Dienstag, 4. Mai 2010

[Rezension] Amber Kizer, Meridian - Dunkle Umarmung


Verlag PAN
Seitenzahl 352
Preis EUR (D) 12,95
ISBN 978-3-426- 28301-1
Erscheinungs termin 05.10.2009


Inhalt (lt. Rückentext):
Berührend, magisch, ungewöhnlich

»Mein Name ist Meridian. Ich gehöre leider nicht zu den Mädchen, die man gerne zu Geburtstagsfeiern einlädt – denn obwohl ich es ganz sicher nicht will, muss ich mein Leben mit dem Tod teilen. Ich bin eine Fenestra: Durch mich gelangen die Seelen der Verstorbenen in den Himmel. Aber davon wusste ich nichts, bis ich sechzehn Jahre alt wurde – und plötzlich in großer Gefahr schwebte …«

Ein besonderes Mädchen. Ein großes Abenteuer. Ein außergewöhnliches Leseerlebnis!

Zum Buch:
Meridian war nie wie die anderen Mädchen ihres Alters. Wo auch immer sie hingeht folgen ihr sterbende Tiere. Sie selbst wie auch ihre Familie macht das Angst. Es ist auch der Grund, weswegen Meridian keine Freunde hat und sich bewusst von ihren Mitschülern zurückzieht, um deren Hänseleien nicht ertragen zu müssen.
An ihrem 16. Geburtstag ändert sich ihr Leben schlagartig. Nachdem mehrere Mitschüler von einem Auto erfasst werden und sterben, und Meridian nichts anders tun kann als hilfloch zuzusehen, eröffnen ihre Eltern ihr, dass sie die Familie verlassen und zu ihrer Tante Merry ziehen muss, die ihr alles erklären muss. Meridian ist verwirrt, verängstigt und besorgt, dass sie ihre Familie nie wieder sehen wird.
In Revelation, Colorado erwarten besagte Tante und der junge Tens sie. Merry eröffnet Meridian dass sie eine Fenestra ist: Eine Mischung aus Mensch und Engel, die den Sterbenden beim Übergang helfen. Während Tens sich Meridian gegenüber abweisend verhält, bringt Merry ihrer Nichte so viel wie möglich bei, um sie auf die erste menschliche Seele vorzubereiten, die durch sie hindurchgehen wird.
Schon bald wird offensichtlich, dass mit dem beschaulichen Revelation auch nicht alles so läuft, wie es sollte. Der fanatische Reverend Perimo hat seine Gemeide um sich gescharrt und hetzt sie gegen alle Außenseiter und besonders gegen Merry auf. Immer wieder werden tote Tiere vor ihrer Tür gefunden, das Haus wird beschmirt und brennende Pfeile stecken in den Wänden. Dass Perimo nicht der ist, der er vorgibt zu sein, erkennt Meridian bald, doch sie ist machtlos, solange sie nicht gelernt hat, ihre Kräfte zu beherrschen.
Mit der Zeit lernt Meridian ihr Schicksal anzunehmen, was dadurch erleichtert wird, dass der attraktive Tens sich für sie zu erwärmen beginnt...

Rezeption:
Ich habe wirklich nicht gewusst, was ich bei diesem Buch zu erwarten habe. Der Plot klang interessant und ich wollte der Geschichte eine Chance geben. Und Meridian hat mich nicht enttäuscht. Gesamt gesehen weißt das Buch einige Parallelen zu der Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier auf: Eines Tages entdeckt das Mädchen eine ererbte Fähigkeit, muss sich der Ausbildung stellen und hat sich gegen eine gegnerische Gruppe zu wehren; an einigen Kapitelanfängen findet man auch Ausschnitte aus den Tagebüchern Meridians Vorfahren. Wer Kerstin Giers Werk gelesen hat, wird also das eine oder andere bekannt vorkommen.
Damit will ich allerdings nicht sagen, dass Meridian und die Edelstein-Trilogie sich gleichen. Im Gegenteil - sie sind, abgesehen von diesen Ähnlichkeiten, vollkommen verschieden. Allerdings denke ich, dass den Lesern von Rubinrot und Saphirblau auch Meridian sehr gut gefallen könnte.
Das Buch beginnt in medias res: Der Leser wird direkt in die Handlung geworfen, muss sich, ebenso wie Meridian, den verwirrenden Umständen stellen. Der Geburtstag, die Reise zur Tante und die Offenbarung der Gabe findet zum größten Teil auf den ersten fünfzig Seiten statt. Es ist ein Wirbelwind aus Geschehnissen, Gefühlen und Hintergrundinformationen, womit man allerdings erstaunlich schnell zurecht kommt. Schließlich lernt man mit Meridian mit und somit ist es beinahe unmöglich, den Überblick zu verlieren. Doch die Ich-Erzählung kommt Meridian dem Leser noch näher, die limitierte Sichtweise trägt dazu bei, Überladungen zu vermeiden und es bauen sich keine bemerkenswerten Längen auf.
Gerade die Schilderung der Gemeinde von Revelation und ihrer fanatischen Gemeinde habe ich mit Spannung verfolgt - hier wird demonstriert was die Furcht vor Fremdem und Unglück aus Menschen machen kann und wie empfänglich sie für Manipulatoren werden. Der Fanatismus der Einwohner gibt der Geschichte selbst in ruhigen Momenten einen gefählichen Charakter, da man nie weiß, ob mit Angriffen der Gläubigen gerechnet werden muss.
Die Entwicklung der Beziehung zwischen Meridian und Tens verzichtet weitgehend auf Kitsch und unnötiges Gesülze und bahnt sich recht langsam an (wobei das Tempo des Romans sich zu Ende in jeder Hinsicht steigert).
Obwohl ich mit dem Ende nicht ganz zufrieden war, weil es hastig und ein wenig erzwungen scheint, wirkt sich das nicht auf meine Gesamtbeurteilung aus - besonder in Anbetracht der Tatsache, dass Amber Kizer im Moment an der Fortsetzung an Meridian schreibt. Wer jetzt einen Cliffhanger befürchtet, sei unbesorgt! An sich ist dieser Band abgeschlossen, doch einige Fragen bleiben offen und lassen somit Platz für weitere Bände.

Meridian ist, gesamt betrachtet, ein empfehlenswertes Buch. Es bringt ein Kaleidoskop an neuen Ideen, Gefühlen und Spannungsmomenten mit sich, die für ein angenehmes und kurzweiliges Leseerlebnis sorgen. Ich empfehle den Roman allen Liebhabern von Rubinrot und Saphirblau, die sich die Zeit bis Smaragdgrün ein wenig verkürzen wollen. Ein Jugend-Fantasy-Roman mit allem was dieses Genre braucht: Eine junge Heldin, die Mut beweist, viel Fantasy, viel Action und eine Brise Romantik - mit dem Rezept sind noch wenige unzufriedene Leser zurückgeblieben.


Zur Autorin:
Amber Kizer liebt saure Süßigkeiten, laute Popmusik und den Geruch von Lilien. Außerdem backt sie für ihr Leben gerne und lebt auf Whidbey Island, einer Insel, die leider nicht in der Südsee liegt, sondern vor der Küste des US-Bundesstaats Washington. Mehr Informationen im Internet: www.AmberKizer.com

Ich bedanke mich herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bei

Kommentare:

  1. Mir hat der Roman auch sehr gut gefallen, wenn es auch schon eine Weile her ist, dass ich ihn gelesen habe. Jetzt hoffe ich auf die Fortsetzung ...

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  2. Von Amber Kizer weiß man ja noch nicht viel - sie ist abergläubisch und möcht noch nicht verraten, worum es in Band 2 gehen wird. Es steht nur fest, dass Meridian und Tens weiterhin Protagonisten bleiben. Es soll "Wildcat Fireflies" heißen und im Herbst nächsten Jahres erst auf Englisch erscheinen... hm.

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  3. Ein bisschen zum Nachdenken gebracht hast du mich jetzt ja schon ... Mist, ich wollte das Buch doch nicht lesen! xD Noch bin ich standhaft und nehme mir erst mal nur vor, beim nächsten Stadt-Ausflug in das Buch reinzulesen ;)

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  4. Eine Leseprobe gibt es hier: http://www.pan-verlag.de/leseprobe/Meridian/978-3-426-28301-1

    Ich mochte es gern. Aber das Gefühl ruht auf Gegenseitigkeit - du überredest mich auch zu Büchern, die ich eigentlich nicht lesen will xD

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  5. Besser noch die Leseprobe hier: http://www.droemer-knaur.de/sixcms/media.php/201/LP_Meridian.pdf

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  6. Hm, eigentlich wollte ich mir das Buch allein deswegen schon zulegen, weil es ein Flexcover ist -lach-
    Aber wenn es auch noch so gut ist, werd ich das ja wohl auf jeden Fall mal machen müssen! Interessant klang es ja zuvor schon.

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  7. Ich habe das Buch auch gelesen und war total begeistert davon! Eines meiner Lieblingsbücher! Ich freue mich schon wahnsinnig auf die Fortsetzung und " Wildcat Fireflies" hört sich doch toll an <3 Ich will es... JETZT!

    Ps: Habe dich auf meinem Blog verlinkt da ich deinen echt toll finde *gggg*

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  8. iCH FINDE ES SUPER! es soll übrigends 4 bänder geben, dass heißt es wird richtig viel neues von meridian und co geben :-)

    juppii

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