Sonntag, 20. Juni 2010

[Rezension] Polly Shulman, Die geheime Sammlung

 

Seitenzahl 352
Preis EUR (D) 14,95
ISBN 978-3-426-28331-8

Inhalt (lt. Rückentext):
"Ich bin kein Mädchen, das glaubt, dass die Wirklichkeit wie ein Märchen ist. Aber als ich den Spiegel sprechen hörte, da wusste ich, dass ich mir das nicht eingebildet hatte. Das war Zauberei!"

Es ist nicht leicht, eine Außenseiterin zu sein. Doch dann bekommt Elizabeth einen Aushilfsjob in einem besonderen Museum, dem Repositiorium der Verleihbaren Schätze, in dem man Kunst und Krempel, Wertvolles und Verrücktes ausleihen kann.
In den geheimnisvollen Lagerhallen findet Elizabeth endlich echte Freunde, die bereit sind, mit ihr durch dick und dünn zu gehen. Und die braucht sie dringender, als sie geahnt hat - denn verborgen im Keller gibt es noch eine geheime Sammlung, deren Schätze ungewöhnliche Kräfte haben...

Zum Buch:
Elizabeth hat es nicht leicht mit ihrer Stiefmutter und den beiden Stiefschwester. Um ihren Stiefschwestern das Collge zu finanzieren, muss ihr Vater sie auf eine Schule mit geringerem Schulgeld schicken. Elizabeth kennt dort kaum jemanden und kann sich nicht wirklich einleben. Da kommt ihr der Vorschlag ihres Lehrers ganz recht, sich im Repositorium der Verleihbaren Schätze zu bewerben. Nach einem skurillen Einstellungs-Test wird sie angenommen und in die Welt des Repositoriums eingeführt. Dort arbeiten auch Marc, Basketball-Spieler und beliebtester Junge der Schule, die wunderschöne und reiche Anjali und der wortkarge Aaron.
Elizabeth freundet sich bald mit ihren Arbeitskollegen an und entdeckt, dass im Repositorium nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Ganz sicher, dass etwas nicht stimmt, ist sie sich, als ein Kunde ihr erklärt, dass seine Schuhe nicht funktionieren... Elizabeth wird in ein Geheimnis eingeweiht, das größer ist als alles, was sie sich jemals vorgestellt hat.

Rezeption:
Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Elizabeth lebt in New York und ist im Grunde ein normaler Teenager - abgesehen davon, dass ihr Leben an ein Märchen erinnert - ihre Mutter ist gestorben, ihre Stiefmutter und deren zwei Töchter machen ihr das Leben schwer.

Elizabeth ist ein sympathischer Charakter mit Stärken und Schwächen und vor allem einer Unsicherheit, wie sie für Teenager typisch ist. Sie fühlt sich nirgenwo richtig wohl und möchte im Grunde nur dazugehören. Ihre Füße sind ihr zu groß und sie hält sich für nicht besonders hübsch. Außerdem schwärmt sie, wie fast alle Mädchen ihrer Schule, für den Basketball-Star Marc - vergebene Liebesmüh, denn der nimmt sie nicht wahr, bis sie gemeinsam arbeiten.
Marc ist sehr beliebt und weiß es auch. Allerdings kümmert er sich liebevoll um seinen dreijährigen Bruder und die Arbeit im Repositorium bedeutet ihm viel. Und er schwärmt für die schöne Anjali. Die ist aus reichem Hause und Tochter strenger Eltern. Sie freundet sich schnell mit Elizabeth an und gibt dieser somit erstmals das Gefühl, nicht ganz so alleine zu sein.
Aaron, ebenfalls Angestellter im Repositorium, ist recht schweigsam und eifersüchtig auf Marc, da er selbst für Anjali schwärmt, diese ihn aber kaum wahrnimmt. Anfangs ist er sehr abweisend und mürrisch Elizabeth gegenüber, das ändert sich aber, als er sie näher kennen lernt. Auch Elizabeth entdeckt, dass sie ihn eigentlich gar nicht hasst - obwohl er sie im Gegensatz zu Anjali immer alles andere als galant behandelt.

Das Buch ist locker und angenehm geschrieben - was aber nicht über ein paar Schwächen hinwegtäuschen kann. So ist es schon sehr auffallend, als Anfang des Buches ein schwerer inhaltlicher Fehler gemacht wird. (Elizabeth verschenkt ihre Schuhe vor den Ferien, nach den Ferien wird sie von ihrem Lehrer darauf angesprochen, dass sie die Schuhe gestern verschenkt hat.) Außerdem ist es doch recht störend, dass zeitliche Distanzen nicht durch neue Absätze gekennzeichnet werden - stattdessen geht es munter weiter im Text und statt in der Schule ist man plötzlich im Repositorium, und das einige Tage später.
Aber das ist auch schon die einzige negative Kritik, die ich anbringen kann. Die Geschichte an sich hat mir überaus gut gefallen und die Idee, ein modernes Märchen einmal ganz anders zu schreiben hat ohne Frage Charme.
Von Kapitel zu Kapitel wird die Geschichte fantastischer und liebenswürdiger. Shulman versteht es, genügend Spannung und Humor einzubauen, um den Leser mit gutem Gefühl zurückzulassen. Mir hat die Geschichte ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

Ein Buch für alle, die Märchen lieben und die Gebrüder Grimm einmal anders sehen wollen. Für solche, die von der ersten Liebe lesen und träumen möchten. Und im Grunde für jene, die einfach nur kurzweilig und gut unterhalten werden wollen.



Zur Autorin:
Es gibt kaum ein Thema, über das Polly Shulman noch nicht für Zeitungen und Magazine geschrieben hat: ägyptische Grabmäler, essbare Quallen, Unendlichkeit, Blind-Dates, Bücher und, und, und … Sie liebt es, ihre Schokoladenkekse mit Cayennepfeffer zu würzen und sammelt eigenartigen Schmuck aus der viktorianischen Zeit. Kaum zu glauben, dass sie ursprünglich einmal Mathematik in Yale studiert hat. Polly Shulman ist in New York aufgewachsen, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann und einem Papagei namens Olive lebt.

Herzlichen Dank an

Kommentare:

  1. Achje, wir scheinen gar nicht mehr auf einer Wellenlänge zu liegen. Versuch es doch als nächstes Mal mit der Magierin des Windes!

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  2. +lach+ Ist doch auch erlaubt, oder?
    Magierin des Windes kommt, wenn ich die Prüfungen hinter mir hab :D

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  3. das hört sich ja voll nach einem buch für mich an ^^ werd ich mir vielleicht sogar noch in den Sommerferiem besorgen!
    Freu mich schon auf deine Rezension von Nightwalker. Das hab ich mir heute bestellt!

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  4. Das werd ich mir aus den Ferien aus deinem Regal klauen X3 Klingt nämlich wirklich lieb!

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  5. Ich meinte IN den FERIEN (hach, der Test hat mich geschafft)

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  6. Das Buch ist einfach wunderscön zu lesen.

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