Montag, 8. November 2010

[Rezension] Jason Lethcoe, Wings (Der mysteriöse Mr. Spines)

Band 1
Ab 10 Jahren / 224 S.
Silberfolie
12,95 € [D] 13,40 € [A] CHF 19,90
ISBN 978-3-7607-5323-2


Inhalt (lt. www.arsedition.de):
Wieso wachsen dem vierzehnjährigen Edward auf einmal Flügel auf dem Rücken?
Der mysteriöse Mr. Spines - Band 1 der Trilogie um einen gefallenen Engel.
Es gibt Welten, von denen wir nicht die geringste Ahnung haben.Welten, die uns nicht einmal in unseren kühnsten Träumen einfallen würden. Und die doch mit unglaublichen Kräften unser Leben beherrschen – und unseren Tod!
Edward, gerade mal 14 Jahre alt, gilt als Sonderling: Er stottert, ist eine fast 2 m lange »Bohnenstange«, baut am liebsten Kartenhäuser - und dann ist da diese merkwürdige Stelle auf seinem Rücken, die juckt und juckt … bis ihm eines Tages schwarze Flügel wachsen!
Von diesem Moment an ist nichts mehr wie es einmal war.
Auf der Flucht vor Whiplash Scruggs, der es auf seine Flügel abgesehen hat, bekommt Edward unerwartet Unterstützung von dem mysteriösen Mr. Spines. Mit ihm taucht er ein in eine unbekannte Welt: die Welt nach dem Tod, die von einem abgrundtief bösen Geschöpf beherrscht wird –. dem Schakal! Ob Edward tatsächlich der Sohn eines gefallenen Engels und damit der prophezeite Erlöser ist? Er selbst hat vorerst nur ein Ziel: seine Mutter aus den Klauen des Schakals zu befreien …



Rezeption:
Engel sind die neuen Vampire, das steht inzwischen fest. Sich dem Trend anzuschließen, ist die kommerziell weise Entscheidung vieler Autoren - die Frage ist nur, was er oder sie daraus macht. Und Jason Lethcoe hat sich offensichtlich einige Gedanken über das Thema gemacht.

Viel erfährt man noch nicht in diesem ersten Teil, doch dass der Leser ein gutes Kinderbuch in der Hand hat, wird schnell klar. Alle für Jugendliche wichtigen Elemente sind vorhanden und auch für ältere Leser ist die Lektüre keine verschwendete Zeit.
Die Ausgangssituation setzt auf die momentan beliebten Themen wie in Harry Potter oder Percy Jackson: Edward ist Waise und wird in der Schule, in der er gelandet ist, schlecht behandelt. Die Vollwaise erinnert an Harry Potter, die Schule samt missgünstigen Lehrer an Percy Jackson. Anders ist das zeitliche Setting - denn mit Edward begeben wir uns nach Amerika, 1921. Diese Tatsache wird nur einmal anfangs erwähnt und gäbe es diesen Hinweis nicht, käme man als Leser wohl nicht selbst darauf, dass es sich nicht um kontemporäre Literatur handelt. Da die 20er Jahre eine sehr aufregende Zeit waren, hätte man dieses Element noch gut mehr hervorheben können, doch da es sich um einen Mehrteiler handelt, könnte das durchaus noch in den kommenden Bänden behandelt werden.

Die Geschichte ist flüssig und leicht gehalten, einmal angefangen, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen - ob das nun an der Geschichte oder an der geringen Seitenzahl liegt, muss der Leser selbst für sich entscheiden. Für mich war es letzteres, für jüngere Leser ist es sicher ersteres.

Edward ist ein leidlich sympathischer Charakter, ein Teenager im vollsten Sinne - der schwer mit seiner abnormen Größe zu kämpfen hat und seine tote Mutter über die Maßen vermisst. Oft gibt er sich naiv, meist allerdings ist das nachvollziehbar.
Ihm zur Seite steht der mysteriöse Mr. Spines, der tatsächlich sehr mysteriös erscheint, von dem  man aber schon bald Näheres erfährt. So wird auch klar, dass Lethcoe einen recht großen Plan verfolgt, der mit diesen wenigen Einblicken reizt und auf eine großartige Umsetzung hoffen lässt.

Ein schönes Buch für Kinder, das auch für Erwachsene lesbar ist (was selten genug der Fall ist). Spannend und schnell zu lesen verspricht Wings eine erfolgreiche Fortsetzung zu bekommen.




Vielen Dank an
ars Edition

Kommentare:

  1. Ich finde mit dem momentanten "Engel lösen Vampire ab" Hype hat das Buch nicht viel zu tun. Ich musste an so was gar nicht denken, wahrscheinlich weil es ja mehr ein Kinderbuch ist.
    Mir hat das Buch supergut gefallen und ich freue mich schon auf die Fortsetzungen.
    Ach und Percy Jackson ist doch gar kein Waise ;) Aber du meinst wahrscheinlich ganz am Anfang der Geschichte.

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  2. @ Miss Bookiverse: Sie meinte, dass das Vollwaiseding an Harry Potter erinnert und das mit Percy Jackson auf die "schlechte" Schule bezogen ist, oder?

    Wings wollte ich auch mal gerne lesen, bin aber noch nicht dazu gekommen. Viele sagen ja, dass es ein Kinderbuch ist - weswegen ich mir noch nicht so sicher bin :o

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  3. Achsoo, na dann ist ja alles klar :)

    @Pia: Wings ist zwar ein Kinderbuch, aber deswegen nicht total simpel und langweilig. Keine Sorge.

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