Mittwoch, 24. Februar 2010

[Rezension] Jennifer Fallon - Der unsterbliche Prinz

Inhalt (lt. Rückentext):
Der Legende nach regierten die Gezeitenfürsten das Land Amyrantha über viele Jahrhunderte. Eines Tages taucht ein Mann auf, der behauptet, Cayal, der unsterbliche Prinz, zu sein. Sind die mythischen Gezeitenfürsten zurückgekehrt? Die junge Herzogin Arkady kann nicht daran glauben, und doch übt der Unbekannte eine unbeschreibliche Anziehungskraft auf sie aus.
Während sie seinen Geschichten lauscht, wird ihr bewusst, dass ihrer Heimat der apokalyptische Untergang droht...

Zum Buch:
Cayal ist einer der mächtigsten Gezeitenfürsten. Momentan herrscht kosmische Ebbe - somit hat Cayal keinen Zugriff auf seine unbegrenzten Mächte. Die bekommt er erst mit der kosmischen Flut zurück. Seit achttausend Jahren lebt der unsterbliche Prinz inzwischen und er ist es leid. Alles wiederholt sich, er hat schon alles erlebt, das es zu erleben gibt, spricht alle Sprachen fließend und hat eine Unzahl an Berufen erlernt. Er ist der perfekte Liebhaber geworden und hat sich schon oft genug in Gefahr gebracht - doch das alles verliert seinen Reiz, wenn es nie die Möglichkeit gibt, wirklich etwas zu riskieren. Cayal ist unsterblich und das ist ihm in den letzten achttausend Jahren bitterlich bewusst geworden.

Also greift er zu drastischen Maßnahmen: Er tötet sieben Männer, um vom Staat Glaeba geköpft zu werden - die übliche Strafe für Mord - denn das ist seine einzige Chance, zu vergessen. Mit dem alten Kopf verschwänden auch die alten Erinnerungen...
Allerdings läuft etwas mehr als schief: Der Schafrichter ist in Urlaub und Cayal soll nun stattdessen gehängt werden! Das ist ganz und gar nicht das, was er sich erhofft hatte. Gehängt zu werden tut seiner Erfahrung nach einfach nur weh und bringt nicht viel.
Natürlich fällt auch dem Henker auf, dass sein Opfer einfach nicht sterben will. Man schickt Cayal in den Rückfälligentrackt und lässt die Obrigkeiten sich mit dem widerwilligen Totgeweihten beschäftigen.
Arkady Desean, ein einfaches Mädchen, das durch die Heirat mit Stellan Desean zur Fürstin von Lebec geworden ist, macht sich als Historikerin daran, Cayals Behauptung, er wäre der unsterbliche Prinz, zu untergraben.
Bezirzt von ihrer Schönheit erzählt Cayal ihr bei den regelmäßigen Besuchen von seiner Vergangenheit. Und Arkardy muss sich bald eingestehen, dass sie nicht nur beginnt, dem schönen Prinzen zu glabuen, sondern sich auch noch zu ihm hingezogen fühlt...
Schon bald ist ihr klar, dass die Gezeitenfürsten zurückkehren und die Welt wieder unter ihr Joch bringen wollen. Und ihr Mann will ihr nicht glauben...

Fazit:
Spannend und mit der richtigen Brise Humor und Sarkasmus erzählt Fallon die Geschichte des Unsterblichen Prinzen - die mehr als nur interessant ist. Cayal an sich ist eine faszinierende Persönlichkeit: Arrogant, weltenmüde und ständig mit Selbstmordgedanken befasst, während er über die Ungerechtigkeiten der Unsterblichkeit sinniert. Er ist ein so gelungener Charakter, dass man ihn einfach mögen muss und der einen oft zum lächeln bringt.
Die Faszination zu diesem Charakter findet sich in Arkady widergespiegelt, die es gewohnt ist, ihrer Umwelt etwas vorzuspielen - besonders, da ihr Gatte eher dem anderen Geschlecht zugeneigt ist und Arkardy aufgrund ihrer Verschwiegenheit geheiratet hat - und ihre Gefühle fest unter Verschluss zu halten. Doch ihre Mauern werden stark ins Wanken gebracht durch Cayals Erzählungen und die Art, wie er sie ansieht... Zum ersten Mal fühlt Arkady sich zu einem Mann mehr als hingezogen und natürlich muss es sich dabei um die unpassendste Person handeln!
Die Geschichte ist voller Geheimnisse, vergangener Zeiten, Mythen und Intrigen. Es wird das Portrait von Menschen geschaffen, die sich durch ihre Fähigkeit, nicht zu sterben und zum Teil unvorstellbare Mächte aufweisen, zu Göttern aufschwingen und mit jedem Jahrhundert ein Stück ihrer Menschlichkeit verlieren. Manipulation und Versklavung sind ihre Mittel, um die eigene Sicherheit zu garantieren, und dafür gehen die Unsterblichen gerne über Leichen...
Spannend erzählt und mit einem schockierenden Cliffhanger (allerdings kein allzu schlimmer Cliffhanger), der neugierig auf den nächsten Teil macht.

5 von 5 Punkten

Zusatzinfomation:
Folgebände sind:
Die Götter von Amyrantha
Der Palast der verlorenen Träume

Der Kristall des Chaos (April 2010)

Kommentare:

  1. Habs schon gekauft und freue mich aufs lesen....auch wenn das länger dauern wird, da ich die Windreiter-Trilogie ja noch lesen will XD

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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