Mittwoch, 24. Februar 2010

[Rezension] Ursula K. LeGuin - Der Magier der Erdsee

Inhalt (lt. Klappentext):
Alles nimmt seinen Anfang im magischen Reich der Erdsee, einer fantastischen Welt zahlloser kleiner Inseln. Hier wächst Ged, den alle nur Sperber nennen, in einem kleinen Bergdorf der Insel Gont heran. Schon als Junge ist er von den Künsten und dem Wissen der Hexen seines Dorfes fasziniert und bald zeigt sich, dass er selbst über eine ganz besondere magische Gabe verfügt. Ged wird zu einem berühmten Zauberer in die Lehre geschickt und erweist sich schnell als gelehriger Schüler. Bereits nach kurzer Zeit bewegt er sich gewandter in der Welt der Magie als all seine Lehrer. Doch was geschieht, wenn ein Magier seine Kräfte nicht einzuschätzen weiß? Wenn er das fragile Gleichgewicht zwischen Gut und Böse stört? Übermütig entfesselt Ged die Kräfte des Bösen, die ihn fortan in Form eines Schattens verfolgen. Der junge Magier kommt kaum mehr zur Ruhe und flieht über Berge und Meere, bis er endlich seinen Gegner erkennt und sich ihm stellen kann.

Zum Buch:
Aber wohin er zu gehen hatte in den Jahren, die vor ihm lagen, das konnte er nicht ermessen; und er fürchtete sich, es zu sehen.


Duny, der aufwächst in einem kleinen Dorf, ohne Mutter und nur mit einem grießgrämigen Vater, ahnt nicht, was ihn erwartet, als er eines Tages unabsichtlich die Ziegen, die er hüten sollte, magisch an sich bindet. Nur die Dorfhexe kann es sich erklären: Der Junge verfügt über außergewöhnliche magische Fähigkeiten und sie beginnt, ihn in den Grundlagen zu unterweisen.
Die Idylle des Dorfes wird gestört, als Fremde es angreifen und es liegt an Duny, die Dorfbewohner zu beschützen. Er erzaubert einen Nebel, der den Angreifern die Sicht nimmt und seine Tat breitet sich in Geschichten über die Inseln aus.
Auch ein Magier erfährt davon und bietet an, Duny auszubilden, sobald dieser seinen wahren Namen erfahren hat. So kommt es, dass an seinem 13. Geburtstag aus Duny Ged wird - der in nict allzu ferner Zukunft der mächtigste Magier der Erdsee werden soll. Ged, den alle nur Sperber nennen, verbringt einige Zeit bei seinem Meister - bis er auf die dumme Idee kommt, sich zu beweisen, und einen Toten zu beschwören. Der Versuch misslingt und nur der Meister kann Sperber vor seiner Tat schützen. Der junge Magier wird vor die Wahl gestellt: will er bei seinem Meister bleiben, oder aber an der Schule auf der Insel Rok von den großen Neun unterrichtet werden. Ged entscheidet sich, auf die Insel zu fahren.
Die Jahre dort sind lehrreich und er schließt eine lebenslange Freundschaft mit Vetsch. Sperber erweist sich als gelehriger und talentierter Schüler, der schon bald all seine Gefährten übertrifft. Doch seine Vergangenheit holt ihn ein, und durch einen Mitschülter provoziert, versucht er erneut, einen Toten zu erwecken - diesmal allerdings, ist Ged stark genug, um tatsächlich etwas aus dem Reich der Toten freizulassen. Diese Tat nimmt ihm beinahe das Leben und von nun an, wird er von dem Schatten verfolgt.
Es dauert lange, bis Sperber sich selbst wieder zutraut, zu zaubern. Doch er macht bald seinen Aufstieg zum Magier und kann in die Welt hinausziehen. Der Schatten, allerdings, lässt ihn niemals in Frieden. Ständig wird er verfolgt und der junge Magier lebt in Angst. In der Zwischenzeit besiegt er Drachen und findet seinen wahren Lehrmeister wieder - und erst dieser, kann ihm sagen, was gegen den Schatten zu unternehmen ist. Ged muss vom Gejagten zum Jäger werden, wenn er dem Ganzen ein Ende bereiten will. Und so macht Ged sich auf die Suche und bereist die Inseln, immer hinter dem Schatten her.
Es dauert eine Weile, doch als Sperber den Schatten endlich eingeholt hat, erkennt er, was - oder wen - er da vor sich hat. Diese Erkenntnis verändert ihn und ebnet seinen künftigen Weg...

Rezeption:
Nicht grundlos ist die Erdsee-Sage von LeGuin weltberühmt - das kann ich zumindest bestätigen. In Der Magier der Erdsee wird die Entstehungsgeschichte des Erzmagiers aller Inseln erzählt - und die ist mehr als spannend zu lesen. Ged erlebt schon in jungen Jahren vieles und zuvorderst ist diese Geschichte eine über Magie. Aber darunter findet der geneigte Leser noch viel mehr: Eine großartige Welt, die bald erkennt, dass vielleicht noch mehr auf der Welt existiert; ein junger Mann, auf der Suche nach sich selbst.
Gerade der Aspekt der Selbstfindung macht dieses Buch so ideal für jugendliche - aber auch junggebliebene - Leser. Auf fantastische Art und Weise erzählt LeGuin eigentlich von etwas, das wir alle schon erlebt haben: Die Suche nach uns selbst und die Akzeptanz des eigenen Wesens.
Wunderschön!

5 von 5 Punkten - wie könnte es auch anders sein?

Zusatzinformation:
Die Chroniken von Erdsee ist ein Film aus dem Studio Ghibli. Der Film basiert allerdings hauptsächlich auf dem 4. Band - Tehanu.

Kommentare:

  1. LeGuin soll ja echt tolle Bücher schreiben. Muss ich doch mal eines lesen xD War "Der Magier der Erdsee" das erste Buch, das du von ihr gelesen hast oder gibts da noch mehr, die du empfehlen kannst? "Die wilde Gabe" steht schon lange auf meinem Wunschzettel, kennst du das vielleicht?

    AntwortenLöschen
  2. Nein, das war das erste :D Aber ich freu mich schon, die anderen Teile von der Erdsee-Saga :D Ich hab auch die englische Sammlung der ersten 4 Hauptteile - ist aber auf englisch echt schwer zu lesen.

    "Die wilde Gabe" hat aber eine Freundin von mir gelesen - borg ich mir gleich aus ^^ xD

    AntwortenLöschen
  3. Und dann sag mir Bescheid, wie es ist ;)

    AntwortenLöschen