Freitag, 25. Juni 2010

[Rezension] Jocelynn Drake, Nightwalker - Jägerin der Nacht

kartoniert, Klappbroschur
Seiten: 416
Originaltitel: Nightwalker (Dark Days 01)
ISBN: 978-3-8025-8251-6


Inhalt (lt. Rückentext):
Mit eisener Hand wacht die Vampirin Mira über die jüngeren Nachtwandler in ihrer Domäne. Eines Tages kommt der attraktive Vampirjäger Danaus in ihre Stadt - doch nicht, um Mira zu töten. Er bringt unheilvolle Neuigkeiten: Die Naturi, grausame Elfenwesen, die einst von der Erde verbannt wurden, sind zurückgekehrt! Mira muss sich auf ein Bündnis mit Danaus einlassen, um Menschen und Vampire vor den Naturi zu bewahren...

Zum Buch:
Gewissenhaft achtet Mira über ihr Gebiet, sie ist ebenso streng wie fair. Als dann der Vampirjäger Danaus und mit ihm die Naturi in ihr Revier eindringen, ist sie bereit, alles zu tun, um es zu beschützen. Gemeinsam mit Danaus macht sie sich auf die Suche nach ihrem Mentor Jabari, der zuletzt vor fünfhundert Jahren in Ägypten gesichtet worden ist, um ihn und die anderen Ältesten zu warnen.
Ihr kommt allerdings bald der Gedanke, dass die Naturi in Wirklichkeit hinter ihr her sind, denn immer wieder wird sie angegriffen. Die Vampirjäger werden zu den stärksten Verbündeten der Vampire um gegen die Naturi anzukämpfen - und auch Mira und Danaus kommen sich ein wenig näher.
Mira selbst ist einzigartig - denn sie herrscht über das Feuer. Eine Gabe, die sie zu einer Gefahr für andere Vampire macht...

Rezeption:
Ich bin etwas zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Die Idee ist bei weitem nicht neu - Vampire, die über Reviere wachen, sie saugen Blut, müssen ihre Opfer aber nicht töten, die Vampirjäger halten sie für unendlich böse, obwohl das so gar nicht stimmt usw. Auch im Bereich der Urban Fantasy wird hier nicht wirklich Neues geboten: Die Charaktere sind cool, haben aber auch eine Schattenseite, die aus einer dunklen Vergangenheit herrührt. Und natürlich gibt es immer einen coolen Spruch zu jeder Situation. Damit ist Nightwalker ein klassischer Vertreter des Genres und Fans werden sicher nicht enttäuscht sein.- alle wichtigen Elemente sind vorhanden.
Was mich mit der Zeit immer mehr gestört hat, war der Fakt, dass das Ganze nicht realistisch und nicht ganz stimmig wirkt. Im Grunde sollten sich Mira als Vampirin und Danaus als Vampirjäger nicht ausstehen können, doch in einem beinahe wahnwitzigen Tempo legen sie diese Abneigung ab und scheinen sich mehr als nur freundschaftlich zugetan zu sein. Wobei sie sich immer wieder versichern, dass sie sich bei der nächstbietenden Gelegenheit töten werden... Weshalb Danaus seine Vorurteile ablegt, wird dann gegen Ende mehr schlecht als recht erklärt - allerdings deckt diese Erklärung nicht im Mindesten ab, weshalb, wenn er es doch eigentlich besser wissen müsste, er immer noch bereit ist, in Mira ein Monster zu sehen.
Bei Mira verhält sich das ein wenig anders. Man kann ihr eher abnehmen, dass sie sich zu Danaus hingezogen fühlt, da sie schöne Männer grundsätzlich gerne zu betrachten scheint. Sie tritt dem Jäger durchaus aufgeschlossen gegenüber - doch warum sie in einer Situation, die sie an den Rande des Todes bringt, an die Tiefe seiner Stimme denken muss, bleibt mir ein Rätsel.

Mira als Protagonistin und Ich-Erzählerin ist an sich eine Figur, der man positiv gestimmt gegenübersteht. Allerdings wird gerade am Anfang ihr gutes Aussehen so sehr betont, dass ich mich unweigerlich gefragt habe, ob die Autorin etwas kompensieren wollte - jedenfalls wirkte das ein wenig übertrieben. Davon abgesehen, ist Mira aber eine sehr toughe Frau, die gelernt hat, dass man im Leben kämpfen muss, um zu überleben. Sie hat eine schreckliche Vergangenheit und dabei wirkt es besonders positiv, dass sie Vampire bestraft, die sinnlos töten oder sich barbarisch benehmen. Das eine oder andere Mal wirkt sie vielleicht zu gutgläubig und anhänglich für ihre 600 Jahre, doch aufgrund ihrer Vergangenheit lässt sich auch das erklären.
Danaus ist der typische schweigsame, muskelbepackte und sehr attraktive Charakter, der einer ebenso sexy Protagonistin zur Seite gestellt wird. Mir hat gut gefallen, dass man immer nur häppchenweise etwas über ihn erfährt und sein Geheimnis nie ganz gelüftet wird - da kann man sich sicher auf einige interessante Wendungen in Band zwei freuen.

Gegen Ende hin hat es einige sehr interessante Wendungen gegeben, die das Buch letztendlich für mich gerettet haben. Von einigen Dingen war ich hellauf begeistert. Mira erfährt dann einige überaus interessante Dinge über sich, die sowohl ihr eigenes als auch das Bild des Lesers von ihr ein wenig verändern. Das Ende macht auf jeden Fall neugierig auf die Fortsetzungen und lässt Hoffnung aufkommen, dass diese einiges mehr zu bieten hat als der Auftakt der Serie.

Auch anzumerken ist die Idee der Naturi. Bei ihnen handelt es sich um Elfen, aber eben so ganz anders, als man es gewohnt ist. Diese sind blutrünstig und erbarmungslos. Ihre Kräfte konkurieren mit denen der Vampire. Es kommt auch immer wieder der Bezeichnung von Sonnen- und Mondwesen vor, die in einen ewigen Kampf verstrickt sind. Für die Folgebände wünsche ich mir mehr Informationen darüber, die Idee hat nämlich Potential.


Eine Geschichte voller Spannung, Vampire und Blut. Wer über einige Unzulänglichkeiten und die übertrieben benutzen Floskeln hinwegsehen kann, wird sich gut unterhalten sehen.
Herzlichen Dank an

Zur Autorin:
Jocelynn Drake lebt mit ihrer Familie in Cincinatti, wo sie auch aufgewachsen ist. Bereits in ihrer Kindheit begann sie zu schreiben. Zu ihren Einflüssen zählt sie Raymond Feist, die Batman-Comics der 90er Jahre, Oscar Wilde und Ernest Hemingway. "Nightwalker" ist ihr erster veröffentlichter Roman.
www.jocelynndrake.com

1 Kommentar:

  1. Wollte vorerst mal sagen: Fehler beim Inhalt, du hast 'doch nicht um sie zu täten' geschrieben XD

    Zum Inhalt....njaaa, da ich in letzter Zeit so viel mit Vampiren zu tun hatte (und mit Elfen), widme ich mich jetzt mal den geschichtlichen Bänden von 'Hexen-Mägde-Königinnen' :D
    Falls du Band zwei liest, bin ich schon auf die Rezension gespannt

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