Donnerstag, 28. Oktober 2010

[Rezension] Andreas Eschbach, Black*Out

464 Seiten
Gebunden
17,95 EUR [D]
ISBN 978-3-401-06062-0
Teil 1


Inhalt (lt. Rückentext):
Eine Welt, in der niemand mehr allein ist. Ein 17-jähriger, der über eine einzigartige Fähigkeit verfügt. Und eine Jagd, die beispiellos bleiben wird.
Christopher ist auf der Flucht. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Serenity ist er unterwegs in der Wünste Nevadas. Irgendwo dort draußen muss Serenitys Vater leben, der Visionär Jeremiah Jones, der sämtlicher Technik abgeschworen hat, nachdem er erkennen musste, welche Gefahren die weltweite Vernetzung mit sich bringen kann. Doch eine Flucht vor der Technik - ist das heute überhaupt möglich? Serenity ahnt bald, auf was und vor allem auf wen sie sich eingelassen hat. Denn der schwer durchschaubare Christopher ist nicht irgendjemand. Christopher hat einst den berühmtesten Hack der Geschichte getätigt. Und nun ist er im Besitz eines Geheimnisses, das dramatischer nicht sein könnte: Die Tage der Menschheit, wie wir sie kennen, sind gezählt.
Was wäre, wenn das Wissen und die Gedanken eines Einzelnen für eine ganze Gruppe verfügbar wären? Würden dann nicht Frieden und Einigkeit auf Erden herrschen? Wäre der Mensch dann endlich nicht mehr so entsetzlich allein? Oder könnte dadurch eine Macht entstehen, die zur größten Bedrohung der Welt wird?


Zum Buch:
Christopher hat ein Ziel: Jeremiah Jones finden, der untergetaucht ist, nachdem man ihn eines Terroranschlags beschuldigt hat. Denn nur Jones kann dem 17-jährigen bei seinem Unternehmen helfen - die Welt zu retten.
Um den Aufenthaltsort von Jones zu finden, macht Christopher dessen Tochter Serenity ausfindig. Gemeinsam mit ihr und deren Bruder macht er sich auf den Weg. Dabei erzählt er den Geschwister zum größten Teil seine Geschichte: Eine über Computerchips verbundene Gruppe, die sich die Kohärenz nennt, möchte die Welt unterwerfen und die Menschheit geistig vereinen. Das würde den Verlust der Identität bedeuten, Geheimnisse wären unmöglich, Emotionen eingeschränkt. Und das möchte Christopher verhindern. Wichtig dabei ist, Jones von der lauernden Gefahr zu überzeugen, denn was Christopher zu erzählen hat, klingt zu absurd, um wahr zu sein.
Die verborgene Gruppe rund um Jones muss sich bald ihren schlimmsten Ängsten stellen, um die Welt vor der Übernahme der Kohärenz zu bewahren.


Rezeption:
Mit großem Können erschafft Andreas Eschbach eine spannungsgeladene und atemberaubende Dystopie. Mitreißend von der ersten bis zur letzten Seite.

Christopher ist 17 Jahre alt und hat auch die Ängste und Gedanken eines 17-jährigen. Dabei ist er alles andere als ein normaler Teenager. Tatsächlich ist er Computer Kid, ein Computer-Genie, das mal für einen Tag lang die Welt aus den Fugen hob. Auch sonst ist Christopher überaus intelligent und das lässt ihn für den Leser oft älter wirken, als er tatsächlich ist. Nebenbei ist es überaus spannend zu lesen, wie Christopher seine Intelligenz einzusetzen weiß. Es handelt sich bei ihm einen tiefen und vor allem undurchsichtigen Charakter. Immer wieder ist er für eine Überraschung gut und sorgt für Abwechslung.

Auch Serenity kommt zu Wort. Über ihren Charakter erfährt man allerdings auch nicht allzu viel. Da es mehr und längere Passagen gibt, in denen Christophers Geschichte behandelt werden, kann man sich von ihm ein genaueres Bild als von den übrigen Personen machen.
Erzählt wird in der dritten Person, wobei aber die Blickwinkel zwischen Christopher und Serenity wechseln (ich hoffe, ich habe keinen anderen vergessen - wenn ja: man möge es mir verzeihen).
Trotz der eindeutig charakterbestimmen Erzählweise bleibt eine Distanz zwischen Leser und Charakter bestehen. Ein Element, das bestimmt nicht zufällig gewählt wurde. Denn auf diese Weise werden auch dem aufmerksamen Leser wichtige Details verheimlicht.

In seiner Dystopie macht Eschbach auf eindrucksvolle Weise darauf aufmerksam, was passiert, wenn passionierte Informatiker zu weit gehen. Realistisch ist die Idee vom Internetanschluss im Gehirn ist auf diese Art zwar unrealistisch, dafür aber umso eindrucksvoller - und mir sind nicht nur einmal die Vorteile der beschriebenen Technik durch den Kopf gegangen. Aber auch für mich haben - ganz wie für Protagonisten Christopher - die Nachteile die Vorteile überwogen.

Beeindruckend in jeder Weise, nicht unähnlich Orwells 1984 - nur eben moderner und für jugendliches Publikum. Ich würde gerne mehr über Inhalt und ausführlich beschriebene Ideen schreiben, traue mich aber nicht; die Gefahr, zu viel zu verraten, ist zu groß. Garantieren kann ich aber großartiges Lesevergnügen, Lesestoff, der zum Nachdenken anregt und bestimmt nicht nur für Sci-Fi-, Fantasy- oder Dystopie-Fans.

Bei Black*Out handelt es sich um einen Mehrteiler. Der zweite Teil wird wohl Hide*Out heißen und irgendwann 2011 erscheinen.



Vielen Dank an
Arena



1 Kommentar:

  1. Steht schon lange auf meiner imaginären Wishlist - wird aufjedenfall als nächstes beantragt. Tolle Rezi :)

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