Montag, 4. Oktober 2010

[Rezension] Lisa Kleypas, It Happened One Autumn

Avon
400 Seiten
ISBN: 978-0061259333


Inhalt (lt. Rückentext):
It happened at the ball...
Where beautiful but bold Lillian Bowman quickly learned that her independent American ways weren't entirely "the thing". And the most disapproving of all was insufferable, snobbish, and impossible Marcus, Lord Westcliff, London's most eligible aristocrat.
It happened in the garden...
When Marcus shockingly - and dangerously - swept her into his arms. Lillian was overcome with a consuming passion for a man she didn't even like. Time stood still; it was as if no one else existed... thank goddness they weren't caught very nearly in the act!
It happened one autumn...
Marcus was a man in charge of his own emotions, a bedrock of stability. But with Lillian, every touch was exquisite torture, every kiss an enticement for more. Yet how could he consider taking a woman so blatantly unsuitable... as his bride?


Zum Buch:
Lillian ist ein wahrer Wildfang. Ihre Jugend durfte sie recht frei in Amerika verbringen, wo sie am liebsten rittlings auf dem Pferd saß, Ballspielen in Unterwäsche beigewohnt hat und sich so einige nützliche Fähigkeiten wie das Knacken von Schlössern beigebracht hat. Gemeinsam mit ihrer Schwester Daisy sorgt sie für einigen Wirbel und ist ihrer Mutter ständig Grund zur Sorge.
In England soll sie sich nun einen reichen Aristokraten schnappen, denn die reichen Eltern möchten blaues Blut in die Familie bringen. Schockiert beobachtet Lillian die strengen Regeln und Sitten der Englänger und eines steht fest: Sie wird sich einem Mann nie so unterwerfen, wie sie es bei anderen Frauen gesehen hat.
Gerade Männer wie Marcus, Lord Westcliff sind ihr ein Dorn im Auge. Blasiert, selbstverliebt und stocksteif. Umso entsetzter ist Lillian, als sie mit Marcus hinter einer Hecke in leidenschaftlicher Umarmung landet - wie das passieren konnte, kann sie sich nicht so recht erklären. Marcus im Übrigen auch nicht. Er ist sich sicher, dass er in einem Anflug von Verwirrung gehandelt hat und bricht auf, um die Sache klarzustellen. Doch irgendwie lassen ihn die Gedanken von Lillian nicht mehr los. Er erkennt, dass er sie witzig, intelligent und stark findet, wunderschön und selbstbewusst. Auch Lillian muss sich eingestehen, dass der Lord gar nicht so steif ist wie angenommen und auch verteufelt gut küssen kann...


Rezeption:
[...] I'll want to love you every hour, every minute of the day." He nestled her more closely against him. "There is nothing on earth more beautiful to me than your smile... no sound sweeter than your laughter... no pleasure greater than holding you in my arms. I realized today that I could never live without you, stubborn little hellion that you are. In this life and the next, you're  my only hope of happiness. Tell me, Lillian, dearest love... how can you have reached so far inside my heart?" He paused to kiss her damp silken skin... and smiled as the wisp of a feminine snore broke the peaceful silence.

Ich sage es gleich vorneweg: Dieses Buch ist reiner Genuss! Lustig, romantisch, schön. Voller liebenswerter Charaktere und vor beschaulicher Regency-Kulisse.

Lillian ist stur und ungezähmt. Ihren Willen setzt sie durch und sie weigert sich Sitten anzuerkennen, die ihr nicht sinnvoll erscheinen. Dass sie damit für einigen Aufruhr sorgt, bekümmert sie nicht im Geringsten. Und am schlimmsten von diesen sittentreuen Engländern empfindet sie Lord Westcliff, der die reine Perfektion zu verkörpern scheint. Und mit Perfektion hat Lillian nicht viel am Hut - ihr Element ist das Chaos.
Marcus ist seinen Freunden als treuer Gefährte und gewissenhafter Mensch bekannt. Er hat gute Gründe für sein tadelloses Benehmen und bemerkt bald, dass er Lillians offene Art mehr bezaubernd als anstößig findet. Doch eines steht fest: Die beiden sind wie Tag und Nacht. Dennoch scheint es sie immer wieder in die Gegenwart des anderen zu treiben.

Die Handlung war in jeder Linie perfekt. Wenn ich einen Regency-Roman lese, dann am liebsten einen lustigen, unterhaltsamen ohne zu kitschiges Drama und zu viel Liebeskummer. Habe ich hier alles bekommen.
Natürlich können die Liebenden nicht ohne ein paar Hürden zueinander finden, doch da die Hürden nicht selten selbst geschaffen sind, sorgen sie für beste Unterhaltung und einiges an Gekicher (ja, ich habe leise vor mich hingekichert). Es gibt haufenweise liebenswürdige und lustige Szenen, worunter eine brandygetränkte Lillian mit Finger in der Flasche mir fast am besten gefallen hat.
Kleypas nimmt weder sich noch ihre Geschichte zu ernst und das spiegelt sich in wundervollster Weise in den Charakteren wider. Unterhalten vom Feinsten und einfach nur großartiges Leseerlebnis.

Erzählstil und Stimmung sind perfekt zur Handlung abgestimmt und sorgen für einen abgerundeten Eindruck. Besonders schön das Treffen von amerikanischen auf englische Vorstellungen in Form von Lillian und Marcus sittenstrenger Mutter.
Neben den oft amüsanten Szenen, gibt es auch solche, die zum Schmachten einladen. Herzklopfen also miteinbegriffen.

Unkonventionell und eindeutig eines der besten Beispiele guter historischer Liebesromane. Eine wunderschöne Geschichte à la Pride and Predjudice (samt zabuerhaftem Darcy).





Kommentare:

  1. Ich sags doch! :)

    Für mich ist das der beste Band der Serie – und ist nicht der Ausblick auf "Devil in Winter" faszinierend?! (Wobei mir das Winter-Buch ja etwas weniger gut gefallen hat als der Herbst-Band!)

    AntwortenLöschen
  2. Ja, tust du ^^ Und ich bin wirklich froh, dass ich auf dich gehört und das vor Devil in Winter gelesen habe. Und jop, der Ausblick ist genial :D Ich hab so lachen müssen, wie alle fragen, wo Evie ist und dann steht sie in seinem Zimmer xD
    Mal sehen, wie ich Devil in Winter finde... Autumn ist aber wirklich schwer zu toppen.

    AntwortenLöschen