Donnerstag, 12. August 2010

[Hörbuch-Rezension] Kai Meyer, Arkadien erwacht

Gelesen von Andreas Fröhlich
Gekürzte Lesung
ISBN 978-3-86742-055-6
6 CD (AudioCD)
€ 24,95 , € (A) 24,95 , sFr 47,50
Silberfisch
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Inhalt:
Eine verbotene Liebe - animalisch, gefährlich, leidenschaftlich
Bei ihrer Ankunft in Sizilien warten verwirrende Ereignisse und Wahrheiten auf die siebzehnjährige Rosa Alcantara: Ihre Tante gehört der Mafia an, und sie hat mächtige Feinde. Seit vielen Jahren kämpfen die Clans der Alcantara und der Carnevare erbittert gegeneinander. Und dann ist da noch Alessandro, Erbe der Carnevare, der Rosas Herz erobert, bevor sie es richtig merkt. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Gemeinsam geraten sie zwischen die Fronten in einem Kampf auf Leben und Tod...

Weitere Anmerkungen zum Inhalt mache ich gar nicht - die Angabe ist hier nämlich mal wirklich gut gelungen.

Rezeption:
Schon seit Jahren steht es fest: Kai Meyer ist ein Meister in seinem Fach. Egal an welches Projekt er sich setzt, seine eindringliche, plastische und wunderschöne Wortwahl macht das Lesen (oder Hören) zu einem Genuss. Für mich zählt er schon seit Kindertagen zu den Lieblingsautoren.

Auch in Arkadien erwacht beweist Meyer wieder sein Talent. Abgesehen von der traumhaft schönen Sprache sorgen auch durchdachte Details im Inhalt wie die Handlung selbst für Spannung. Der Auftakt der Trilogie verspricht viel für die Folgebände und obwohl die Geschichte gar nicht so innovativ klingt, ist sie doch anders als andere des Genres. Dass es um Gestaltwandler geht, mag sich der eine oder andere schon allein Anhand des Covers gedacht haben (mir ging es jedenfalls so) und auch die Romeo und Julia-artige Liebesgeschichte ist nicht neu. Wer das denkt, hat aber nicht mit Kai Meyer gerechnet - denn der sorgt mit sizialianischem Mafia-Flair und mysteriösen Andeutungen, sowie einer recht komplizierten und keinesfalls eindeutigen Liebesgeschichte für reine Magie und ein korruptes Italien im Wohnzimmer.

Inzwischen ist schon eindeutig, dass Kai Meyer ein besonderes Faible für Italien zu haben scheint, man denke an Die fließende Königin (Schauplatz ein Parallelwelt-Venedig) oder auch an die Wolkenvolk-Trilogie (italienisch angehauchtes Wolkenvolk). Dabei schafft er es perfekt Italien in Worte zu fassen.
Die Einbindung der berühmten Cosa Nostra hat mich gleich von Beginn weg begeistert, man erfährt viel (oder zumindest einiges) über die Geschäfte der Mafia und die Zwiste zwischen Clans. Auch die Autoriäten werden nicht vergessen, so dass die Polizei ständig am Rande lauert und darauf wartet, dass einer der Clan-Mitglieder einen Fehler begeht.

Rosa kommt nicht unvorbereitet nach Sizilien. Nach dem Tod ihres Vaters Davide Alcantara hat ihre Mutter sie und ihre Schwester Zoe zurück nach Amerika mitgenommen, um sie so weit wie möglich von den Mafia-Geschäften der Familie fernzuhalten. Dennoch wissen die Schwestern natürlich von ihrem Erbe, denn immer wieder wurden sie von den Behörden über die Alcantaras in Sizilien ausgefragt.
Nach einem schrecklichen Erlebnis entschließt sich Rosa dazu, das Land zu verlassen und die Familie ihres Vaters zu besuchen. Allerdings gibt es dort mehr Geheimnisse als sie geahnt hätte und der einzige, der ihr mehr darüber zu verraten scheint, ist der Sohn des verfeindeten Carnevare-Clans.
Rosa ist aufmüpfig und streitlustig. Sie sucht Ärger und spart nicht mit bissigen Antworten, dennoch sind ihr die Gefühle anderer nicht egal - zumindest nicht die ihrer Schwester und auch irgendwann auch die Alessandros. Rosa ist definitiv ein starker und anti-stereotyper Charakter mit viel Potential - an dem sich Kai Meyer zwar reichlich bedient, es aber nie so ausschöpft, dass man die Romanfigur dahinter spürt.

Das Hörbuch sorgt mit seinem Sprecher Andreas Fröhlich für eine ganz eigene Magie, ein ganz eigenes Gefühl. Die Stimme des Sprechers ist weich und angenehm, besonders auffallend ist der leichte und gut gelungene italienische Akzent, den Fröhlich gut einzusetzen weiß. Manchmal allerdings hätte ich mir bei den Dialogen eine andere Betonung gewünscht beziehungweise erwartet - das mag auch daran liegen, dass ich das Buch ein paar Monate zuvor gelesen und mir ein eigenes Bild von Rosas Aussprache gemacht habe. Die Härte hat mir hin und wieder gefehlt, die Rosa so stark am Charakter anhaftet.
Abgesehen davon ist die Umsetzung perfekt gelungen, die verschiedenen Charaktere perfekt ausgearbeitet, so dass es nie zu Unklarheit über die Dialogführer kommt.

Arkadien erwacht ist absoluter Hör-Genuss! Italien, Mafia, Spannung und Fantasy inklusive.

Kommentare:

  1. Oh Kai Meyer, einer der wunderbarsten Autoren dieser Zeit, wie ich finde. Seine Bücher waren bisher alle einfach super und unglaublich schön geschrieben. Arkadien erwacht habe ich allerdings noch nicht gelesen... das muss ich unbedingt noch nachholen.

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  2. Ich finde Kai Meyer schreibt sehr gute Bücher. Ich kann seine Bücher an einem Tag durchlesen. Das hab ich bei "Die Wellenläufer" geschafft. Das ist auch ein gutes Buch.

    Lucian

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  3. Wollt ihr wissen, was Kai Meyer über seine Leser denkt?

    Hier sein geistiger Erguss: http://kai-meyer-journal.blogspot.com/2007/09/11-september-2007.html

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