Sonntag, 5. Dezember 2010

[Rezension] Karen Marie Moning, Im Bann des Vampirs/ Im Reich des Vampirs

736 Seiten
Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Ursula Walther
Kartoniert
€ 7,95 [D], € 8,20 [A], sFr 12,90
ISBN-10: 3548282946
ISBN-13: 9783548282947 


Inhalt (lt. Rückentext):
Die junge Amerikanerin MacKayla Lane lebt ein unbeschwertes Leben - bis eines Tages ihre Schwester Alina in Dublin brutal ermordet wird. Mac beschließt, selbst nach dem Mörder zu suchen. In Irland begegnet sie Geschöpfen der Dunkelheit, die nicht nur ihr Leben, sondern die Existenz der gesamten Menschheit bedrohen. Um sie in die Unterwelt zurückzudrängen, muss Mac in den Besitz des Buchs der Schwarzen Magie gelangen. Kann sie das Böse besiegen und Alinas Mörder stellen?


Zum Buch:
Für solche Fälle wurden die Doppelbände geschaffen: Oft ist man sich nach dem ersten Band einer Reihe nicht sicher, ob man die Serie wirklich weiterverfolgen möchte - doch kauft man sich deswegen den zweiten Band? Da ist es doch viel angenehmer gleich ein Buch zu kaufen und zwei Teile zu bekommen.
Meine Rezension zum ersten Teil wäre wohl sehr vage ausgefallen, doch dank Band zwei konnte ich mir schon ein ganz gutes Bild der Reihe machen - und so viel sei schon mal gesagt: Ich möchte auf jeden Fall weiterlesen.

Was für mich immer noch ein Mysterium bleibt: Die Titel der ersten beiden Bücher. Wo kommt der Vampir her? Soweit ich das mitbekommen habe, kommt noch kein Vampir namentlich vor. Es gibt zwar einen, der sich als Vampir ausgibt - es stellt sich allerdings schnell heraus, dass das nicht ernst zu nehmen ist. Bis jetzt also kein Vampir in Sicht.
Grundsätzlich geht es um die Sidhe - die Feenwelt - und nicht um Vampire. Vielleicht kann mich noch irgendjemand aufklären. Die darauffolgenden Titel sind dann schon vager gehalten: Im Schatten dunkler Mächte und Gefangene der Dunkelheit. (Englische Titel: Darkfever, Bloodfever, Faefever, Dreamfever)

Der ein oder andere (bitte selber gendern, wenn erwünscht) wird wohl ein wenig Zeit brauchen, um sich in Mac als Protagonistin hineinzuleben. Für mich unsympathisch ist die Betonung ihres perfekten Körpers (trotz exzessiver Essgewohnheiten) der Ich-Erzählerin. Das und die recht oberflächliche Art Macs kann zu einer gewissen Distanzierung zwischen Leser und Protagonistin führen. Normalerweise sind die aperfekten Charaktere, die, mit denen man sich schneller identifizieren kann. Zu Beginn ist Mac genau der Typ, den ich auch im realen Leben nicht ausstehen kann - zum Glück ändert sich das im Laufe der Geschichte ein wenig.
Nach dem Tod ihrer älteren Schwester muss Mac schnell erkennen, dass das Leben nicht nur aus Sonnenschein und Kuchen besteht - das wird ihr umso bewusster im verregneten Dublin. Ihre Vorliebe für pink legt sie zwar nicht ab, aber dank des mysteriösen Barrons kommt sie kaum mehr dazu, sich in der Farbe zu kleiden.
Kurz und gut ist Mac ein Charakter, der ans Herz wächst. Allerdings wohl erst ab Mitte des zweiten Teils, davor bin ich ihr etwas ambivalent gegenüber gestanden.

Von Anfang an war ich dafür von Jericho Barrons begeistert. Der mürrische und wortkarge (und sehr gut aussehende) Mann, von dessen Profession man im Grunde nichts weiß - nur, dass er unter anderem im Besitz einer Buchhandlung ist (wenn das nicht schon allein ein Pluspunkt für jeden Mann ist...), in der sich die beiden dann auch begegnen.
Barrons weiß offensichtlich eine ganze Menge über die Feenwelt und magische Angelegenheiten - und er scheint auch mehr über Mac zu wissen als sie selbst. Dabei muss jederzeit bewusst sein, dass Barrons ein ehrgeiziger und recht emotionsloser Charakter ist - Mac wird erst für ihn interessant, als er erkennt, dass sie ihm von Nutzen sein kann.
Dass Barrons kein Mensch ist, wird schon nach kurzer Zeit klar - doch auch nach Teil zwei ist noch keine Lösung des Rätsels in Sicht. Allein deswegen möchte man schon weiter lesen.

Die Handlung ist nach der obligatorischen nicht so spannenden Einleitung durchwegs packend. Beide Teile enden relativ offen, wobei nur Teil zwei einen wirklichen Cliffhanger aufweist.
Mac als Erzählerin wächst und gewinnt an Spritzigkeit mit jeder Seite - man muss ihr nur eine Aufwärmphase lassen.

Wer von Urban Fantasy noch nicht genug hat, der kann hier getrost zugreifen. Allein für den sexy Barrons lohnt es sich.






Mein Dank an
Marion von Schröder

Kommentare:

  1. Mürrisch, wortkarg, sexy und mysteriös? Gut aussehend und ne Buchhandlung? Alles in einem? OMG! WILL HABEN!!!

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