Samstag, 19. Juni 2010

Samstags-Ding

Zeit, etwas Neues hier einzuführen: Das Samstags-Ding. Nicht zu beschreiben, da nicht definiert. Lasst euch einfach überraschen.

Diesmal: Singin' in the Rain
I'm singin' in the rain, singin' in the rain...
Die große Zeit der Farb- und Musikfilme... Das waren die 50er und 60er. Ich weiß nicht, ob es viele Gleichaltrige gibt, die von alten Heimatfilmen und Musicals so begeistert sind wie ich... Jedenfalls sehe ich mir mit Begeisterung Filme wie "Charley's Tante", "Frühstück bei Tiffany" und "Singin' in the Rain" an - da kann man lachen und schmalzen. Die Lieder sind einfallsreich und vor allem einzigartig - und nehmen sich nie zu ernst.
Und wer kennt nicht das Bild von Audrey Hepburn als zauberhafte Holly Golightly im Abendkleid? Eine Zeit voller Ikonen, modischer Rafinesse und zarten Farbfilm-Versuchen.
Mich fasziniert diese vollkommen andere Welt, die ja noch nicht so lange vergangen ist... und die die Eltern bzw. Großeltern noch erlebt haben. Das ist Zeitgeschichte, Zeitzeugnis - und gehört genauso zu unserer Kultur wie alles andere. In ihrer Inszenierung erinnern diese Filme manchmal an richtige Kunstwerke - gezeichnete Schauplätze, Inszenierungen wie auf der Bühne. So etwas gibt es heute nicht mehr (natürlich hat der heutige Film dafür eine Unzahl anderer Möglichkeiten, die dem modernen Zeitalter entsprechen).
Problemfilme sind rar in den 50er und 60ern - Probleme hatte man davor schließlich genug und der Film war reines Entertainment. Eine gute Sache und bestimmt war es auch exakt das, was die Leute sich damals wünschten: Der Blick in eine Welt, in der alles heil ist, die voller komischer Missverständnisse und herzlicher Liebesbeziehungen ist. So etwas kann man heute noch gut gebrauchen - umso besser, dass es schon eine ganze Brandbeite dieser herzigen Filme gibt. Denn was auch immer heute an problemfreien Filmen produziert wird - es kommt nicht im Entferntesten an diese Pioniere der Filmgeschichte heran.

Und auch "Singin' in the Rain" ist voll mit diesen Elementen. Was mir besonders an dem Film gefallen hat, ist die Nebengeschichte, die er erzählt. Gene Kelley performed als Don Lockwood, ein Schauspieler der 20er Jahre. Ein Umbruch steht bevor: Aus dem klassischen Stummfilm soll jetzt Tonfilm werden! Das stellt die berühmte Lina vor kein geringes Problem: denn so hübsch sie ist, so hässlich ist ihre Stimme. Um seine Karriere am Laufen zu halten, lässt sich Don etwas recht innovatives einfallen: Die Dame seines Herzens, mit wunderschöner Stimme, soll Lina synchronisieren. Das klappt auch gut, bis die karrieregeile Lina Wind von der Sache bekommt...


Kommentare:

  1. Der Film ist wunderbar. Ich liebe Tanz- und Revuefilme und die Wasserabenteuer mit Esther Williams sowieso.
    Der Versuch der 50er, an die Ziegfield-Ära anzuknüpfen gelingt aber nur bedingt, denn ich meine, es gibt jede Menge Problemfilme, denn gerade die 50er brachten doch die jungen Wilden James Dean, Marlon Brando, Dennis Hopper usw. hervor. Unvergesslich sind die Kazan-Filme.
    Aber, ach, Singing in the Rain ist einer meiner Favoriten, auch wenn ich die Schritte schon längst wieder vergessen habe.
    Jetzt hab ich glatt Lust, meine 30er-Jahre-Sammlung herauszukramen ;-)

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  2. :D Schön, eine Gleichgesinnte zu finden!
    Was die Problemfilme angeht: Ja, stimmt schon, aber zu vergleichen mit heute ist das, meiner Meinung nach, nicht. Da haben die fröhlich-konnotierten Filme doch noch überwogen.

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  3. Ich glaube, dieses Gefühl des "Überwiegens" entsteht einfach, weil uns nach 50 oder 60 Jahren umfangreicher Filmgeschichte die Klassiker und allseits beliebte Geschichten gezeigt werden. Dass in Deutschland zu jener Zeit tatsächlich das Zeigen von Frohsinn und guter Laune Priorität hatte, möchte ich nicht einmal bestreiten, denn der deutsche Kinogänger hatte ja verständlicherweise andere Sorgen. Es gibt einiges Problem- und Tabuthemen-Material (nicht nur aus den 50ern), das bis heute nicht synchronisiert ist, weil es damals in Dtl. nicht gezeigt wurde. Davon abgesehen kann man Einiges natürlich heute auch nicht mehr nachvollziehen bzw. angesichts der damals gepriesenen Schauspielkunst nur müde lächeln. Deshalb meiner Meinung die beschwingteren Filme eher zeitlos, da genießt man die Musik, die im Ohr bleibt und die schön fotografierten Technicolor-Bilder.

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  4. Ja, da würde ich zustimmen :)
    Für uns ist das natürlich eine tolle Sache, dass diese Klassiker die Zeit überdauert haben :D

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