Dienstag, 1. Juni 2010

[Rezension] Carlos Ruiz Zafón, Der dunkle Wächter


Hardcover
Preis € (D) 17,95 | € (A) 18,50 | SFR 31,90
ISBN: 978-3-596-85388-5

Inhalt (lt. Klappentext):
Frankreich 1937: Nach dem Tod ihres Vaters ziehen Irene, ihr Bruder und ihre Mutter in ein kleines Dorf an der Küste der Normandie. Dort hat Irenes Mutter eine Anstellung bei einem Spielzeugfabrikanten gefunden, der inmitten unheimlicher Metallfiguren auf dem Anwesen Cravenmoore lebt. Bald stellen sich Irene und ihrem neuen Freund Ismael beklemmende Fragen: Warum dürfen sie bestimmte Zimmer nicht betreten, und warum ist die schwerkranke Frau des Fabrikanten nie zu sehen? Was hat es mit den geheimnisvollen Septemberlichtern auf sich, die vom Leuchtturm drohen? Welche dunkle Macht jagd durch den Park von Cravenmoore? Als ein brutaler Mord geschieht, offenbart sich Cravenmoore als Ort des Schreckens - die Schatten der Vergangenheit erhaben sich, und Irene und Ismael kämpfen um ihr Leben.

Zum Buch:
Viel mehr zum Inhalt anzumerken habe ich nicht - denn allzu viel Information würde sich die Lesefreude trüben.
Irene und ihre Familie ziehen nach dem Tod des Vaters von Paris in die Normandie. Dort hoffen sie auf ein besseres Leben und zu Beginn scheint auch alles perfekt. Der Arbeitgeber der Mutter erweist sich als freundlicher und kinderliebender Mann. Und Irene hat schon bald nur noch Augen für den 16jährigen Ismael, der am liebsten einsam auf seinem Boot über das Meer fährt.
Doch als ein junges Mädchen auf mysteriöse Art ermordet wird, ist es vorbei mit dem idyllischen Dorfleben. Immer seltsamere Dinge ereignen sich und bald beginnen Irene, ihre Mutter Simone, ihr Bruder Dorian und Ismael an ihrem Verstand zu zweifeln.

Rezeption:
Jahrzehnte der Phantasie gingen in Rauch auf und ließen nur ein Häufchen Asche zurück.
Mit Der Schatten des Windes wurde Carlos Ruiz Zafón weltberühmt. Und auch in Der dunkle Wächter finden sich die Elemente wieder, die das Lesen zum Genuss werden lassen. Auch in diesem Roman strotzt jede Seite nur so von Wortgewalt: Zafón versteht es, Schönheit in Sprache einzuschließen. Selbstverständlich kommt auch die Spannung nicht zu kurz - immer wieder sind mir kalte Schauer über den Rücken gelaufen, als ich den Ereignissen der Geschichte gefolgt bin.
Erzählt wird aus mehreren Sichten: Aus Irenes, Simones, Dorians, Ismaels und auch aus der des Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann. Das verleiht der Geschichte Abwechslung und vor allem immer wieder einen neuen Blick auf die Geschehnisse. Entzückend war vor allem Dorians Meinung über seine ältere Schwester - seitdem sie sich verliebt hat, meint er nur noch zukünftige Probleme zu sehen. Irenes und Ismaels Beziehung entwickelt sich rasch, geht aber über einen scheuen Kuss nicht hinaus. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander und lernen sich immer besser kennen - doch nichts schweißt sie so sehr zusammen wie der Schrecken, der in Cravenmoor lauert.
Die Struktur des Buches hat mir übrigens sehr gut gefallen. Am Anfang steht ein Brief an Irene. Man weiß weder, von wem er geschrieben wurde, noch in welchem Jahr. Der Verfasser des Briefes berichtet von seinen Gedanken seit und über das Jahr 1937, in dem so vieles geschehen ist. Danach beginnt mit dem Jahr 1936 in Paris die Haupthandlung. Schließlich endet die Geschichte auch mit einem Brief. Das erweckt den Eindruck einer abgerunden und recht realistischen Geschichte und hilft noch mehr, den Leser in den Bann zu ziehen.

Der dunkle Wächter wird Lesern von Der Schatten des Windes bestimmt gefallen. Alle anderen werden sich von der wunderschönen Sprache und ausgereiften Geschichte überzeugen lassen.




Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an

Kommentare:

  1. Das will ich unbedingt noch lesen! :D Vom Spiel des Engels (oder so) war ich ja leider ziemlich enttäuscht, aber der Schatten des Windes ist und bleibt eines meiner Lieblingsbücher - dem Autor wird also auf jeden Fall nochmal eine Chance gegeben ;)

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  2. Ich finde, mit diesem Jugendbuch hat er nichts falsch gemacht. Außerdem ist es recht kurz (344 Seiten) - das hat man dann auch schnell durchgelesen. Der Schatten des Windes war ja...fülliger :D

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