Samstag, 25. September 2010

[Rezension] Gerd Ruebenstrunk, Arthur und der Botschafter der Schatten

Band 2 der Trilogie
16,95 € [D]
17,50 € [A], CHF 26,90
ISBN 978-3-7607-5190-0
gebunden 


Inhalt (lt. Rückentext):
Manche Bücher sind anders als andere Bücher. Manche Bücher haben magische Kräfte. Und manche Bücher können den Lauf des Schicksals beeinflussen...
Als Arthur zum zweiten Mal in seinem Leben auf den mysteriösen Pontus Pluribus trifft, ahnt er, dass den Vergessenen Büchern erneut Gefahr droht. Zudem erhält Larissa eine geheimnisvolle Nachricht - sind ihre Eltern etwa doch noch am Leben? Ein rätselhaftes Schattenwesen verspricht Larissa eine Antwort auf diese Frage - doch erst muss sie das "Buch der Wege" finden. Um Larissa zu helfen, stürzt sich Arthur in ein neues gefährliches Abenteuer und muss dabei erkennen, dass die Macht der Vergessenen Bücher weiter reicht, als er zu träumen gewagt hätte...


Zum Buch:
Bei seinem letzten Abenteuer hat Arthur herausgefunden, dass er ein Bewahrer ist - sein Leben ist eng mit dem der Vergessenen Bücher verknüpft. Und deswegen hat ihn auch der mysteriöse Pontus Pluribus im Auge.
Als Larissa eine rätselhafte Botschaft ihrer Eltern von einem Schattenwesen bekommt, fühlt sie sich darin bestätigt, dass ihre Eltern noch am Leben sind. Und es gibt nur eine Möglichkeit, sie aus ihrer Gefangenschaft zu befreien: Der Schatten möchte das Buch der Wege. 
Und so folgen Arthur und Larissa den Hinweisen und landen bald darauf in Córdoba, immer verfolgt von Pluribus und seinen Gehilfen, und suchen fieberhaft nach dem vergessenen Buch. Doch es dauert nicht lange und ihre Reise führt weiter nach Dubrovnik, wo sie Hilfe aber auch neue Rätsel und faszinierende Enthüllungen erwarten.


Rezeption:
Wie schon im ersten Teil um Arthur verzaubert Gerd Ruebenstrunk Buchliebhaber und solche, die es werden könnten.

Auch dieses Mal muss man Arthur einfach gern haben. Seine Figur ist sympathisch, seine Handlungen und Gedanken nachvollziehbar und seine widersprüchlichen Gefühle für Larissa einfach nur süß. Trotz ihrer schnippischen und herrischen Art steht Arthur in jeder Lage zu Larissa und versucht mit ihrem Naturell so gut umzugehen, wie es ihm möglich ist.
Larissa verliert hier einiges an Sympathie, denn sie verhält sich hauptsächlich stur, störrisch und nicht selten - ich kann es gar nicht anders ausdrücken - wie ein richtiges Miststück. Da das etwas ist, dass ich auch in der Realität an Menschen nicht ausstehen kann (wenn ihnen kein triftiger Anlass gegeben wird), stehe ich Larissa nun eher negativ gegenüber. Zwar besteht der Versuch einer Erklärung für ihre Art in der Sorge um ihre Eltern, doch selbst da gibt es keinen Grund, Arthur in jeder Lage zu widersprechen und immer den eigenen Willen durchsetzen zu wollen. Dass Arthur trotzdem nicht aufgibt, spricht für seinen Charakter.

Der Wettlauf durch die Städte ist auch diesmal gut gelungen und die Umgebung wunderschön plastisch beschrieben. Die Bildhaftigkeit wird noch durch Karten von Córdoba und Dubrovnik unterstützt, die man sich schon im ersten Teil von Amsterdam und Bologna gewünscht hätte.
Auch an Spannung mangelt es im Nachfolger nicht. Die beiden Jugendlichen werden ständig verfolgt und müssen sich so einiges einfallen lassen, um aus Fallen zu fliehen und weiteren Gefangenschaften auszuweichen. Schließlich sind nicht nur Arthur und Larissa am Buch der Wege interessiert.
Leider wirken die Wendungen recht schwach, Konsequenzen vorheriger Handlungen sind leicht vorhersehbar und vieles passt einfach zu gut zusammen. Es gibt kaum etwas, das einfach nur passiert, ohne positive Auswirkungen zu bringen. Doch das mag den einen oder anderen Leser vielleicht überhaupt nicht stören. Mich hat es dazu gebracht, hin und wieder die Augen zu verdrehen.

Ich hoffe auch, dass im dritten Teil der Sinn hinter den vorherigen Jagden nach den Vergessenen Büchern aufgeklärt wird - dass die Vergessenen Bücher mit dem Verschwinden von Larissas Eltern zu tun haben, ist klar, doch ich hoffe auf ein spannendes Showdown, das den Zauber, den sowohl der erste als auch der zweite Teil ausstrahlen, sich im Finale mit einer sinnvollen Aufklärung verknüpft.

Wer dem Reiz von Büchern verfallen ist, nicht genug von niedergeschriebenen Geschichten brkommt und den Geruch einer Bibliothek lieben gelernt hat, wird sich schnell mit Arthur anfreunden und sich in der Buchhandlung des Bücherwurms ganz Zuhause fühlen.
Leider brilliert Arthur und der Botschafter der Schatten nicht ganz so wie sein Vorgänger, das Lesen macht dennoch viel Spaß.




Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an

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