Mittwoch, 30. Juni 2010

[Rezension] Johanna Lindsey, Captive Bride

Inhalt (lt. Rückentext):
Christina Wakefield's wild, daring spirit cannot resist the call of the Arabian desert. But once there, destiny makes her the prisoner of Sheik Abu - the arrogant, enigmatic, almost demonically handsome adventurer whom she had known in England as Philip Caxton. Having already rejected Philip's fervent offer of marriage, Christina is now to be his slave. And though she is desperate to regain the feedoms the breathtaking rogue denies her, she fears the treachery of her own heart - and the power of her desire that is impelling her to fully and willingly submit to her virile captor's most sensuous needs.

Zum Buch:
Christina Wakefield ist 17 Jahre alt und hat einen großen Wunsch: Endlich einmal möchte sie London erleben. Ihr Bruder, der einzige Verwandte, der ihr geblieben ist, kann ihr keinen Wunsch verwehren und so reisen die beiden in die Stadt. Dort bekommt die außergewöhnlich schöne Christina mehr männliche Aufmerksamkeit als ihr lieb ist und auch den einen oder anderen Heiratsantrag.
Doch ein Mann fasziniert sie ebenso, wie er sie abschreckt: Philip Caxton, dafür bekannt, nicht gerade höflich mit seinen weiblichen Bewunderinnen umzugehen, weiß auf den ersten Blick, dass Christina die Frau seines Lebens ist. Doch die hat anderes im Sinn, als ein Heiratsangebot anzunehmen, dass Philip am zweiten Tag ihrer Bekanntschaft ausspricht! So einfach lässt sich Philip Caxton allerdings nicht abwimmeln.
Noch in der selben Nacht erreicht Christinas Bruder John eine Nachricht der Royal Army, er habe sofort nach Ägypten aufzubrechen. Christina, die es leid ist, wieder ein Jahr von ihrem Bruder getrennt zu sein, besteht darauf, mitzukommen. Kaum einen Tag in Kairo, wird Christina von Fremden aus ihrem Zimmer verschleppt und durch die Wüste zu einem Camp gebracht. Und dort steht niemand anderes als Philip Caxton vor ihr, auch bekannt als Sheik Abu. Erst wehrt sie sich verzweifelt gegen seine Aufmerksamkeiten, doch lange kann sie dem willensstarken und überaus attraktiven Halb-Ägypter nicht widerstehen...

Rezeption:
Johanna Lindsey ist ja wahrlich keine Unbekannte in der Welt der Historical Romance. In Captive Bride entführt sie den Leser in die exotische Welt Ägyptens und direkt in eine ebenso verführerische wie dramatische Liebesgeschichte.

Christina ist jung, wunderschön und äußerst stur. Ihr fällt es schwer, sich damit abzufinden, dass Philip alles mit ihr machen kann, was er will - schließlich ist er Herr dieses Camps und Sklaven sind so alltäglich, dass niemand auch nur im Traum daran denken würde, Christina zu helfen. Die Enge des Zelts, in dem Christina gemeinsam mit Philip lebt, macht es ihr unmöglich, ihm auszuweichen oder gar zu ignorieren. Wider willen kommt Christina Philip näher und entdeckt auch eine zärtliche Seite an ihm. Sie weigert sich allerdings einzugestehen, dass sie für ihren schönen Entführer etwas anderes als Hass empfindet.
Am Anfang nimmt man Christina die Rolle nicht ganz ab - sie behauptet zwar immer wieder, Philip zu hassen, dennoch gibt sie sich nach einigem Wehren Philip leidenschaftlich hin. Das hält aber - glücklicherweise - nicht lange an, denn schon bald merkt man, woher Christinas zwiespältige Gefühler rühren. Wie viele Opfer, die enführt und vergewaltigt werden, kann Christina nicht anders, als sich dafür zu schämen, dass sie Leidenschaft empfindet, wenn Philip sie berührt und den Sex mit ihm sehr genießt.

Philip, 33 Jahre alt, weiß so gar nicht, was er davon halten soll, dass Christina zwar ständig mit ihm streitet, sich gegen ihn wehrt, aber seine Aufmerksamkeiten mehr als willig annimmt. Vor allem versteht er nicht, weshalb sie nach dem Liebesakt weinen muss - er ist nun mal nicht der einfühlsamste Mann. Gewohnt, sich alles zu nehmen, das er haben will, hat er sich noch nie viele Gedanken darüber gemacht, wie Christina sich dabei fühlen könnte. Allerdings entwickelt er einen äußerst starken Beschützerinstinkt Christina gegenüber und ist alles andere als begeistert, wenn er sie bestrafen muss, weil sie etwas getan hat, dass im Camp als Beleidigung aufgefasst werden muss. Von Heirat möchte er nun nichts mehr wissen - schließlich hatte Christina ihre Chance in England. Er hält sie als seine Mätresse, behandelt sie aber besser, als Frauen es in diesem Land gewohnt sind.

Nach einigen Monaten gewöhnt sich Christina an ihr neues Leben, schließt Freundschaft und beginnt sich einzugestehen, dass sie Philip nicht mehr so hasst, wie sie es zu Anfang getan hat. Sie begegnet ihm mit deutlich weniger Angst und freundet sich mit Philips Vater an, der am Sterbebett liegt. Der ist begeistert von der jungen Schönheit und genießt ihre Besuche sehr.
Als Christina dann von einem rivalisierenden Stamm gestohlen wird, gibt es für Philip kein Halten: Er eilt ihr zur Rettung hinterher und erkennt, dass er sie nicht nur begehrt, sondern auch liebt. Auch Christina entdeckt ihre wahren Gefühle, doch beide sind zu unsicher, um dem jeweils anderen ihre Liebe zu gestehen.

Ohne dramatische Szenen geht es natürlich auch hier nicht. Die Liebenden werden mehr als nur einmal Opfer von Intrige und Verrat und wissen bald nicht mehr, ob die Leidenschaft, die Liebe, die sie geteilt haben, wahr ist. An diesen Stellen möchte man nur gern zu den Charakteren gehen, sie schütteln und ihnen entgegenschreien, dass sie nicht so dumm sein sollen, und endlich ihre Liebe gestehen sollen. Aber was wäre so eine Geschichte ohne Dramatik? Davon gibt es in Capitve Bride jedenfalls mehr als genug. Mich machen diese Stellen ja ganz verrückt, weil ich nicht verstehen, weshalb man die Charaktere, die es bis dahin schon nicht leicht hatten, noch weiter quälen muss. Doch natürlich wäre es nicht so spannend, wenn sie sich einfach verliebten, heirateten und glücklich wären.
Da fährt Lindey mit deutlich stärkerem Geschütz auf und macht es beinahe unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Ich konnte nicht akzeptieren, dass die beiden sich so dumm aufführen und musste unbedingt herausfinden, wie es weiterging - und das bis 3 Uhr morgens. Dann aber habe ich das Buch glücklich zur Seite gelegt und bin lächelnd eingeschlafen.

Eine historische Liebesgeschichte die sich sehen lassen kann. Spannend, leidenschaftlich und dramatisch präsentiert sich Capitve Bride dem Leser und wird die verschiedensten Emotionen auslösen...

Einen Punkt Abzug gibt es für den etwas holprigen Anfang der Beziehung Philips und Christinas und die etwas zu offensichtlichen Stolpersteine.

Informationen auf Amazon
(Cover ist übrigens ein falsches abgebildet, wer bei Amazon bestellt, bekommt das oben dargestellte Cover)

Kommentare:

  1. Ach, schööön, seufz...
    Aber ja, manchmal fragt man sich wirklich, was denn noch alles passieren muss, bis die beiden endlich kapieren *gg*

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  2. Ja, schön war es auf alle Fälle :D
    Mich ärgert das wirklich xD Ich hätte gern, dass sie dann einfach kitschig-glücklich miteinander sind ♥

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  3. Ja, kitschig-glücklich mag ich ja auch, aber vorher muss schon a bissl Action sein, sonst ist das Buch ja gleich aus.
    Ich hab grad eine total süße Romantic Comedy gelesen, hab wirklich Tränen gelacht damit, aber leider war der Konflikt zu schwach (du weißt schon, im letzten Drittel der Romance muss es ja noch die Krise geben, damit dann das Finale zu Tränen rührt ;-)) - und damit ist die Geschichte dann irgendwie einfach so dahingetröpfelt. Voll schade, die ersten 2 Drittel waren nämlich absolut großartig.

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  4. Naja, bei Captive Bride gibt es drei solcher Szenen. Mir hätte eine oder zwei gereicht :D

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