Donnerstag, 21. Oktober 2010

[Rezension] Jackson Pearce, Drei Wünsche hast du frei

Seitenzahl 288
Preis EUR (D) 12,95
ISBN 978-3-426-28336-3

 
Inhalt (lt. Rückentext):
»Wer bist du?«, flüstert sie.
»Ich habe keinen Namen«, antworte ich.
»Aber können wir die Förmlichkeiten überspringen und das hier beschleunigen?«
»Was beschleunigen?«
»Das mit den Wünschen. Ich bin hier, um dir drei zu erfüllen.«

Als Viola von ihrem Freund verlassen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Gerade noch war sie verliebt und beliebt, nun ist sie nur noch die Ex vom coolsten Typ der Schule. Viola wünscht sich nichts mehr, als wieder glücklich zu werden – und beschwört so versehentlich einen Dschinn herbei. Er ist jung, er sieht gut aus … und er ist furchtbar schlecht gelaunt, denn er hält Menschen für ungemein nervtötend. Aber bevor er in seine Heimat zurückkehren kann, muss er Viola drei Wünsche erfüllen. Und das ist nicht so einfach, wie es sich anhört …


Zum Buch:
Viola ist einfach nicht mehr glücklich, seit ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat. Der Grund: er ist homosexuell. Nicht nur, dass das ein heftiger Schlag für's Ego ist, Lawrence ist auch noch ihr bester Freund - daran ändert die gescheiterte Liebesbeziehung auch nichts.
Seitdem fühlt Viola sich zerbrochen und unsichtbar und sie hat einen Wunsch: nicht mehr unsichtbar zu sein.
Und genau dieser Wunsch beschert ihr ihren ganz persönlichen Dschinn, der ihr drei Wünsche erfüllen muss, bevor er wieder zurück in seine Heimat kann. Dementsprechend ist Dschinn nicht gerade bester Laune, als er Viola zugeteilt wird und setzt alles daran, dass sie so schnell wie möglich ihre Wünsche ausspricht.
An Eile ist bei Viola allerdings nicht zu denken - Wünsche sollte man schließlich nicht leichtsinnig aussprechen.
Je mehr Zeit Dschinn in Violas Gegenwart verbringt, desto mehr beginnt er sie zu mögen. Und viel erschreckender noch: Er hat nicht mehr die geringste Lust, in die Heimat zurückzukehren oder Wünsche zu erfüllen...


Rezeption:
Amüsant, liebenswert und innovativ geht Jackson Pearce an eine entzückende Teenager-Liebesgeschichte heran. Und auch das Dschinn-Motiv gibt einiges her.

Viola ist nicht unbedingt ein Charakter, mit dem man sich sofort identifizieren kann. Sie ist lustig, wenn sie will, doch sehr oft bejammert sie auch ihr Leben und hängt Vergangenem nach. Selbstmitleid ist etwas, das jeder kennt, der persönliche Umgang damit ist wohl ausschlaggebend, ob man Viola wirklich mag oder nicht.
In jedem Fall ist es schwer, Viola nicht zu mögen. Trotz - oder gerade wegen - ihrer Macken ist sie realistisch und liebenswert gestaltet.
Eine großartige Charakterentwicklung geht nicht gerade von Statten (dafür reicht der Seitenumfang einfach nicht), doch im Laufe der Geschichte lernt Viola definitiv, dass niemand außer man selbst, einen ausgrenzen kann.

Dschinn hingegen muss man einfach lieben. Zu Beginn ist er grummelig und abweisend - ein undurchschaubarer Typ. Doch von Seite zu Seite erfährt man mehr über ihn und seine Motive, wofür vor allem durch die Sichtwechselsprünge zwischen Viola und Dschinn sorgen, und bekommt eine Ahnung von den sozialen und historischen Hintergründen.

Erwähnenswert ist die Welt der Dschinn, Caliban, die Pearce geschaffen hat. Sie hat sich eine eigene Geschichte dazu einfallen lassen und gibt Dschinn - und damit der ganzen Geschichte - Tiefe. Die Auffassung der Dschinn von Zeit und sozialen Bindungen unterscheidet sich fundamental von jener der Menschen.
Ebenfalls gut gewählt ist das Dschinn-Thema. Das ist immerhin nicht so recycelt wie Vampire und Engel und sorgt dafür, dass der Leser ohne fixe Erwartungen an die Geschichte heran geht.

Überaus störend war das ständige "yeah". Ob das auch im Original so überstrapaziert wird, weiß ich nicht, doch selbst wenn: im Deutschen funktioniert das so einfach nicht. "Yeah, yeah" gehört einfach nicht zum Jugendjargon in diesem Sprachraum und sollte dementsprechend entweder direkt übersetzt oder umformuliert werden. So was macht die Atmosphäre zunichte.

Jackson Pearce schreibt locker-lustig und dank geringer Seitenanzahl kommt keine Langeweile auf. Besonders der ständige Erzählerwechsel von Viola und Dschinn sorgt für Abwechslung.

Obwohl ich Cover in Rezensionen eher selten erwähne: diese hat es verdient. Wunderschön gestaltet und definitv eine Abwechslung in der immer gleichen Cover-Masse. Gerade in dem Bereich fällt der Verlag ja immer wieder auf (Silberlicht, Himmelsauge, Die geheime Sammlung...) - fragt sich nur, was sie zu dem Covertausch bei "Schattenstunde" (Kelley Armstrong) gebracht hat, das ja wirklich eine Beleidigung für dieses herausragende Buch darstellt. (Ich hoffe auf eine Ausnahme.)

Eine hinreißende Liebesgeschichte für Tagträumer und Wünscher. Humorvoll und ohne unnötige Ausschweifungen ein Buch für Zwischendurch wie auch zum Genießen.



Zur Autorin:
Die amerikanische Autorin Jackson Pearce, geboren 1984 in North Carolina, lebt in Atlanta. Sie studierte Englisch und Philosophie und arbeitet als Tanzcoach an einer High School. Als Jackson Pearce zwölf Jahre alt war, setzte sie sich in den Kopf, unbedingt ein Buch lesen zu wollen, in dem ein schlaues Mädchen, Pferde, Tierbabys und Magie eine Rolle spielen – und da sie ein solches nirgendwo finden konnte, begann sie, sich die Geschichte selbst auszudenken und aufzuschreiben. 2009 wurden ihre ersten beiden Romane bei renommierten amerikanischen Verlagen veröffentlicht. Jackson Pearce, die laut eigener Angabe mit einer schielenden Katze und einem Hund, der ein bisschen wie ein Außerirdischer aussieht, zusammenlebt, ist auf Facebook aktiv, twittert unter www.twitter.com/jacksonpearce und unterhält eine Website, auf der sie ihre Gedanken und Videos veröffentlicht: www.jackson-pearce.com.





Herzlichen Dank an
Pan

Kommentare:

  1. Ich glaub, bei mir ist in letzter Zeit der Wurm drin. xD Alle anderen sind viel begeisterter von den Büchern!

    Das Cover an sich fand aich auch schick, aber irgendwie sah's so aus, als wäre die Dame im Hintergrund ein wenig verpixelt? Unscharf nicht im Sinne von unscharf, sondern im Sinne von "da hat jemand ein zu kleines Bild etwas zu groß gezogen". Ich fand die Qualität der Dame echt blöd - abgesehen davon ist es wirklich toll. (:
    (Ist momentan auch bei "Babel: Hexenwut" so - irgendwie scheint die Dame verpfuscht zu sein. xD)

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  2. Du musst ja nicht alles toll finden :) Und solche Phasen hab ich auch manchmal. Ich bin mir dann halt nicht sicher, ob es am Buch oder an mir liegt. Manche Bücher brauchen eben die richtige Stimmung - wenn die nicht da ist, wird das nix.

    Was das Cover angeht: Mir hat das Grobkörnige gefallen, weil es die Transzendenz von Viola gut darstellt... deswegen nahm ich mal an, das ist Absicht xD

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  3. Und noch jemand, dem das "yeah" auf den Wecker gefallen ist xD Wurde übrigens direkt aus dem Englischen übernommen, nur im Englischen passts, im Deutschen halt nicht.

    Das Grobkörnige im Cover stört mich auch nicht, ich finde es passt, dass das Mädchen etwas "verschwommen" aussieht. :)

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  4. Ich fänd's ja auch okay, wenn's verschwommen wäre - für mich wirkt's nur mehr verpixelt. (:

    Das "yeah" war wirklich für den Allerwertesten. Christine Gaspard war's! xD

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