Samstag, 21. August 2010

[Rezension/ Top Read] Jennifer Fallon, Die Götter von Amyrantha (Gezeitenstern-Saga 2)

Aufgepasst, High-Fantasy-Fans, die Gezeitenstern-Saga dürft ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen!

kartoniert, Trade Paperback, K
Seiten: 576
ISBN: 978-3-8025-8179-3
14,95€ [DE] 15,40€ [AT]

Inhalt (lt. Rückentext):
Auf Amyrantha steigen die Gezeiten. Die Unsterblichen spüren, dass die Stunde ihrer Macht wieder näher rückt. Sie verlassen ihre Verstecke und versuchen, unerkannt einflussreiche Positionen zu besetzten, um die Menschheit zu unterwerfen.
Arkady, die junge Fürstin von Lebec, erkennt die Gefahr. Auch Declan, der Erste Spion des Königs, weiß, was hinter den Kulissen vorgeht. Beiden wollen der geheimen Bruderschaft des Tarots helfen, die den Unsterblichen seit Jahrhunderten Widerstand leistet. Doch die Macht der Gezeitenfürsten wächst unerbittlich...

Zum Buch:
Was für Konsequenzen es für Arkady haben würde, den verurteilten Verbrecher Kyle Lakesh zu verhören, wusste sie vor wenigen Monaten noch nicht. Inzwischen ist sie um einiges aufgeklärter: Nicht nur, dass sie genug gesehen hat, um zu wissen, dass Kyle wirklich Cayal, der unsterbliche Prinz ist - und die Unsterblichen somit wirklich existieren - sie hat immer noch mit ihren widersprüchlichen Gefühlen gegenüber Cayal zu kämpfen. Die eine Nacht, in der sie sich ihm hingegeben hat, ist Monate vergangen, seit sie auf dramatische Weise in Maralyces Mine getrennt wurden, hat Arkady den unsterblichen Prinzen nicht mehr gesehen.
Was nicht heißt, dass sie nicht auch weiterhin mit Unsterblichen zu tun hat. Im Gegenteil versuchen Jaxyn und Diala während ihrer Abwesenheit in Glaeba die Herrschaft an sich zu reißen. Und Jaxyn wartet nur auf den Moment, in dem er Arkady heimzahlen kann, dass sie ihn so abschätzig behandelt hat.
Inzwischen tauchen auch die anderen Unsterblichen aus ihrem Versteck auf, Tryan, Elyssa und Syrolee haben sich in Caelum eingenistet und sind kurz davor, das Reich zu übernehmen. Lukys hat ganz eigene Pläne und bleibt mysteriös wie eh und jeh.
Währenddessen hat Declan als Erster Spion alle Hände voll zu tun, schließlich ist er auch Mitglied der Bruderschaft des Tarots und sucht verzweifelt nach einem Weg, die Unsterblichen aufzuhalten. Dabei steigt die Gezeitenflut - und zwar schnell.
Und Cayal ist immer noch auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich umzubringen. Dabei hat er furchtbare Angst vor seinen Gefühlen zu Arkady - wenn er es zuließe, könnte er durch sie nämlich doch noch einen Grund finden, weiterleben zu wollen. Doch wenn Cayal es schafft, sie umzubringen, dann sind die Unsterblichen nicht mehr unsterblich und ihnen allen droht Gefahr... Die Lage spitzt sich in allen Punkten zu.

Rezeption:
Dank Jennifer Fallon weiß ich immer wieder, warum ich High Fantasy so schätze. Und die Gezeitenstern-Saga ist High Fantasy der Extraklasse. Immer wieder bin ich mit offenem Mund vor dem Buch gesessen und war ganz aufgeregt, wenn mir klar wurde, wie unglaublich ausgefeilt und perfekt konstruiert Welt und Handlung sind. Herrlich!


Weiterhin überzeugen die Charaktere mit unfassbare Tiefe und Authentizität.
Cayal, den ich schon seit Der unsterbliche Prinz zu meinem persönlichen Liebling auserkoren habe, ist auch diesmal mit Selbstmord-Gedanken beschäftigt, die immer wieder zum Schmunzeln anregen - genauso wie seine Geplänkel mit anderen Unsterblichen und die Schlagabtausche mit Arkady. Niemals habe ich einen weinerlichen Prinzen mehr gemocht als Cayal, denn er vereint in sich einfach eine unwiderstehliche Mischung aus Hochnäsigkeit, Attraktivität, Melancholie, Tiefsinnigkeit, Infantilität und Liebenswürdigkeit.
Auch Arkady enttäuscht nicht, immer wieder stolpert sie unvorhergesehen in prekäre Situationen, die sie auf irgend eine Weise immer wieder auf Unsterbliche treffen lassen. Auch sonst hat sie es nicht leicht im Exil in Torlenien, wo sie all ihr diplomatisches Geschick aufbringen muss, um auf gesellschaftlich sicheren Boden zu bleiben.
Jaxyn ist das Übel, das wir schon im ersten Teil kennen gelernt haben und trotz seines miesen Charakters muss man seiner Geschichte und Person dennoch fasziniert verfolgen, schließlich ist er ein gekonnter Intrigenspinner.
Auch Declan kommt auf seine Kosten, er hat mehr zu tun als je zuvor und versucht immer wieder der Frage auszuweichen, ob er nun Arkady liebt oder nicht (was er selbstverständlich tut). Man erfährt mehr über seine Herkunft - und die ist alles andere als uninteressant! Besonders am Ende des Buches wird ihm mehr Aufmerksamkeit geschenkt und in Teil 3 wird es wohl ebenso gehen.
Es gibt noch einen ganzen Haufen anderer erwähnenswerter Charaktere, doch ich belasse es für's erste bei den interessantesten.

Was mir auch diesmal sehr positiv aufgefallen ist, ist der Umstand, dass Fallon eine meisterhafte Erzählerin ist. Obwohl ich Erzählerperspektiven-Wechsel hasse wie sonst nichts, ist das bei Fallon etwas ganz anderes. Ich freue mich über jeden Wechsel, weil jeder Charakter ein neues Licht auf die Handlung wirft und zudem die Charaktere einfach so perfekt ausgearbeitet sind, dass es eine Freude ist, von ihnen zu lesen. Nicht einmal wollte ich ungeduldig vorblättern, um zu sehen, wann der Perspektivenwechsel nun endlich zu Ende geht (und das mache ich in solchen Fällen normalerweise immer).
Wie keine andere hat Fallon eine Welt voller Intrigen, Machtkämpfe und fantastischer Elemente geschaffen. Es ist einfach nur faszinierend mitzuerleben, wie die mächtigen Gezeitenfürsten nach tausend Jahren wieder an die Macht kommen und beginnen, die Welt ihrem Joch zu unterwerfen. Dabei liegt das Augenmerk nicht nur auf der Machtübernahme, sonder auch auf den Beziehungen der Unsterblichen untereinander und ihren individuellen Charakterzügen, die sie einerseits von Menschen so unterscheiden, sie zum anderen ihnen ähnlicher machen, als ihnen wohl lieb ist.
Ebenso erwähnenswert ist die Art, wie Fallon es immer wieder schafft, den Leser an den unmöglichsten Stellen zum Lachen zu bringen. Der Humor lebt unterschwellig fort, obwohl es natürlich auch sehr ernste und tragische Szenen gibt. Doch gerade wenn es um Unsterbliche geht, die sich manchmal etwas zu ernst nehmen oder ernste Menschen/ Crasii, die sich in ihren eigenen Worten verstricken oder sich ein Wortgefecht geben, gibt es immer wieder etwas zu Schmunzeln. Das erinnert ein wenig an Anne Bishop, die ungekrönte Königin der Dark Fantasy, die ihren bedeutungsschwangeren und in ihrer Illusion perfekt ausgeklügelten Welten wie Charakteren immer auch eine humorvolle Seite gibt und niemals nur Schrecken und Dramatik regieren lässt.

Langsam aber sicher bahnt sich die Apokalypse an und das weiß nicht nur die Bruderschaft des Tarots, sondern auch Cayal und Co. Bald wird offensichtlich, dass bei weitem nicht alle Unsterblichen nach vollkommender Macht streben, einige versuchen sogar, ihre Geschwister von ihren Vorhaben abzubringen. Dazu gehört zum einen die rebellische Maralyce, über die immer mehr interessante Details bekannt werden, zum anderen auch Cayal oder Lukys. Cayal will nur sterben und ihm ist egal, was die anderen Unsterblichen anstellen, doch Lukys hat ganz andere Pläne, er spinnt Cayal für diese ein und man bekommt die Ahnung von den großen Plänen, die vom wohl mächtigsten der Gezeitenfürsten in Gang gesetzt werden. Allein der Gedanke daran lässt mich schon aufgeregt werden und ungeduldig zum nächsten Buch greifen...

Ich könnte noch einiges mehr zu Die Götter von Amyrantha schreiben, doch ich halte mich zurück, da im Endeffekt nur eines stehen bleiben wird: Diese Tetralogie gehört unbedingt gelesen, gelebt und geliebt. Wer hier nicht die Macht der Gezeitenfürsten spürt, der muss schon vollkommen bar aller Emotionen sein.

Liebe Fantasy-Fans, wenn ihr einen Tipp von mir annehmen wollt, dann diesen: Lest diese Bücher!






Zur Autorin:
Jennifer Fallon wurde in Carlton, Australien geboren. 1990 begann sie mit dem Schreiben von Fantasy-Romanen, zehn Jahre später gelangt ihr mit der ersten Veröffentlichung auf Anhieb ein großer Erfolg: Mit der "Demon-Child"-Saga sprang sie auf die Bestsellerliste und feierte ihren internationalen Durchbruch. Unter dem Titel "Kind der Magie" erscheint die Saga seit 2004 in deutscher Sprache im Heyne Verlag. Jennifer Fallon ist neben Trudi Canavan und Sara Douglass der dritte Fantasy-Superstar aus Australien.
www.jenniferfallon.com

Kommentare:

  1. Merk ich mir, danke für den Tipp! :)

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  2. Ich hab das jetzt nicht gelesen, hab nämlich fest vor den unsterblichen Prinzen zu lesen ;D

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  3. Oh, deine Begeisterung springt mich aus jeder Zeile an! Und das Cover schaut auch toll aus. Irgendwann, irgendwann, lass ich mich mal von dir überreden ;-)

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  4. Ich werd's mir auch mal merken. :D Ich glaub, die Saga ist mir irgendwo schon mal über den Weg gelaufen ... verfluchtes Kurzzeitgedächtnis!

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  5. @Pia: Unbedingt!

    @Fani: Dann pack ihn mal höher im Stapel :D Du wirst es sicher nicht bereuen.

    @evi: Ich bin immer noch aufgeregt xD Hätte ich nicht so viele Rezi-Exemplare hier rumliegen, wäre der dritte Teil schon längst dran :D

    @Saskia: Tu das ♥

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  6. Oh, die Reihe steht komplett im Bücherregal meiner lieben Mama :D Ich habe ja auch schon ein Blick darauf geworfen und nachdem was ich bei dir so lese werde ich die Reihe wohl unbedingt lesen müssen!

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  7. Liebe Philia,

    klasse, dass dir die Serie so gut gefällt. Sie ist auch eine meiner absoluten Lieblingsautoren in unserem LYX-Programm und ich freue mich immer, wenn auch unsere High Fantasy so begeisterte Leser findet.

    Viele Grüße von der LYX-Redaktion

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