadt Krefeld.

Danke für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars an

Samstag, 10. April 2010

[Rezension] Kelley Armstrong, Darkest Powers Trilogy

Wie schon in diesem Post erwähnt, hatte man die Chance "The Summoning" online zu lesen. Jetzt, mit dem Release von "The Reckoning" ist diese Frist vorbei. Allerdings kann man immer noch an die 9 Kapitel pro Buch online lesen - was einem ja doch ein gutes Bild davon gibt, wie es weitergehen wird... Dort gibt es dann auch einen Sneak-Peak in das nächste Buch der Reihe (weitere Informationen dazu am Ende des Posts), Trailer und ein Q&A mit Kelley Armstrong über die Reihe. Alles auf der Harperteen-Seite.

The Summoning
Inhalt (lt. Rückentext):
The first book in the Darkest Powers trilogy - a brand new series by bestselling author Kelley Armstrong.

All Chloe Saunders wants is a life like any normal teenager - the chance to get through school, make friends, and maybe meet a boy. But when she starts seeing ghosts, she knows that life will never be normal again.
Soon the ghosts are everywhere, demanding her attention. When Chloe finally breaks down, she's admitted to a goup home for disturbed kids. At first Lyle House seems okay, but as she gets to know the other patients - charming Simon and his ominous, unsmiling brother Derek, obnoxious Tori, and Rae, who has a 'thing' for fire - Chloe begins to realise that something strange and sinister binds them all together, and it isn't your usual 'problem kid' behaviour.
And they're about to discover that Lyle House is not your usual group home, either...

Zum Buch:
Chloe führte ein relativ normales Leben bis zum Einsetzen ihrer Periode: Hat sie sich noch kurz davor geärgert, so ein Spätzünder zu sein, sind all diese Gedanken schon bald vergessen. Denn am selben Tag wird sie in ihrer Schule von einem Geist verfolgt und Chloe dreht durch.
Das nächste, das sie wirklich mitbekommt, ist ihre Ankunft in Lyle House, einem Rehabilitations-Haus für Jugendliche mit mentalen Problemen. Es dauert eine Weile, bis Chloe verstehen kann, was vor sich geht und vor allem, wie vom einen Tag auf den anderen alles so furchtbar schief gehen kann. Sie hofft, nicht mehr als ein paar Wochen in dem Heim bleiben zu müssen, doch auch diese Hoffnungen zerschlagen sich bald.
Die Ärzte wollen Chloe und den anderen Jugendlichen im Heim weis machen, dass sie an psychischen Krankheiten leiden und zu Beginn ist Chloe geneigt, ihnen zu glauben. Doch dann erfährt sie mehr über die anderen "Insassen" und sieht Dinge, die sie an das Übernatürliche glauben lassen...

Rezeption:
Inzwischen habe ich "The Summoning" das zweite Mal gelesen und bin noch genauso begeistert wie zuvor. Obwohl ich inzwischen die beiden anderen Teile der Trilogie kenne, hat die Spannung beim nochmaligen Lesen nicht im geringsten nachgelassen.
Kelley Armstrong kenne ich schon seit ihrem ersten Roman "Nacht der Wölfin" und ahnte daher schon, dass auch dieses Buch mich atemlos zurücklassen würde. Das hat es auch getan. Die "Darkest-Powers Trilogy" spielt in dem selben Universum wie Armstrongs "Women of the Otherworld"-Serie und Fans der Autorin werden sich hier sehr wohl fühlen. Allerdings heißt das nicht, dass man diese Trilogie nicht lesen kann, wenn man die anderen Werke nicht kennt - im Gegenteil. "The Summoning" lebt unabhängig von Armstrongs anderen Büchern und besticht mit seiner Genialität, seinem Erzählstil und seinen einzigartigen Charakteren.
Ebenso ahnungslos wie Chloe wird man in diese neue, unbekannte Welt geworfen, muss sich erst vorsichtig mit allem vertraut machen und fragt sich des Öfteren, ob nicht doch eine mentale Krankheit für alles verantwortlich ist... denn obwohl man es als Leser natürlich weiß, ist die Illusion von Chloes Persönlichkeit so perfekt, dass man ebenso an sich und seinen Überzeugungen zu zweifeln beginnt, wie Chloe auch, wenn doch irgendwie nichts aufeinander zu passen scheint.
Ein großartiger Auftakt einer Trilogie und der wirklich böse Cliffhanger sorgt dafür, dass man sofort zu Buch 2 greifen will. Was ich jetzt auch tun werde.

Trailer:


Spoiler für alle, die The Summoning noch nicht gelesen haben!
The Awakening
Inhalt (lt. Rückentext):
Chloe Saunders used to be a normal teenage girl - or so she thought. Then she learned the shocking truth - she is a walking science experiment. Genetically altered at birth by a sinister team of scientists known as the Edison Group. Chloe is an aberration - a powerful necromancer who can see ghosts and even raise the dead, often with terrifiying consequences. Even worse, her growing powers have made her a threat to the surviving members of the Edison Group, who have desiced it's time to end their experiment - permanently...
Now Chloe is running for her life with three other supernatural teenagers - a charming sorcerer, a troubled werewolf and a temperamental young witch. Together they have a chance for freedom - but can Chloe trust her new friends?

The second book in the stunning Darkest Powers trilogy. The Awakening is a powerful and gripping story from bestselling author Kelley Armstrong.

Zum Buch:
Gerade erst ausgebrochen aus Lyle House, ist Chloe schon wieder Gefangene. Aber diesmal im Krankenhaus der Edison Group, jenes Unternehmens, dass für die magischen Probleme von Chloe und ihren Freunden verantwortlich ist. Die junge Nekromantin hat allerdings nicht vor, einfach auf ihre Rettung zu warten, stattdessen nimmt sie die Dinge selbst in die Hand. Eine mysteriöses Demi-Dämonin bietet ihr ihre Hilfe an. Im Gegenzug soll Chloe sie befreien - davon hält diese allerdings nicht so viel.
Während ihrer Gefangenschaft macht sich Chloe also auf, um Informationen über das Unternehmen und seine Projekte zu beschaffen. Dabei erfährt sie mehr über sich und die anderen "Experimente" als sie jemals wissen wollte. Und dann bietet sich ihr endlich die Chance, auszubrechen und wieder zu Simon und Derek zu gelangen...

Rezeption:
"The Awakening" hat mir sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Bei Trilogien ist das ja nicht oft so. Normalerweise kann man sagen, dass der erste Teil der beste, der zweite der schlechteste und der dritte wieder gut ist... Nicht so hier und das ist auch gut so.
Der Plot lebt hier, ebenso wie im ersten Teil, nur eben noch ein wenig mehr, von der Spannung und Ungewissheit, die mit der Aufdeckung des Geheimnisses um die Edison Group einhergehen. Schließlich erfährt Chloe hier, dass sie sogar für die Welt der Supernaturalen abnormal ist. Ein harscher Schock, musste sie sich doch eben erst damit zurecht finden, dass sie kein normaler Teenager ist, sondern in der Lage, die Toten zu beschwören.
Hier werden also Antworten gegeben aber auch neue aufgeworfen. Es gibt Hinweise auf andere Projekte (was mich an "Rückkehr der Wölfin" denken lässt), vage Andeutungen auf etwas, das noch tiefer geht, als zuerst angenommen.
Die Charaktere sind so ansprechend wie eh und je, zu erwähnen ist vor allem, dass man einiges mehr über Derek erfährt, der bisher ja recht wortkarg war. Derek und Chloe bauen vorsichtig eine Freundschaft auf, lernen sich besser kennen und der junge Werwolf kommt endlich ein wenig aus sich heraus und erzählt über sein bisheriges Leben. Und man merkt schnell, dass er eigentlich ein lieber Kerl ist, der nur versucht, mit seiner Stärke umzugehen und vor allen Dingen um seine Familie, sein Rudel besorgt ist.
Diese Eigenschaften sind es auch, die Chloe in Derek das sehen lassen, was er ist, auch wenn sie nicht selten die Geduld mit seiner harschen Art verlieren möchte...

Eine gelungene Forsetzung, spannender noch als der Vorgänger und der mehr als nur neugierig auf die weiteren Geschehnisse macht.


Spoiler für alle, die The Awakening noch nicht gelesen haben!
The Reckoning
Inhalt (lt. Rückentext):
The nail-biting climax to Kelley Armstrong's bestselling Darkest Powers trilogy

Chloe Saunders is fifteen and would love to be normal. Unfotunately, Chloe happens to be a genetically engineered necromancer who can raise the dead without even trying. She and her equally gifted (or should that be 'cursed'?) friends are now running for their lives from the evil corporation that created them.
As if that's not enough, Chloe is struggling with her feelings for Simon, a sweet-tempered sorcerer, and his brother Derek, a not so sweet-tempered werewolf. And she has a horrible feeling she's leaning towards the werewolf...
Definitely not normal.

Zum Buch:
Endlich der Edison Group entflohen, hoffen Chloe, Derek, Simon und Tori darauf, dass Andrew (ein Freund von Simons and Dereks Vater) ihnen helfen und auf sie acht geben wird. So weit können sie nicht viel mehr tun als abzuwarten. Währenddessen sollen Andrews Freunde den Vieren beibringen, mit ihren Kräften umzugehen, doch als Chloe zeigt, wie mächtig sie wirklich ist, bekommen die Erwachsenen Angst und empfinden die Jugendlichen als zu große Gefahr.
Zusätzlich muss sich Chloe auch noch ihren widerstreitenden Gefühlen gegenüber Simon und seinem Halbbruder Derek klar werden. Sie mag Simon und weiß, dass er unter anderen Umständen ihr Traumtyp wäre - doch zwischen Derek und ihr hat sich eine Verbindung aufgebaut, die noch dadurch verstärkt wird, dass Derek bei seiner Verwandlung zum Werwolf nur Chloe bei sich haben will...
All diese Wirrungen müssen aber bald in den Hintergrund treten, denn die Teenager decken ein Geheimnis auf, das sie alle das Leben kosten kann und wieder einmal müssen sie ums Überleben kämpfen.

Rezeption:
Sehnsüchtig habe ich auf diesen dritten Teil gewartet und kaum war er angekommen, habe ich ihn in einem Zug durchgelesen (wie auch die beiden Vorgänger) und sehr genossen. Armstrong versteht es einfach, die perfekte Mischung zwischen Spannung, Grusel, Thrill und zarter Romantik zu schaffen, die einen nicht mehr loslässt.
Auch in diesem Teil knüpfen die Ereignisse genau dort an, wo sie im letzten Buch aufgehört haben. Und das ist auch gut so, weil ich nicht eine Sekunde von Chloes Abenteuern missen möchte. Denn auch hier ist den Freunden nur eine kurze Atempause gegönnt, bevor wieder Gefahren über sie hereinbrechen, die zu groß sind, um sich ihnen alleine zu stellen.
Obwohl es schwerlich besser geht, werden die Charaktere noch weiter ausgearbeitet, besonders Chloe kommt endlich aus sich heraus und akzeptiert ihre Kräfte als das, was sie sind: Kein Fluch, sondern Teil ihrer Selbst. Und auch Derek entwickelt sich (mit Chloes Hilfe) weiter und hört auf, sich selbst als Monster und potentielle Gefahr für andere zu betrachten. Er wird lockerer und (zumindest Chloe gegenüber) offener. Was mich - und bestimmt auch alle Derek-Fans - sehr gefreut hat, denn man hat ihm schon zuvor angemerkt, dass er ein netter Kerl ist, nur eben nicht über seinen Schatten springen kann.
Simon und Tori treten in The Reckoning etwas mehr in den Hintergrund, obwohl man im Laufe der Handlung einiges über Tori erfährt und auch sie endlich einsieht, dass sie sich nicht dauernd hinter einer arroganten Fassade verstecken muss.

Meiner Meinung nach ein gelungener Abschluss der Trilogie und ich hatte das Grinsen einer Verrückten im Gesicht, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe. Einfach toll!

Diesmal eine Serienbewertung mit der vollen Punktezahl - und ich bemitleide jeden, der die Bücher nicht liest, und beneide alle, die sie noch lesen werden, weil sie das ganze Abenteuer noch vor sich haben...

Zusatzinformation:
Wer glaubt, es endet hier, der hat sich sehr getäuscht! Kelley Armstrong ließ auf ihrer Homepage verlauten, dass es noch weitere Romane über genetisch modifizierte paranormale Teenager geben wird, die Experimente der Edison Group waren. Man kann sich also auf mehr freuen... und es ist gut möglich, dass Chloe & Co auch in diesen Romanen auftauchen werden.
The Gathering wird das nächste Buch heißen und erscheint wohl im Frühjahr 2011.

Zur Autorin

Mittwoch, 7. April 2010

Neuzugänge

Gefährlich ist es, wenn man in der Nähe eines Buchgeschäftes ist... jedenfalls bei mir. Da find ich leider immer was, wie vielleicht schon aufgefallen sein mag.

Diesmal gab es

Sarah Micklem, Die Herrin des Feuers
Eine magische Liebe, die nicht sein darf und doch allem trotzt ...


Feuerdorn lässt sich von niemandem etwas vorschreiben, selbst die Worte ihres Geliebten Galan beeindrucken sie nicht. Niemals könnte sie ihn allein in den Krieg ziehen lassen. Ohne lang zu überlegen, heuert sie auf einem Schiff an, um Galan zu folgen. Doch während einer Seeschlacht wird sie vom Feind gefangengenommen. Und König Corvus hat nicht vor, die außergewöhnliche Frau mit den magischen Fähigkeiten je wieder gehen zu lassen. Aber Feuerdorns Sehnsucht nach Galan ist groß, und sie tut alles, um ihn wiederzusehen ...


Romantisch, mutig, faszinierend.

Erschienen: Februar 2010
ISBN-10: 3-442-47153-2
EAN: 9783442471539
Einband: kartoniert/broschiert
Erschienen bei: Goldmann
Seitenzahl: 895

Lisa Kleypas, Devil in Winter
Four young ladies enter London society and band together to each find a husband. Has the third "Wallflower" now met her match? A Devil's Bargain Easily the shyest Wallflower, Evangeline Jenner stands to become the wealthiest, once her inheritance comes due. Because she must first excape the clutches of her unscrupulous relatives, Evie has approached the rake Viscount St. Vincent with a most outrageous proposition: marriage! Sebastian's reputation is so dangerous that thirty seconds alone with him will ruin any maiden's good name. Still, this bewitching chit appeared, unchaperoned, on his doorstep to offer her hand. Certainly an aristocrat with a fine eye for beauty could do far worse. But Evie's proposal comes with a condition: no lovemaking after their wedding night. She will never become just another of the dashing libertine's callously discarded broken hearts - which means Sebastian will simply have to work harder at his seductions... or perhaps surrender his own heart for the very first time in the name of true love.

Erschienen: 03.2006
ISBN-10: 0-06-056251-X
EAN: 9780060562519
Einband: kartoniert/broschiert
Erschienen bei: Harper Collins USA
Seitenzahl: 374

Jennifer Fallon, Herrscher des Throns
Mängelexemplar, deswegen nehme ich hier gerne den dritten Teil, weil ich die Trilogie sowieso schon länger gerne lesen möchte.

Magie und Liebe binden das Schicksal einer jungen Frau untrennbar an das Schicksal ihres Reiches. Während das Nachbarreich einen gewaltigen Feldzug gegen das Großfürstentum Hythria und seine ebenso schöne wie kluge Herrscherin plant, ist Marla Wulfskling von einem einzigen Gedanken getrieben: Sie will Rache an der grausamen Zauberin Alija nehmen, durch die sie zwei enge Verbündete verlor. Doch Marla ahnt nicht, dass sie einen noch gefährlicheren Gegner im Kampf um den Thron hat.

Erschienen: Juni 2007
ISBN-10: 3-453-53250-3
EAN: 9783453532502
Einband: kartoniert/broschiert
Erschienen bei: Heyne
Seitenzahl: 798

Elizabeth Palmer, Die falsche Prinzessin
Auch günstiges Mängelexemplar...

England, 1917. Augusta Langham will unbedingt ihren Sohn Bertie verheiraten. Doch Berties Wahl, die schöne und wohlhabende Mai Binnington, kommt für Augusta nicht in Frage - Mai ist nämlich eine Suffragette! Prinzessin Zhenia Daschkowa hingegen scheint Augusta die geniale Partie. Doch was die bornierte Mutter nicht ahnt: Zhenia ist in wahrheit eine Tänzerin, die während der Revolution aus Russland geflohen ist - und die Identität und die Juwelen einer echten Prinzessin gestohlen hat...

Erschienen: 2006
ISBN-10: 3-442-36312-8
EAN: 9783442363124
Einband: kartoniert/broschiert
Erschienen bei: Blanvalet
Seitenzahl: 416

Fabrice Colin, Mary Wickford
Als die junge Waise Mary Whickford das Kloster verlässt, in dem sie aufgewachsen ist, wartet auf sie eine weite Welt voller Magie, Wunder und Gefahren. In der Stadt Gotham herrscht der Imperator über Amerika, und die Inquisition verbreitet im ganzen Land Furcht und Schrecken. Auf der Reise zu ihrer neuen Anstellung begegnet Mary schließlich dem ersten drachen in ihrem Leben - und spürt sofort eine unerklärliche Verbundenheit mit dem majestätischen Geschöpf. In Old Haven, einem geheimnisvollen kleinen Küstenstädtchen angekommen, erfährt Mary schließlich, wer sie wirklich ist: die Enkelin einer mächtigen Hexe, die mit den magischen Kräften der Unterwelt in Verbindung stand. Kräfte, die auch in Mary schlummern - und die das Gefüge der ganzen Welt ins Wanken bringen werden...

Erschienen: August 2009
ISBN-10: 3-453-53288-0
EAN: 9783453532885
Einband: gebunden
Erschienen bei: Heyne
Seitenzahl: 718

Kelley Armstrong, The Reckoning
Ich habe es pünklich von Amazon zum Erscheinungstermin geliefert bekommen und - ehrlich gesagt - schon längst ausgelesen! Die Rezension muss allerdings noch ein wenig warten, weil ich zuerst Teil 1 und 2 nochmals lese, um die gleich dazu rezensieren zu können. Und vor allem gebe ich hier keine einzelne Inhaltsangabe, weil der Drang vielleicht zu groß wäre, die schon zu lesen - was fatal für alle wäre, die die Vorgänger noch nicht gelesen haben aber wollen. Hier darf nicht zu viel verraten werden! Ich sag nur: Ich fand's toll!

Erschienen: 06.04.2010
ISBN-10: 1-84149-712-6
EAN: 9781841497129
Einband: kartoniert/broschiert
Erschienen bei: Little, Brown Book Group
Seitenzahl: 320

Kelley Armstrong, Tales of the Otherworld
Nachdem Kelley Armstrong schon ihre Online-Novellas in Form von "Men of the Otherworld" zum Verkauf als Buch herausgeben ließ (steht natürlich im Regal!), gibt es nun auch die restlichen, sehr beliebten, Novellas zu ihren "Women of the Otherworld"-Romanen. Einige davon kenne ich schon - wie zum Bleistift die Kurzgeschichte "Beginning" - hier erfährt man alles darüber, wie Clay und Elena aus "Nacht der Wölfin" (Bitten), "Rückkehr der Wölfin" (Stolen) und "Blut der Wölfin" (Broken) sich kennen gelernt haben. Eine meiner Lieblingsgeschichten! Ich find's gut, dass diese hübschen Geschichten jetzt nicht mehr nur am Computer zu lesen sind, sondern in etwas handfestere Form gebracht wurden.
Und beim Kauf tut man auch was Gutes, denn wie Armstrong auf ihrer Homepage erklärt: "All my proceeds from this anthology go to World Literacy of Canada"
Fein!

Montag, 5. April 2010

Endlich eingezogen!

So, endlich sind so ziemlich alle Sachen ausgepackt (die Bücher waren das erste, das ich eingeräumt hab :D) und in meinem Zimmer sind auch keine Kartons mehr in Sicht. Schön :o)

Für die Interessierten gibt es ein Video der neuen Umgebung meiner geliebten Bücher, für alle anderen: einfach ignorieren!

video

Außerdem: Wer mag, kann sich gerne für ein Abonnement einschreiben, das gibt es in der Leiste rechts. Einfach email-Adresse eingeben und ihr bekommt die neuesten Blog-Einträge per Mail zugeschickt. Find ich praktisch.


Ich wünsche einen schönen Montag!

Sonntag, 4. April 2010

[Rezension] Lauren Kate, Fallen




Book 1
Format:
Paperpack, 452 pages
On Sale: December 2009
Price: € 12,40 [A], € 11,40 [D]
ISBN: 978-0-385-73893-4 (0-385-73893-5)
Doubleday

Inhalt (lt. www.fallenbooks.com):
There's something achingly familiar about Daniel Grigori.
Mysterious and aloof, he captures Luce Price's attention from the moment she sees him on her first day at the Sword & Cross boarding school in sultry Savannah, Georgia. He's the one bright spot in a place where cell phones are forbidden, the other students are all screw-ups, and security cameras watch every move.
Even though Daniel wants nothing to do with Luce - and goes out of his way to make that very clear - she can't let it go. Drawn to him like a moth to a flame, she has to find out what Daniel is so desperate to keep secret... even if it kills her.

Dangerously exciting and darkly romatic, Fallen is a page turning thriller and the ultimate love story.

Zum Buch:
Nach einem Zwischenfall in dem ihr Freund Trevor ums Leben kam, muss Luce Price eine Reform-Schule besuchen, gemeinsam mit anderen "troubled kids". Sie selbst weiß nicht wirklich, was an jenem Abend geschehen ist, an dem sich hier gesamtes Leben ändern sollte. Nur eines weiß sie: Luce gehört nicht an diese Schule.
Doch entgegen aller Vorbehalte lebt sie sich doch schnell ein, was nicht zuletzt an den beiden schnell gefundenen Freundinnen Arrianne und Penn liegt, wobei erstere ein wenig verrückter wirkt als andere Schüler und letztere mehr durch Zufall an der Schule gelandet ist und jederzeit gehen könnte.
Obwohl Luce sich sicher ist, Trevors Tod nicht verschuldet zu haben, haben die Anschuldigungen der Polizei und Freunde sie so weit verunsichert, dass sie sich doch zu fragen beginnt, ob Trevor hätte sterben müssen, wenn sie nicht in der Nähe gewesen wäre. Ihre Selbstzweifel werden noch dadurch angeregt, dass sie seit ihrer Kindheit überall Schatten sieht, die ihr Angst machen und die kein anderer sehen kann. Nicht wenige Besuche beim Psychologen musste sie deswegen durchstehen, doch egal welche Medikamente man Luce verschrieb: Die Schatten blieben.

Schon am ersten Tag an der neuen Schule wird Luce auf zwei Jungen aufmerksam. Da ist der zuvorkommende, attraktive Cam, der nur zu gerne Zeit mit ihr verbringt und dann gibt es auch Daniel. Daniel Grigori, der Luce ignoriert, so gut es geht und sie dennoch mehr fasziniert als jeder andere Schüler. Luce hat das Gefühl Daniel zu kennen, sehr gut sogar, doch sie kann sich nicht entsinnen, woher. Sie beginnt nachzuforschen und das Ergebniss erscheint ihr selbst in einer Schule voller Verrückter zu weit hergeholt...

Rezeption:
Ich habe "Fallen" sehr genossen, obwohl ich mir etwas mehr erwartet hatte. Sehr gut gefallen hat mir das untypische Setting: Der Plot fängt mit Luces Ankunft in Sword & Cross an, der Reform-Schule und man merkt schon bald, dass es hier alles andere als einfach zugeht. Alle Schüler haben schwarz zu tragen, Handys sind nicht erlaubt und Kameras beobachten jeden Schritt der Schüler. Für Luce, die zuvor in eine normale Schule voller reicher Kinder ging, ist die Umstellung ein Schock. Sie fühlt sich von Freunden und Eltern verlassen und fürchtet sich vor dem, was sie erwartet.
Die Schule ist trostlos und gerade deswegen sind die Schüler um so frecher und gewiefter; sie wissen, wie man sich Alkohol und sonstiges für eine gute Party besorgt, die Kameras sind schnell umgangen und der eine oder andere kurze Ausbruch ist nicht unüblich.
In diesem Umfeld findet man sich also schon in den ersten Seiten wieder und versucht sich ebenso wie Luce einzuleben. Mit einer typischen High-School-Romanze hat das also nicht viel gemein. Denn obwohl sich Cam Luce beinahe zu Füßen wirft, werden seine Gesten dennoch immer wieder von dem interessanteren aber abweisenderen Daniel überschatten, dessen Geheimnis Luce so verzweifelt zu lüften sucht. Und Daniel selbst hilft nicht gerade dabei, Luces widersprüchliche Gefühle zu entwirren - im einen Moment macht er Andeutungen, dass er Luce kennt, in anderen ignoriert und meidet er sie. Dem Leser mag schon bald klar sein, worauf das hinaus läuft, es ist aber dennoch schön mitanzusehen, wie Luce sich den Kopf zerbricht um auf das Offensichtliche, wenn auch Unmögliche zu kommen.

Wirkliche Spannung kommt etwa aber der Hälfte des Buches auf, da gab es einige Stellen, wo ich "Fallen" nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ansonsten geht es aber eher ruhig zu. Ich habe den schweren Verdacht, da es sich um eine Trilogie handelt, dass mehr Action in Teil 2 aufkommen wird und hoffe auch sehr darauf, da nun die gröbsten Hintergründe geklärt sind.

Was die Charaktere angeht, ist Luce ein sympathischer Typ, wenn auch manchmal ein wenig ängstlicher und schüchterner, als ich es gerne gehabt hätte. Doch wenn es drauf ankam, konnte sie auch aus sich herauswachsen.
Daniel ist zuerst ein wenig undurchschaubar und man kann nicht verstehen, wieso sich Luce immer noch zu ihm hingezogen fühlt, obwohl er sie so offensichtlich abweist. Allerdings kann man sich schon im Prolog ein recht gutes Bild über Daniels Beweggründe machen.

Wem "Twilight" und Ähnliches gefiel, wird sich hier wohlfühlen. Für alle anderen: Eine schöne Liebesgeschichte ohne Vampire, stattdessen mit den neuen Trendgestalten der Fantasywelt...

Ich gebe 3 von 5 Punkten und erwarte mir mehr vom 2. Teil.


Zusatzinformation:
Das Wichtige zuerst: Wie schon erwähnt, ist "Fallen" nur Teil 1 der Fallen-Books. "Torment" erscheint im September dieses Jahres, mit einem ebenso berauschend schönem Coverbild.

Und jetzt zu etwas eher Nebensächlichem - Ich habe mir Fallen als Taschenbuch von Doubleday zugelegt und es leider sehr bereut, denn es ist fast unmöglich, keine Knicks in den Buchrücken zu machen, was mich als Liebhaberin schöner Bücher gerade bei so einem großartigen Cover sehr gestört hat. Bei Amazon habe ich mir jetzt die gebundene Version von Delacorte Press bestellt, die ist nämlich gerade drastisch auf 9 Euro reduziert...


Zur Autorin:
Lauren Kate grew up in Dallas, went to school in Atlanta, and started writing in New York. She is the author of Fallen and The Betrayal of Natalie Hargrove. She lives in Laurel Canyon with her husband and hopes to work in a restaurant kitchen, get a dog, and learn how to surf. She is currently at work on the sequel to Fallen.
> Homepage